Im Spannungsfeld zwischen Schmied und Bauern

Shownotes

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00:00:06: Hallo und schön, dass du heute wieder eingeschaltet hast!

00:00:09: Ich möchte dich heute zu einer kleinen Gedankenreise einladen.

00:00:13: Zu einer Reise zwischen zwei Bildern die unterschiedlicher kaum sein könnten.

00:00:19: Auf der einen Seite steht der Schmied.

00:00:21: Kräftig entschlossen mit dem Hammer in der Hand Und in der Zange ein klühendes Stück Eisen am Amboss Ein Bild das wir alle kennen.

00:00:34: Jeder ist seines Glückes schmied Ein Bild von Kontrolle, Gestaltungswillen und Verantwortung.

00:00:45: Und auf der anderen Seite steht ein alter Bauer in einem Feld neben ihm – Der Sohn mit Krücken in der Hand und einem gebrochenen Bein!

00:00:57: Und die Nachtbannen kommen vorbei und klagen was für ein furchtbares Unglück.

00:01:03: Wer kann das schon sagen?

00:01:23: Vielleicht spürst es schon, in diesen beiden Bildern verbirgt sich ein Spannungsfeld, in dem wir uns fast täglich bewegen.

00:01:30: Auf der einen Seite der Wunsch des Leben im Griff zu haben – die richtigen Gedanken zu pflegen und Aufgaben zum Meistern!

00:01:38: Auf der anderen Seite die unumstößliche Tatsache dass das Leben sich selten an unsere Pläne hält.

00:01:47: Und ich möchte heute mit dir hinschauen Wo tut uns der Schmied gut?

00:01:52: Und wo kann uns die Einstellung des Bauern helfen.

00:02:08: Denn sie werden zu deinem Leben.

00:02:26: Ich kannte es nicht, ich habe es gelesen in einem Kommentar zu einem Artikel in der Welt und das hat mich spontan zu dieser Folge inspiriert!

00:02:37: Diese Weisheit wird Lao-Zi oder alten Weisheitsleeren zugeschrieben und es steckt ein großes Stückchen Wahrheit und auch Befreiung darin dass wir mit unseren Gedanken Einfluss auf unser Leben nehmen können.

00:02:53: Die Psychologie bestätigt uns das im Grunde jeden Tag.

00:02:57: Wie wir eine Situation gedanklich bewerten, bestimmt wie wir uns fühlen und wie wir handeln!

00:03:05: Wenn wir uns also darauf konzentrieren was in unseren eigener Macht liegt – unsere Worten, unseren Entscheidungen, unseren Gedanken, unsere Reaktionen – dann wächst unser Handlungsspielraum.

00:03:19: Stephen Covey nennt das den Circle of Influence Einflussbereich.

00:03:26: Wenn wir in diesem Modus sind, dann sind wir der Schmied.

00:03:29: Wir formen das Eisen und übernehmen Verantwortung.

00:03:33: Wir schmieden unser eigenes Glück!

00:03:38: Aber – und hier kommt der Hatten – manchmal gerät das Bild ins Wanken.

00:03:43: Denn was passiert wenn das Eisen, das unser Leben auf den Amboss legt, extrem Spröde ist?

00:03:49: Oder wenn plötzlich ein Regenschauer das Feuer in die Schmieder

00:03:54: löscht?!

00:03:57: Genau an dieser Stelle entsteht dann oft das, was wir als Dauerstress oder ausgebrannt sein kennen.

00:04:03: Ich hatte das Glück Frank Berndt den Leiter der Fachberatungsstelle für Burnout in einem Vortrag zu erleben.

00:04:13: Er hat Stress sehr präzise beschrieben.

00:04:15: Er sagte, Stress ist nicht einfach nur viel zu tun haben.

00:04:21: Stress ist die Angst davor eine Aufgabe mit den gegebenen Mitteln nicht schaffen zu können!

00:04:28: mit der Befürchtung vor der Konsequenz, die uns dann droht.

00:04:34: Ich lade dich ein diesen Satz einmal auf deinen Alltag zu spiegeln.

00:04:38: Ab welchem Moment fühlt sich viel Arbeit zu haben?

00:04:42: Stressig an!

00:04:59: Ich wechselte dazu von meinem Standardarbeitsplatz in einen Raum, in dem es leiser ist.

00:05:05: Aber dort funktionierte die Technik nicht!

00:05:08: Ich kam nicht ins Internet – ich hatte keine Verbindung und ….

00:05:12: Die Zeit, die mir blieb um das Problem zu lösen war sehr kurz… Und ich wurde richtig ärgerlich, wütend weil die Technic mehr ein Knüppel zwischen die Beine geworfen hat... ...und ich er sie nicht lösen

00:05:27: konnte.".

00:05:28: Meine Konsequenz in meinem Kopf war die anderen Warten auf mich.

00:05:32: Sie haben alle sehr wenig Zeit und stehen alle unter großem Druck, aber ohne mich können sie an bestimmten Punkten nicht weiterarbeiten, denn ich bin diejenige, die die Fragen einbringt – und sie geklärt haben möchte!

00:05:46: Was würde passieren wenn sich jetzt nicht auftauche?

00:05:48: Würden sie aus dem Gespräch wieder rausgehen?

00:05:50: Würde ich vielleicht meine Fragen nicht geklärt

00:05:52: bekommen?!

00:05:54: Das war der innere Film den ich hatte… Und er zeugte mehr Stress als die Tatsache, dass die Technik nicht funktionierte.

00:06:03: Zu einem späteren Zeitpunkt sagte mir ein Kollege das wäre schon sehr grenzwertig gewesen wie meine Reaktion daraus gewesen wäre und ich verstehe das denn in dem Moment wo ich viel Stress habe kommen bei mir ungefiltert die Emotionen hoch.

00:06:18: da hätte mir das Wechseln zum Bauern mal sehen ob das so schlimm wird gut geholfen um mich runter zu bringen.

00:06:27: Ich habe mir vorgenommen, bei einer ähnlichen Situation – und die wird es bestimmt wieder geben – zu versuchen, gelassener zu sein.

00:06:44: Es ist selten die reine Menge an Arbeit, die uns schlaflose Nächte bereitet!

00:07:04: und werde abgelehnt oder ausgegrenzt.

00:07:09: Die Bewertung der Konsequenz macht das Feuer

00:07:12: heiß.".

00:07:14: Je katastrophaler wir das Ergebnis uns ausmalen, desto mehr schaltet unser Gehirn auf Überlebenskampf!

00:07:21: Und in einem Gehirnen, dass um sein Überleben kämpft gibt es keine Gelassenheit – da gibt es nur Flucht oder Kampf.

00:07:31: Der Vortrag von Frank Bernd hatte den Titel im Löwenkäfig.

00:07:38: Und er hat erklärt, was gebraucht wird um diese Gelassenheit zu erreichen.

00:07:46: in den Momenten, in denen wir die Konsequenz für uns beim Scheitern als gefährlich betrachten versuchen wir oft krampfhaft noch härter als Schmied zu arbeiten.

00:07:59: Wir versuchen das unmögliche möglich zu machen!

00:08:02: Wir greifen noch mehr nach Kontrolle und wir zwingen uns Dinge zu tun, zu denen wir eigentlich gerade gar nicht in der Lage sind.

00:08:14: Und wir merken dabei gar nicht, dass uns längst der Boden unter den Füßen verloren gegangen ist – und jetzt kommt der Bauer ins Spiel!

00:08:27: In der Geschichte von dem Bauern geht es darum, das er ein junges Pferd bekommt.

00:08:34: Dieses Pferde ist ein prächtiges Tier aber es ist launisch... Und als sein Sohn vom Pferd stürzt und sich das Bein bricht, da kommen die anderen Nachbarn und sagen Ach was hast du für ein Pech?

00:08:49: Eine Katastrophe für den Bauernhof!

00:08:52: Jemand dem gut- und tatkräftig mithelfen kann ist jetzt verletzt und kann nicht helfen.

00:08:59: Aber der Bauer verweigert das Urteil – er sagt schlicht Das Bein ist gebrochen.

00:09:05: Ob das Glück oder Unglück isst Wissen wir nicht.

00:09:10: Wenig später zogen Soldaten des Kaisers durch das Dorf, um allen jungen Männern für einen aussichtslosen Krieg einzuziehen.

00:09:20: Der Sohn des Bauern durfte wegen seines gebrochenen Beins zu Hause bleiben – was eben noch ein Unglück war wurde zu seiner Rettung!

00:09:31: Der Bauer lehrt uns eine fundamentale Haltung Wir kennen die Zukunft nicht.

00:09:37: Wir wissen im jetzigen Moment oft gar nicht, ob eine Konsequenz vor der wir Angst haben langfristig wirklich so verheerend ist wie unser Verstand unsere Fantasie ihn ausmalt.

00:09:50: Gelassenheit bedeutet nicht dass uns alles egal ist!

00:09:54: Gelassenheid entsteht dann wenn wir aufhören Ereignissen sofort einen endgültigen Stempel gut oder schlecht aufzukleben.

00:10:04: Wie bringen wir jetzt den Schmied und den Bauern zusammen in eine Welt?

00:10:11: Vielleicht kennst du auch das berühmte Gelassenheitsgebet.

00:10:14: Es bringt den Kern dessen, worauf es ankommt in drei einfachen Wünschen unter.

00:10:20: Herr gibt mir die Kraft Dinge zu ändern, die ich ändern kann!

00:10:25: Das ist der Schmied.

00:10:28: Schenke mir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die Ich nicht ändern kann.

00:10:33: Das ist Der Bauer und gebe mir die Weisheit, dass eine von dem anderen zu unterscheiden.

00:10:53: Die Weisheit zu unterscheiden zwischen dem, was wir aktiv gestalten können und dem, das wir ertragen müssen weil wir es nicht beeinflussen können ist kein Talent mit dem wir direkt geboren werden.

00:11:10: Sie ist eher wie ein Muskel den wir täglich trainieren können.

00:11:16: Und genau darum geht es bei dem Vortrag von Frank Bernd auch.

00:11:20: Es geht herum die Angst vor der Konsequenz einer nicht erfüllten Aufgabe zu mindern, idealerweise abzuschalten.

00:11:29: Nur dann gelingt Gelassenheit im Löwenkäfig!

00:11:34: Frank Bern schlägt vor emotionale Dehnübungen zu machen – im Kleinen in Situationen von denen wir von vornherein wissen dass es keine große Auswirkung hat die aber dennoch bei uns unbehagen auslöst wenn wir denken wir erfüllen sie nicht.

00:11:53: An diesen Stellen können wir etwas ausprobieren und lernen, dass die Konsequenz doch nicht so tragisch ist wie unser Verstand unsere Fantasie es ausmalt.

00:12:06: Aus diesem Lernen können wir in anderen Situationen unserer eigene Erwartungshaltung gut oder besser kontrollieren.

00:12:19: Nimm das nächste Mal wenn du spürst, Kurz das Tempo raus.

00:12:27: Atme durch und stelle dir die ganz einfache Frage, liegt das worüber ich mir gerade Sorgen mache auf meinem eigenen Amboss?

00:12:39: Wenn ja dann frage dich was dein nächster kleiner möglichster Schritt ist.

00:12:45: nimm den Hammer in die Hand und beginn zu schmieden.

00:12:50: wenn nein Wenn es zum Beispiel um das Verhalten anderer geht oder um verpasste Chancen, um das Wetter oder eine Konsequenz die du im Moment nicht abwenden kannst.

00:13:03: Dann erlaube dir die Haltung des Bauern einzunehmen.

00:13:07: Sage dir?

00:13:09: Ich weiß noch nicht was das bedeutet!

00:13:12: Ich beobachte's erst einmal ohne es zu bewerten als gut oder schlecht, als Unglück oder Glück.

00:13:24: Wir müssen also nicht rund um die Uhr, die perfekten Schöpfer unseres Schicksals sein.

00:13:29: Und wir müssen auch Nicht-Schicksalz ergeben in der Ecke sitzen!

00:13:34: Die Wahrheit liegt wieder mal dazwischen – ein leidenschaftlicher Schmied zu sein für die eigenen Entscheidungen und ein gelassener Bauer für alles was aus der Welt auf uns zuströmt…und wir noch nicht einordnen können.

00:13:58: Vielen Dank fürs Zuhören!

00:14:01: Welches Eisen liegt gerade auf deinem Ambus?

00:14:06: Und wo tut es vielleicht heute gut, den Bauern sprechen zu lassen?

00:14:14: Wasgut auf dich auf!

00:14:15: Bis zum nächsten Mal.

00:14:17: Tschüss!

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