Kindern gutes Feedback geben

Shownotes

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00:00:06: In der letzten Folge bin ich darauf eingegangen, wie wir Feedback als Anstoß zum Nachdenken nutzen können.

00:00:12: Und mein Podcast wäre nicht mein Podcast, wenn ich auch eine Folge machen würde in der es darum geht, wie Wir als Eltern oder Fürsorgende Kindern gutes Feedback geben könnten!

00:00:25: Also geht es in dieser Folge genau darum – Wie können wir die Erkenntnisse zum Feedback auf den Umgang mit unseren Kindern anwenden?

00:00:36: Denn Kinder brauchen viel mehr Feedback.

00:00:38: Ständig!

00:00:39: Sie kommen zu uns mit allem, was sie haben und sind Meister im Lesen von Stimmungen auch denen die wir gerne versteckt halten wollen.

00:00:49: Kennst du Situationen in denen Du von Kindern um Feedback gebeten wirst?

00:00:55: Wie reagierst Du dann?

00:00:58: Unser Feedback hat auf die Entwicklung der eigenen Glaubenssätze und den persönlichen Selbstdruck unglaublich viel Einfluss.

00:01:06: Je kleiner die Kinder desto mehr und nachhaltiger brauchen sie unser Feedback.

00:01:13: Aber auch Schulkinder und Jugendliche brauchen es!

00:01:16: Es ändert sich nur die Freiwilligkeit des Einholens, und die Sachzusammenhänge.

00:01:22: Gutes Feedback ist hier entscheidend für eine positive gesunde Entwicklung.

00:01:29: Es ist auch vom Alter abhängig – aber die Prinzipien ändern sich nicht.

00:01:35: Wahrnehmen?

00:01:37: Wirklich hin hören, hinschauen Zeit und Konzentration aufwenden.

00:01:44: Und dann wertschätzend, konkret und anwendungsbezogen Rückmeldung geben!

00:01:51: Das muss nicht eine Ewigkeit dauern – aber in dem Moment, indem wir einem Kind Feedback geben müssen wir präsent und im Moment sein.

00:02:02: Wenn wir das nicht können, dann hilft es dem Kind ehrlich zu sagen Ich würde dir gerne jetzt Gebühren aufmerksamkeit schenken, aber ich bin gerade mit dem Kochen beschäftigt oder mit der Arbeit.

00:02:20: Nachdem ich das fertig gemacht habe, nehme ich mir für dich Zeit!

00:02:32: Mir hilft es immer mit konkreten Beispielen zu arbeiten und zu verstehen was gutes- oder ungünstiges Feedback ist.

00:02:41: Daher hab' ich mir mal einige typische Situationen ausgesucht Je älter die Kinder werden, desto weniger Feedback fordern sie ein.

00:02:50: Aber sie brauchen es dennoch – als Leitplanke, als Orientierung, als Kompassjustierung!

00:02:58: Und genau darin liegt die Chance und die Herausforderung.

00:03:02: Denn Feedback ist nicht nur einfach ein Gut gemacht oder das ist aber schön.

00:03:08: Es ist eine Einladung zum Dialog Eine Möglichkeit unseren Kindern zu zeigen Ich sehe dich Ich nehme dich ernst, ich lade dich ein nachzudenken.

00:03:23: Und wie geht das jetzt konkret?

00:03:25: Wie geben wir denn nun Feedback, dass nicht nur kurzfristig ein Lächeln auslöst sondern langfristig Selbstvertrauen Neugier und Resilienz aufbaut?

00:03:37: Und dazu kommen jetzt die Beispiele!

00:03:40: Die sind sehr stilisiert aber ich habe gelernt, dass es leichter ist die Fehlschichtigkeit des Lebens an einem einfachen oder einem vereinfachenden Modell- oder Beispiel zu erklären.

00:03:55: Fange ich mal mit der ersten Situation an, ganz häufig.

00:04:01: Schau mal was ich gemalt habe!

00:04:04: Die typische Reaktion ist... Ach wie schön!

00:04:09: Idealerweise noch wären wir mit dem Handyscrollen oder das Abendessen vorbereiten oder irgendwas anderes tun und meistens sind wir einfach überfordert von dem bereits fünften Bild mit bunten Strichen drauf.

00:04:25: Aber was passiert hier?

00:04:27: Das Kind lernt, ich bekomme ein Lob wenn ich etwas vorzeige.

00:04:33: Egal wie viel Zeit ich investiert habe!

00:04:37: Nicht der Prozess die Freude am Schaffen und die Befriedigung der eigenen Leistung sondern die schnelle Belohnung wird das Ziel.

00:04:47: Es entwickelt eine Abhängigkeit von externer Bestätigung also wie einen Daumen hoch im Social Media Post Und wir als Eltern oder Fürsorgende fühlen uns vielleicht überfördert, weil wir das Gefühl haben jeden einzelnen Strich kommentieren zu müssen.

00:05:07: Was wäre jetzt eine alternative Reaktion?

00:05:12: Wow!

00:05:13: Ich sehe du hast hier ganz viele Kreise gemalt.

00:05:16: Diesen alle unterschiedlich groß?

00:05:18: Hast Du das mit Absicht gemacht?

00:05:21: Oder ist es einfach so entstanden?

00:05:24: Oder warum hast Du nur eine Farbe

00:05:27: genommen?!

00:05:29: Oder?

00:05:30: Wofür stehen die bunten

00:05:31: Striche?!

00:05:32: Ich sehe in dem Würfer drei kleine Häschen.

00:05:35: Du auch!

00:05:38: Was macht diese Rückmeldung anders?

00:05:42: Es ist eine Wahrnehmung statt einer Bewertung.

00:05:45: Du zeigst, du hast es dir angeschaut.

00:05:48: Du hast wirklich hingeschaut Qualität statt Quantität.

00:05:54: Du längst den Blick auf ein Detail Auf den Prozess oder die kreative Entscheidung.

00:06:03: Du stellst eine Frage statt einfach nur Lob zu geben.

00:06:07: Das Kind fängt an, über seinen eigenen Prozess nachzudenken!

00:06:12: Ich wollte ein Haus malen aber dann sind es Kreise geworden und du ermutigst das Kind zur Selbstreflektion.

00:06:20: Es lernt seine eigenen Entscheidungen zu hinterfragen eine Fähigkeit die später hilft mit Kritik umzugehen.

00:06:30: Der langfristige Effekt einer veränderten Reaktion Ist das das Kind ein gesundes Selbstwertgefühl entwickelt, dass nicht von beständiger Bestätigung abhängt?

00:06:42: Es versteht meine Ideen sind interessant auch wenn sie nicht perfekt sind.

00:06:49: Eine andere Situation an die ich mich gut erinnern kann.

00:06:53: Etwas was nicht funktioniert.

00:06:55: Zum Beispiel einen Turm der immer wieder umfällt.

00:06:58: Dover Turm!

00:06:59: Der fällt immer wieder Um!

00:07:03: Die typische Reaktion ist ach das ist doch nicht so schlimm.

00:07:06: versuch's nochmal.

00:07:08: Und wir denken vielleicht innerlich, warum ist mein Kind so schnell frustriert?

00:07:13: Warum sieht es nicht, dass die Steine schief sind?

00:07:16: Warum nimmt es sich nicht einfach mehr

00:07:18: Zeit?!

00:07:20: Was passiert hier?

00:07:22: Das Kind fühlt sich nicht verstanden.

00:07:24: Seine Frustration wird abgetan!

00:07:27: Es lernt, meine Gefühle sind nicht so wichtig und wir als Eltern- und Fürsorgende fühlen uns vielleicht hilflos weil wir nicht wissen wie wir es reparieren

00:07:37: sollen.".

00:07:39: Und im schlimmsten Fall, wenn wir eingreifen und helfen dann lernt es auch noch.

00:07:43: ich kann das gar nicht alleine.

00:07:47: Was sind also alternative Reaktionen?

00:07:52: Boah!

00:07:52: Ich sehe du bist richtig sauer dass dieser Turm immer wieder umfällt.

00:07:56: Das ist echt frustrierend.

00:07:58: Möchtest Du mir zeigen was Du bislang versucht hast.

00:08:01: Vielleicht finden wir gemeinsam eine Lösung.

00:08:05: Und was macht diese Rückmeldung jetzt anders?

00:08:08: Zum einen werden Emotionen validiert.

00:08:12: Du kannst zeigen, dass die Gefühle zugelassen werden.

00:08:17: Berechtigt sind!

00:08:19: Du lädst zur Zusammenarbeit ein.

00:08:22: Statt das Kind alleine zu lassen, bietest du an gemeinsam eine Lösung zu finden und auch hier betonst du wieder den Prozess.

00:08:31: Es geht nicht darum, daß der Turm steht sondern den Weg dorthin.

00:08:35: wie könntest du die Blöcke anders stapeln herauszufinden?

00:08:43: Der langfristige Effekt davon ist, dass das Kind lernt, dass Fehler und Rückschläge nun mal zum Lernen dazugehören.

00:08:51: Und dass es okay ist!

00:08:54: Es ist auch okay Hilfe zu suchen – und es entwickelt Durchhaltevermögen, weil es spürt.

00:09:00: ich bin nicht allein mit meinen Problemen.

00:09:07: Noch so eine typische Reaktion an die ich mich erinnern kann als meine Kinder klein waren isst?

00:09:13: Ich kann da's nicht….

00:09:16: oder auch NEIN, ICH KAN DA'S

00:09:18: NICHT!!!

00:09:19: Und dann haben wir auf den Eindruck, dass unsere Kinder aufgeben bevor sie es überhaupt versucht haben.

00:09:26: Sei es eine Aufgabe, eine Tätigkeit oder einen neuen Weg zu gehen!

00:09:32: Und das betrifft Kinder in allen Altersgruppen.

00:09:35: und die typische Reaktion ist doch du kannst das!

00:09:39: Versuch es einfach!

00:09:41: Weil wir glauben das Kind braucht Bestätigung.

00:09:45: Was passiert denn?

00:09:47: Das Kind fühlt sich nicht verstanden Seine Angst wird abgetan.

00:09:52: Es lernt, meine Sorgen sind nicht so wichtig und wir als Eltern- und Fürsorgende fühlen uns wiederum hilflos weil wir nicht wissen wie wir es motivieren sollen.

00:10:06: Und was können wir jetzt alternativ sagen?

00:10:08: Ich verstehe gut dass du dir das noch nicht zutraust.

00:10:11: Das ist okay!

00:10:12: Manchmal habe ich auch Angst etwas Neues auszuprobieren.

00:10:17: Gibt es etwas was dir helfen würde es dennoch zu versuchen?

00:10:22: Wovor hast du denn am meisten Angst?

00:10:25: Und was wäre der erste Schritt, es zu versuchen?

00:10:33: Was macht diese Rückmeldung anders?

00:10:37: Du validierst erst mal das Gefühl die Angst.

00:10:41: Du zeigst dass es okay ist Sorgen zu haben.

00:10:47: Du zerlegst die Angst in kleinere Schritte In machbare Aufgaben!

00:10:54: Du förders die Autonomie.

00:10:56: Du bietest Wahlmöglichkeiten an.

00:10:58: dein Kind kann selber entscheiden wie es weitermacht.

00:11:03: Und du bist ein Vorbild!

00:11:05: Du zeigst, dass auch Erwachsene manchmal sich unsicher fühlen oder Angst haben und das das in Ordnung ist.

00:11:12: Der langfristige Effekt davon ist?

00:11:15: Das Kind entwickelt selbst Vertrauen weil es spürt ich darf Fehler machen und ich darf um Hilfe bitten.

00:11:21: Und es ist okay wenn ich etwas nicht sofort perfekt kann.

00:11:27: Es lernt das Neues ausprobieren nicht bedrohlich ist sondern etwas was man lösen kann in kleinen Schritten.

00:11:37: Und je zunehmend älter die Kinder werden, die Probleme ändern sich ein wenig.

00:11:43: zum Beispiel das Computerspielen oder am Computer Zocken an der Spielkonsole sitzen oder am Handy Du zockst doch nur noch.

00:11:55: Es kommt die Zeit, in der sich Jugendliche aus dem Familienleben zurückziehen und in ihre Höhle gehen Oder sie hängen nur mit ihren Freundinnen ab oder spielen am Computer, oder in der Spielkonsole.

00:12:10: Und die typische Elternreaktion ist, hör auf den ganzen Tag am Computer zu hängen!

00:12:15: Geh doch mal raus!

00:12:17: Oder nimm doch mal bei uns an Abendessen teil... ...oder was auch immer man gerne als Erwachsene hätte.

00:12:26: Was passiert hier?

00:12:29: Die Jugendlichen fühlen sich bevor mundet und ziehen sich noch weiter zurück.

00:12:34: Sie lernen meine Eltern verstehen mich nicht Und wir als Eltern oder Fürsorgende fühlen uns ignoriert und werden vielleicht noch strenger.

00:12:44: Was können wir denn dann alternativ sagen?

00:12:48: Wir können unsere Beobachtung schildern!

00:12:51: Mir ist aufgefallen, du hast die letzte Woche mehr gezockt, als ich gearbeitet habe.

00:12:56: Gehst du gar nicht mehr mit deinen Freundinnen raus?

00:12:59: Liegt das etwas bestimmten oder hab' ich etwas nur falsch

00:13:03: mitbekommen?!

00:13:06: Was macht diese Rückmeldung denn anders?

00:13:09: Sie gibt eine Beobuchtung statt einen Vorwurf... Du beschreibst, was dir aufgefallen ist ohne es direkt zu verurteilen.

00:13:17: Du lädst zum Gespräch ein!

00:13:19: Die Jugendlichen können ihre Perspektive einbringen.

00:13:23: Ja aber meine Freunde sind eben alle online und in der Schule haben wir gar keine Zeit miteinander zu spielen.

00:13:32: Das Verständnis das du signalisierst ist dein Türöffner.

00:13:37: die Frage zeigt dass du dich für ihre Welt interessierst statt zu versuchen sie zu kontrollieren.

00:13:44: Jugendliche werden nicht immer positiv auf das Gesprächsangebot reagieren.

00:13:49: Egal, wie gut es ist!

00:13:52: Bei Schweigen oder Ablocken kannst du einfach noch dazu sagen – Alles klar!

00:13:57: Ich dachte nur ich frag mal nach Wenn Du darüber reden willst….

00:14:01: Ich bin da Und der Effekt isst Dass Deine Jugendlichen spüren dass Du da bist Ohne Druck Aber offen für ein Gespräch Und wenn abwehr kommt Ja und Was geht dich das an?

00:14:18: Dann kannst du auch ganz einfach antworten.

00:14:21: Naja, ich mach mir einfach Gedanken weil ich nicht will dass Du Dich isolierst aber Ich will Dich Nicht bedrängen!

00:14:29: Ich wollte nur wissen wie Du Das siehst.

00:14:33: Auch hier ist der Effekt Dass die Jugendlichen merken dass es dir um Verständnis Geht und nicht Um Kontrolle.

00:14:42: Und wenn eine ehrliche Antwort Kommen Sollte Wie Ja Aber Meine Freunde sind alle online Dann kannst du nachfragen.

00:14:51: Oh, dann spielt ihr also gemeinsam!

00:14:53: Was spielt dir denn aktuell?

00:14:57: Und hier merken die Jugendlichen, dass es dir ums Verständnis geht und wiederum nicht um Kontrolle.

00:15:07: Der langfristige Effekt ist in allen Fällen... ...die Jugendlichen lernen das ihre Handlungen Wirkung haben….

00:15:15: …und auch ihre Nichthandlungen.

00:15:17: Aber sie lernen auch, dass sie Selbstverantwortung für ihr Sozialleben haben – und sich spüren.

00:15:24: Meine Eltern sehen mich und sie urteilen nicht voreilig.

00:15:29: Sie sind interessiert daran, was ich tue Und das ist immer ein Türöffner.

00:15:37: Ich möchte dich ermutigen wenn du Feedback für Jugendliche oder Kinder gibst Dass Du Dich Immer fragst.

00:15:46: habe ich wirklich hingeschaut?

00:15:48: Habe ich es wirklich wahrgenommen?

00:15:52: Hab' ich mein Kind ernst genommen Mit all seinen Gefühlen?

00:15:57: dürfen die Gefühle so wie sie das Kind empfindet, ausgedrückt werden.

00:16:04: Und habe ich zum Nachdenken angeregt statt nur zu bewerten und habe ich Raum gegeben um selbst Lösungen zu finden?

00:16:16: aber das Wichtigste ist Feedback ist kein Urteil.

00:16:21: es ist immer eine Einladung eine Einladung das Kind zusehen den Jugendlichen zu sehen und nicht nur das Verhalten.

00:16:31: eine Ein Ladung gemeinsam zur wachsen und eine Einladung uns selbst zu erinnern, auch wir sind nicht perfekt.

00:16:40: Aber – Wir sind präsent!

00:16:43: Und genau darin liegt die Magie.

00:16:45: Wir müssen nicht sofort immer eine Antwort parat haben.

00:16:49: Manchmal reicht es den Ball ins Rollen zu bringen mit einer Beobachtung oder einer Frage aber vor allem mit ehrlichem Interesse am anderen Denn am Ende geht es nicht darum, dass unsere Kinder sofort alles richtig machen.

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