Veränderung wagen!
Shownotes
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00:00:06: Schön, dass du wieder eingeschaltet hast.
00:00:08: Ich war kürzlich auf Bildungsurlaub und ich habe nicht nur viele neue Erkenntnisse mitgebracht sondern auch viele Gedanken aus den Gesprächen mit den anderen die sich noch sicherlich in Erkenntnisse verwandeln werden.
00:00:23: Vieles halte dann noch in mir nach und wirkt weiter als würde man mit einem langen Stecken den Grund eines stillen Sees auffrühren.
00:00:31: da kommt so einiges zu Tage Und eines davon ist eine Sache die ich heute rauspicke Es geht um Veränderungen und um Wachstumsschmerzen, und um Neuverhandlungen.
00:00:47: Hierzu hatten wir nämlich einige Gespräche in den Zwischenräumen beim Essen- und bei den Spaziergängen.
00:00:54: Und eines der Gespräche kreiste um die Unzufriedenheit, die einer Neu- verhandlung vorangeht – eine Neuferhandlung.
00:01:13: Frank Berndt, der Leiter des Instituts für Burnout-Prävention, sagte einmal in dem Vortrag gelassen im Löwenkäfig einen Satz, den mich nicht mehr loslässt.
00:01:25: Alles in meinem Leben ist genau so wie ich es will!
00:01:29: Für alles andere ist mir der Preis zu hoch.
00:01:35: und genau über diese Preisverhandlung der Sachen die in meinem leben so sind – und nicht anders?
00:01:43: Darüber haben wir ganz oft gesprochen in den Zwischenräumen.
00:01:47: Dieser Satz ist für mich eine große Befreiung und gleichzeitig eine große Belastung.
00:01:55: Die Befreiungen sind, dass wir alles was wir glauben tun zu müssen auf den Prüfstand stellen können ob ich mich nun um meine pflegebedürftigen Eltern kümmere über Stunden im Job mache oder ob ich ins Fitnessstudio gehe.
00:02:14: Ich tue alles aufgrund von Entscheidungen, die ich getroffen habe.
00:02:47: Mit meinem Gefühl.
00:02:52: Und vor allem, was bin ich bereit zu riskieren?
00:02:58: Dann kommen die Sachen plötzlich wert!
00:03:03: Eines aus mir klar geworden ist im Bildungsurlaub ist Ich spüre eine Unzufriedenheit mit der Gesamtsituation und das erinnert mich sehr an das Zitat von Ranger in dem Film Der Shoot is Money Two als er aber mit Hachi an einem Matafal festgebunden generellen Unzufriedenheit oder der Unzufredenheit mit der Gesamtsituation spricht.
00:03:29: Alles sagt, das passt nicht mehr.
00:03:33: und dann kommt aber die schwierige Frage was will ich ändern?
00:03:37: Und wann?
00:03:39: Und was ist mir diese Änderung wert?
00:03:43: Das ist Grund genug genauer sich das anzuschauen.
00:03:47: Was ist die Psychologie dahinter hinter dem treibenden Gedanken dass etwas nicht mehr passt dass man etwas ändern möchte und was es kostet.
00:04:00: Und, was ich bereit bin davon zu zahlen!
00:04:04: Warum fallen uns diese Neuverhandlungen so schwer?
00:04:19: Du kennst das vielleicht dieses Gefühl, dass etwas eben nicht mehr ganz stimmig ist aber du weißt nicht genau was.
00:04:26: und wenn du versuchst es zu ändern dann kommt sofort dieses Zögern dieser innere Stimme die sagt Ist Es Das Wert Was wenn es schief geht, willst du das wirklich ändern?
00:04:37: So schlimm ist es doch gar nicht.
00:04:41: Das ist aber keine Schwäche!
00:04:43: Das ist ... das Gefühl der kognitiven Dissonanz.
00:04:48: über das Konzept hatte ich ja schon in der Folge innerer Widerstand mit meinem Sohn gesprochen und damals ging es darum wie oft wir Dinge unterstützen die uns eigentlich schaden.
00:04:59: Aber hier sind wir genau im gleichen Bereich.
00:05:04: Unser Gehirn hasst es, wenn unsere Handlungen nicht zu unseren Werten passen.
00:05:11: Und diese Spannung ist unangenehm – sie ist fast unerträglich!
00:05:15: Aber sie isst eben auch der Motor für Veränderungen.
00:05:21: und hier greift eine weitere kognitive Theorie aus der Psychologie die Selbstbestimmungstheorie.
00:05:30: Warum uns das Leben plötzlich nicht mehr passt?
00:05:37: Stell dir jemanden vor, der seit Jahren in einem Job steckt.
00:05:40: Indem diese Person immer unzufriedener wird!
00:05:44: Trotzdem sagt diese Person Es ist schon okay Der Wechsel wäre mir den Preis nicht wert.
00:05:51: Anderswo ist es auch nicht besser Und für eine ganze Weile Stimmt das vielleicht sogar.
00:05:58: Aber irgendwann verändert sich etwas, der Druck wird größer.
00:06:02: Die Unzufriedenheit lässt sich nicht mehr wegreden und am Ende steht die Entscheidung den Job doch zu wechseln.
00:06:10: An genau so einem Beispiel lässt sich gut zeigen worum es in der Selbstbestimmungstheorie geht – die Theorie besagt?
00:06:17: Damit wir motiviert sind und uns wohlfühlen brauchen wir drei Dinge!
00:06:22: Erstens das Gefühl etwas zu können und wirksam zu sein Kompetenz.
00:06:29: Zweitens das Gefühl, dazuzugehören und für andere bedeutsam zu sein – sozialer Eingebundenheit!
00:06:37: Und drittens das Gefühl aus freien Stücken zu handeln – Autonomie.
00:06:43: Und genau an diesen drei Punkten kann sich Druck aufbauen wenn eines dieser Punkte eben nicht mehr erfüllt wird.
00:06:52: Die Person die schon lange die gleiche Arbeit macht fühlt sich weniger verbunden Oder Sie hat das Gefühl, dass sie nicht mehr das erfüllt.
00:07:04: Was sie dort tut?
00:07:06: Ihr fehlt es an der Kompetenz und sie möchte etwas anderes tun oder aber ihr wird die Autonomie genommen selbst zu entscheiden was sie von dem was sie kann in den Arbeitsprozess einbringen kann.
00:07:23: Und wenn wir uns in einer Neuverhandlung befinden dann überlegen wir uns von diesen drei Punkten Und was der Preis ist, den wir bezahlen?
00:07:36: Wenn wir an der Situation etwas ändern bekommen wir mehr Kompetenz.
00:07:43: Wenn wir etwas ändern finden wir soziale Eingebundenheit.
00:07:49: Mehr oder weniger wenn wir etwas ändern und können wir selbstbestimmt erleben – oder nicht!
00:08:02: Dieser Abteil für alles andere isst mir der Preis zu hoch.
00:08:08: Aus dem Zitat von Frank Berndt kann ganz unterschiedliche Dinge bedeuten.
00:08:13: Es kann eine echte freie Entscheidung sein, die Person hat die Situation abgewogen und steht dahinter.
00:08:22: Die drei Komponenten ihrer Zufriedenheit sind in dem Maße erfüllt das eine Veränderung zu hohen Preis fördern würde.
00:08:36: Selbstberuhigung sein.
00:08:38: Man redet sich die unangenehme Situation schön, weil ein Wechsel zu riskant ist, zu anstrengend oder zu beängstigend erscheint.
00:08:51: und genau das passiert oft dann im Berufsleben.
00:08:55: Solange die Rationalisierung trägt – welche Gründe auch immer ich finde?
00:09:01: Ich kann mich eh nicht verbessern!
00:09:03: An anderen Stellen ist es auch nicht besser.
00:09:07: Diese Punkte führen dazu dass ich bleibe Aber wenn diese Grundbedürfnisse nach Kompetenz oder Zugehörigkeit, oder eben auch Autonomie lange Zeit unerfüllt bleiben.
00:09:23: Dann wächst der innere Druck und irgendwann reicht diese Selbstberuhigung nicht mehr aus dass der Preis zu hoch ist etwas zu ändern.
00:09:35: Die Lücke zwischen dem was man sagt oder sich erzählt und dem was Man wirklich erlebt Zu überdecken ist zu groß geworden.
00:09:46: Und dann ist die kognitive Dissonanz nicht mehr auszuhalten und wir müssen etwas tun, entweder müssen wir unsere Werte anpassen oder unser Verhalten.
00:10:00: Das spannenderen ist dieser Bruch ist eigentlich ein gutes Zeichen.
00:10:05: er zeigt dass das System noch reagiert stattdass man einfach ausbrennt und sich erschöpft.
00:10:15: Das erinnert mich an eine ganz andere Erfahrung.
00:10:18: An das, was ich an meinen eigenen Kindern direkt miterleben konnte – die unangenehme Phase vor einem Entwicklungssprung!
00:10:27: Ich weiß nicht ob du das bei deinen Kindern auch beobachtest?
00:10:31: Ich nenne es mal Wachstumsschmerzen.
00:10:34: Denn eine Veränderung kann sich genau wie so ein Entwicklungssprung bei Kindern anfühlen….
00:10:40: Ich erinnere mich total gut an die Momente, in denen meine Kinder kurz vor einem neuen Schritt standen.
00:10:46: Vor dem Sprechenlernen, vor dem Laufenlernen der Pubertät und die Kinder werden unruhig sogar gereizt – auch ängstlich!
00:10:56: Und das ist keine individuelle Beobachtung sondern es erforschte Realität.
00:11:01: Die Entwicklungspsychologie zum Beispiel nach PAG zeigt Wachstum passiert niemals ohne Widerstand Und bevor Kinder einen neuen Meilenstein erreichen, durchleben sie oft eine Phase der Unsicherheit.
00:11:14: Sie werden unruhig weinerlich!
00:11:16: Sie fallen manchmal zurück in frühere Stadien.
00:11:20: Es ist dieses Gefühl aus dem zu eng gewordenen Korsett der eigenen Möglichkeiten auszubrechen und genau das löst Unbehagen Angst und Frust aus.
00:11:32: Für uns Eltern ist es immer eine sehr anstrengende Zeit In der viel Geduld nötig ist und Verständnis Aber dann, wenn der Meilenstein geschafft ist, kommt der Triumph die Freude, die Erleichterung.
00:11:47: Bis der nächste Meilensteil kommt!
00:11:50: Je älter die Kinder werden, je weiter liegen diese Meilen Steine auseinander.
00:11:58: und als Erwachsene kommen wir ebenfalls an diese Punkte – wenn das Leben nicht mehr in die Form passt, in der wir uns eingerichtet haben.
00:12:09: Nur es ist die Skalierung größer.
00:12:12: Die Auswirkungen sind
00:12:13: massiver.".
00:12:15: Aber das, was es auslöst, sind die gleichen Effekte.
00:12:20: Manchmal sind es die äußeren Umstände, die uns zwingen sich anzupassen.
00:12:24: Aber oft sind es auch innere Prozesse, die in eine Neuverhandlung der Kosten unserer aktuellen Situation nötig machen – und das ist sehr unangenehm!
00:12:35: Denn neues macht Angst, Veränderung hat Risiken… aber was wenn die Unzufriedenheit zu groß wird Nichts zu ändern höher ist als die Kosten für eine Veränderung.
00:12:55: Wenn wir spüren, dass unser Leben nicht mehr zu uns passt, dann ist das wirklich unangenehm!
00:13:01: Es ist aber auch ein Zeichen dafür, daß wir bereit für den nächsten Schritt sind.
00:13:07: Die Selbstbestimmungstheorie und die Entwicklungspsychologie zeigen hier denselben Mechanismus.
00:13:13: Die Unzufriedenheit ist der Treibstoff für den Wachstum – sie signalisiert dass unsere aktuellen Lösungen nicht mehr ausreichen und das wir uns weiterentwickeln müssen, um unsere Bedürfnisse zu erfüllen.
00:13:31: Was hat das jetzt mit mir zu tun?
00:13:34: Auch ich befinde mich in einer Neuverhandlung!
00:13:38: Und natürlich habe ich genau diese gleichen Ideen... Ich fühle diese Unzufriedenheit.
00:13:44: Ich merke, ich bin nicht mehr das, was ich mal war und das Leben passt an einigen Punkten nicht mehr wie ich es gerne hätte oder wie ich mich darin wohlfühle.
00:13:56: Ich stehe selber am Punkt, an dem ich überlege, mich beruflich zu
00:14:00: verändern.".
00:14:02: Und dann kommen natürlich die Fragen – wo würde ich denn eigentlich arbeiten wollen?
00:14:06: Was sind die konkreten Schritte?
00:14:08: Welches Leben würde denn besser zu mir passen und welche Kosten bin ich dafür bereit zu
00:14:14: zahlen?".
00:14:15: Und natürlich kommt sofort der Chor meiner inneren Kritiker.
00:14:19: Das hast du noch nie gemacht, wie willst du da professionell wirken?
00:14:23: Du kannst das überhaupt nicht!
00:14:25: Du hast einen sicheren Platz, du hast eine gute Arbeit, du wirst gut bezahlt und dann kommt die Müdigkeit dazu.
00:14:32: Ich habe überhaupt keine Energie mehr für diesen Kampf.
00:14:37: In der Auseinandersetzung mit den Gefühlen, den Sorgen und der Kritik wird mir eines klar ich muss nicht alles auf einmal ändern.
00:14:47: Vielleicht kann ich kleine Schritte gehen.
00:14:49: Baby Steps So, wir entnehmen einen Film.
00:14:55: Es ist eine Komödie über einem Psychotherapeutin und seinen Patienten.
00:15:00: Der Film heißt What about Bob?
00:15:03: Und es geht bei dem Psychotherapeuten um ein Therapieansatz der kleinen Schritte.
00:15:09: Baby steps!
00:15:11: Es geht darum den ersten Schritt zu machen und dann die nächsten.
00:15:17: Das ist so ein bisschen wie der Straßenfeger bei Momo.
00:15:21: Nicht das große Ziel steht im Mittelpunkt die gesamte Straße zu machen, sondern die Frage was ist der nächste machbare Schritt?
00:15:30: Die nächste Kachel, die ich fege!
00:15:34: Frank Bernsatz erinnert mich daran Ich muss nichts tun.
00:15:39: Ich darf entscheiden was ich tun will und welcher Preis es mir wert ist Und damit werde ich mich jetzt konkrete auseinandersetzen.
00:16:02: Spürst du irgendwo auch diese Unzufriedenheit?
00:16:07: Mit etwas in deinem Leben, das nicht so passt?
00:16:11: Vielleicht stehst Du ja auch an einer Neuverhandlung über die Kosten und die Preise, die Du bereit bist zu zahlen!
00:16:20: Und was wäre dann der erste kleine Schritt den Du wagen
00:16:23: könntest?!
00:16:28: Ich wünsche Dir einen schönen Start in dieser Woche!
00:16:30: Tschüss!
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