Kinder stark machen gegen Egozentrismus

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00:00:06: In der letzten Folge habe ich über das Phänomen What About Me ist im gesprochen.

00:00:11: Und es wäre nicht mein Podcast, wenn ich nicht auch eine Folge dazu machen würde was wir als Fürsorgende oder Eltern tun können um unsere Kinder stark zu machen damit sie weder dem Sog der Egozentrik an Heimfallen noch von Kritik völlig gelehmt werden.

00:00:26: Denn natürlich wäre es super wenn wir alle Kinder von den sozialen Medien fernhalten könnten bis sie erwachsen sind aber das wird wohl nicht klappen.

00:00:36: So oder so brauchen unsere Kinder unsere Unterstützung.

00:00:40: Und vielleicht noch mehr als vor Jahrzehnten?

00:00:44: Darum möchte ich über etwas sprechen, das mir in letzter Zeit immer wieder begegnet und dass sich für eine der größten Herausforderungen unserer Zeit halte!

00:00:53: Wie können wir unseren Kindern in einer Welt die durch Algorithmen soziale Medien- und Individualismus egozentrische Sichtweisen massiv

00:01:01: fördert?!

00:01:03: eine gesunde Portion Skepsis und Selbstreflektion mitgeben.

00:01:08: Ich meine damit nicht, dass wir unsere Kinder zu misstrauischen Menschen erziehen sollen sondern das sie lernen die Welten nicht nur dich ihre eigene Brille zu sehen und das sie verstehen.

00:01:18: Nicht alles dreht sich um Sie aber auch Ihre Bedürfnisse und Gefühle sind trotzdem wichtig.

00:01:34: Als meine Kinder noch klein waren oder weiter vor als ich noch klein war War es viel einfacher.

00:01:40: Kinder wuchsen in Familien und Gemeinschaften auf, indem sie automatisch lernten, dass es nicht immer alles um Sie sich dreht.

00:01:49: Aber heute leben wir in einer Welt, in der die Algorithmen, die sozialen Medien uns sogar die Art wie wir konsumieren, uns ständig suggeriert?

00:01:57: Du bist das Zentrum!

00:01:59: Deine Meinung zählt – Alles muss zu dir

00:02:01: passen!".

00:02:05: Natürlich liegt dahinter die Absicht, daß ich dann auch das kaufe was derjenige anbietet….

00:02:13: unglaublich große Auswirkungen auf unsere Kinder.

00:02:18: Wenn Netflix nur noch Serienvorschläge, die genau zum Geschmack unserer Kinder passen, wenn YouTube nur noch Videos zeigt, die in die gleiche Richtung gehen von dem was es schon vorher angeguckt hat dann gewöhnen sich Kinder daran dass alles auf sie zugeschnitten ist.

00:02:34: Sie entwickeln eine Erwartungshaltung das ich die Welt an sie anpassen muss und nicht umgekehrt.

00:02:42: In den sozialen Medien werden emotionale Reaktionen belohnt.

00:02:46: Je lauter, je besser!

00:02:48: Und wenn ein Kommentiert das ist total unfair oder was ist mit mehr?

00:02:53: Dann bekommt es mehr Aufmerksamkeit.

00:02:55: Kinder lernen so dass egocentrisches Verhalten ihre Sichtbarkeit erhöht.

00:03:04: in anderen Zeiten mussten die Kinder warten sich anpassen Kompromisse eingehen.

00:03:09: Und heute können Sie oft sofort bekommen, was sie wollen – sei es durch Streaming, Onlinespiele oder Lieferdienste!

00:03:17: Und Sie entwickeln eine geringere Frustrationstoleranz und Sie wissen auch nicht wie man mit Enttäuschungen umgehen kann.

00:03:27: Die gute Nachricht ist?

00:03:29: Wir sind dabei nicht machtlos.

00:03:31: Auch wenn die Welt unsere Kinder in eine bestimmte Richtung tränkt dann können wir ihnen Werkzeuge mitgeben, um damit umzugehen Und das fängt schon ganz im Kleinen an.

00:03:44: Hier ist es wichtig, dass Kinder lernen, dass Inhalte, Regeln und Situationen oft Zielgruppen haben – und dass das nicht persönlich gemeint ist, wenn es nicht zu ihnen passt!

00:03:56: Du kannst mit ihnen gemeinsam Inhalter einordnen.

00:03:59: Zum Beispiel diese Serie ist für ältere Kinder gemacht aber wir finden bestimmt etwas, das zu dir passt.

00:04:07: oder der Post ist für Leute die einen Garten haben?

00:04:11: Wir haben keinen Aber wir können uns an den Bildern freuen und schauen, ob wir draußen im Park etwas Ähnliches finden.

00:04:22: Du kannst auch Kinder fragen, für wen könnte dieser Beitrag wohl gemacht sein?

00:04:28: Wer ist die Zielgruppe oder was denkst du?

00:04:33: Warum hat die Person das so gemacht oder so geschrieben oder so gezeigt?

00:04:39: Und so lernen Kinder dass nicht alles für sie gemacht ist Und dass das keine Abwertung ihrer eigenen Person bedeutet.

00:04:47: Aber es setzt voraus, dass wir mit unseren Kindern gemeinsam Zeit verbringen und uns gemeinsam Dinge auf dem Handy oder im Streamingdienst anschauen – und darüber reden!

00:05:10: Egozentrismus entsteht oft weil Kinder nicht lernen die Perspektive anderer einzunehmen.

00:05:17: Das kannst du natürlich mit ihnen üben Zum Beispiel Gefühle benennen.

00:05:23: Die Person, die das gepostet hat wollte vielleicht einfach nur ihre Freude teilen!

00:05:28: Wie würdest du dich fühlen wenn du etwas Schönes erlebt hättest und mit anderen teilen wolltest?

00:05:34: Oder probier ein Rollentausch.

00:05:37: Stell dir vor, du wärst eine Lehrerin und hättess dreißig Kinder im Blick – wie würdest Du Dich fühlen, wenn eines sagt Das ist aber

00:05:44: unfair?!

00:05:47: Und natürlich als Eltern- und Fürsorgende sind wir immer ein Vorbild und wir können laut denken.

00:05:56: Ich freue mich, dass die Person das geteilt hat – auch wenn ich selber nicht betroffen bin!

00:06:02: So entwickeln Kinder mit Gefühl und verstehen, dass andere Menschen auch andere Bedürfnisse und Gefühle haben dürfen.

00:06:10: Es ist wichtig, dass Kinder lernen zwischen subjektiver Wahrnehmung und objektiver Realität zu unterscheiden.

00:06:17: Das kannst du fördern indem du Fragen stellst Zum Beispiel oder passt er einfach nur nicht zu dir?

00:06:27: Bist du die Zielgruppe für diese Werbung, würde das jeder auf dieser Welt genauso begeistert sehen wollen?

00:06:40: Glaubst Du?

00:06:41: ich gucke das auch gerne?

00:06:45: All solche Fragen helfen eine andere Perspektive einzunehmen und der Ekozentrik vorzubeugen.

00:06:55: Wenn Du Dein Kind helfen möchtest reflektierter auf einen Beitrag zu reagieren Dann hilft es, wenn du es selbst vorlebst.

00:07:03: Du kannst das Kind selbst daran teilhaben lassen was du in den Medien dir anguckst und wie es dir gefällt – und ob und wie du antwortest!

00:07:13: Du kannst zeigen dass du dich erst fragst ob du alles davon verstanden hast, ob du dir den ganzen Post angeguckt hast… Und ob es wichtig ist was du jetzt beiträgst … Ob es dem anderen eine positive, konstruktive Rückmeldung gibt.

00:07:32: Als meine Kinder angefangen haben sich in Reddit auf Instagram oder YouTube herumzutreiben und sich Sachen anzugucken, da fand ich es total spannend mir von ihnen zeigen zu lassen was sie fasziniert hat.

00:07:48: Manchmal habe sogar ich ihnen ein Hinweis gegeben für etwas was ich lustig fand Und viele Sachen, die Sie mir gezeigt haben, haben mein Horizont erweitert.

00:08:00: Nicht alles was sie mir geteilt haben fand ich genauso gut oder lustig!

00:08:04: Aber wir haben diese Tradition aufgebaut, dass meine Kinder mit mir das teilen, was sie besonders ansprechend... ...oder lustig gefunden haben?

00:08:15: Oder auch Dinge, die sie besonders kritisch sahen und ich freue mich wenn sie jetzt noch uns besuchen kommen Und meine Mutter sagt, ich habe dir noch so viel zu zeigen!

00:08:26: Ich mir dann das eine oder andere Fundstück aus dem Internet präsentiert.

00:08:39: Wenn wir mit unseren Kindern im Gespräch bleiben und mitbekommen was sie interessiert, was sie ärgert oder was sie lustig finden, dann können wir ihnen auch zeigen dass wir vielleicht anderer Meinung sind ohne dass wir ausfällig werden müssen.

00:08:58: Wir können auch Anregungen setzen, etwas selber zu gestalten.

00:09:02: Etwas kritisch zur Hinterfragen oder man kann – auch remixen!

00:09:10: Der Post ist nicht perfekt für uns aber was können wir denn daraus mitnehmen?

00:09:16: Und so entwickeln Kinder Problemlösungsfähigkeiten und lernen dass sie nicht passiv konsumieren müssen sondern das sie aktiv konstruieren können was für Sie passt.

00:09:31: Wut und Enttäuschung umzugehen, wenn ein Post oder einen Beitrag für sie nicht passt.

00:09:39: Wenn Sie eben nicht diejenigen sind, die weit in Urlaub fliegen und deshalb tolle Bilder von weißen Stränden posten können… Oder Sie leben nun mal in einem Mietzgebäude und können nicht einfach so laute Musik spielen – wann immer Sie das mögen!

00:10:02: Die Rücksichtnahme auf andere?

00:10:04: Das realisieren, dass wir nicht immer alles haben können und das diejenigen, die etwas posten vielleicht dafür ganz andere Rahmenbedingungen haben oder sich selbst in Gefahr gebracht haben.

00:10:19: Und mit ihrem Beispiel anderen Gefahr bringen – all diese Punkte können wir nur im Dialog lösen oder erklären wenn wir mitbekommen was unsere Kinder sich angucken.

00:10:32: Dabei ist es wichtig, dass wir die Gefühle, die unsere Kinder zeigen bestätigen.

00:10:37: Benennen?

00:10:38: Aber wer die Konsequenzen und die Handlungen daraus sanft in eine konstruktive Richtung lenken!

00:10:47: Ich sehe das Dich dieses Video total aufregt-und wütend macht Und ich kann gut verstehen, da Du Deiner Wut Ausdruck verleihen möchtest.

00:10:55: Aber lass uns kurz mal überlegen.

00:10:58: bringt es uns und denjenigen, der das Video gepostet hat weiter sich darüber aufzuregen?

00:11:05: Und vielleicht noch einen wütenden Kommentar zu tippen?

00:11:09: Das ist genau das was die Algorithmen wollen.

00:11:13: Wollen wir stattdessen lieber etwas machen, was dir Spaß bringt oder überlegen wie wir das Thema sachlich angehen können?

00:11:24: Ich sehe wie fasziniert du von diesem Trend bist!

00:11:26: Das sieht aber auch extrem spannend und cool aus.

00:11:32: Erinnerst du dich aber daran, wie oft wir besprochen haben, dass hinter solchen Videos oft viel Inszenierung und auch Werbung stecken?

00:11:41: Lass uns das mal genauer anschauen.

00:11:43: Was davon ist wirklich praktisch oder machbar – oder einfach nur gut gefilmt und geschnitten!

00:11:51: Das weckt auf jeden Fall deine Neugier und das ist super.

00:11:55: Es ist schön, dass Du wissen willst, wie es funktioniert.

00:11:59: Aber das Netz zeigt nicht immer die ganze Wahrheit können ganz schlimm nach hinten losgehen.

00:12:06: Bevor wir das ausprobieren oder unkritisch glauben, lass uns mal kurz recherchieren ob das wirklich so sicher oder sinnvoll ist wie es dort dargestellt wird.

00:12:17: So lernen Kinder Impulse zu kontrollieren und dass Gefühle zwar okay sind aber dass Handlungen Konsequenzen haben.

00:12:27: Es ist völlig unrealistisch zu glauben, dass wir unsere Kinder völlig fern halten könnten von den Einflüssen der sozialen Medien.

00:12:36: Deswegen ist es umso wichtiger, dass wir mit Ihnen dabei sind und Ihnen durch Anschauung und Gespräche zeigen, welche alternativen Reaktionsmöglichkeiten es gibt.

00:12:49: Dass es andere Sichtweisen gibt – wie man seine Gefühle am besten reguliert auch wenn ein etwas aufregt!

00:12:59: Die schwierigste Aufgabe von uns Eltern ist es unsere Kinder auf eine Zukunft vorzubereiten die wir selber nicht kennen, weil die Vergangenheit anders war und das was wir gelernt haben in der Zukunft vielleicht nicht so anzuwenden ist.

00:13:16: Aber universelle Strategien wie kritisches Denken regulieren und erkennen der eigenen Emotionen Und auch das Erkennen von Mustern Das Erkernen von Auslösern!

00:13:30: Das können wir Ihnen beibringen und damit geben wir Ihnen ein Handwerkszeug selbst in einer Welt die uns fremd ist, besser klarzukommen.

00:13:40: Ich kann dir keine Patentlösung anbieten wie du mit deinen Kindern die Medien eroberst Aber meine Erfahrung zeigt mir das Interesse zu zeigen An dem was die Kinder tun Was sie sich anschauen Schon alleine ein Türöffner ist Und die Möglichkeit bietet Sich selbst Mit den Themen Die die Kinder faszinieren auseinanderzusetzen und gleichzeitig sanft die eigene Position klarzumachen, denn eines ist mir ganz deutlich.

00:14:13: Meine Kinder haben meine Sichtweise, meine Filter bewusst wahrgenommen und wenn sie sich etwas angeguckt haben dann wussten Sie Mama findet das nicht gut.

00:14:27: Das hat sie nicht daran gehindert sich das anzugucken aber es hat ihnen geholfen ist anders zu bewerten.

00:14:35: Es geht nicht darum unsere Kinder zu perfekten selbstlosen Menschen zu erziehen, sondern darum ihnen zu zeigen dass sie ein Teil einer größeren Welt sind und das sie die Werkzeuge haben um in dieser Welt glücklich kritisch und mit fühlen zu leben.

00:14:59: Mein Vorschlag für diese Woche?

00:15:01: Finde etwas was dein Kind aufregt oder fasziniert oder erfreut und lass es dir von deinem Kind zeigen!

00:15:09: Stell aufmerksam Fragen Und finde heraus was daran so faszinierend für dein Kind ist.

00:15:16: Vielleicht lernst du etwas selbst und vielleicht lernt ein Kind, etwas über deine Art und Weise mit solchen Inhalten umzugehen.

00:15:26: Vielen Dank fürs Einschalten!

00:15:27: Tschüss.

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