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Shownotes

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00:00:06: In den letzten beiden Folgen habe ich über das Johari-Fenster gesprochen und darüber, wie Feedback unseren blinden Fleck verkleinern kann.

00:00:14: Und um das Thema Feedback geht es auch in dieser Folge.

00:00:18: Dieses Mal geht es mir vor allen Dingen um das Geben von Feedback – das machen wir eigentlich ständig!

00:00:24: Wir geben anderen Rückmeldungen was uns gefällt und was uns nicht gefällt.

00:00:29: Das kann hilfreich für die Anderen sein oder unangenehm Aber mir geht es heute um eine Art von Feedback, die eine Aktion oder Äußerung des anderen reflektiert, strukturiert und inhaltlich wertschätzend und konstruktiv die Vortragsweise bewertet.

00:00:48: Und damit dem Empfänger des Feedbacks weiterhilft – wirklich weiterhilfe.

00:00:55: Ein Feedback das Raum gibt zum Verändern!

00:01:00: Ich bin Perfektionist.

00:01:07: Und auch wenn ich schwer daran arbeite, oftmals fünf gerade sein zu lassen fällt mir immer wieder alles auf was die Illusion von Perfktion stört!

00:01:20: Meiner beruflichen Tätigkeit kommt das zugute denn wir fallen die Dinge sofort auf wenn sie nicht unseren Qualitätsstandards der Kommunikation entsprechen.

00:01:30: aber dieses Auffallen in eine wertschätzende konstruktive Rückmeldung zu verpacken Das ist echt schwierig.

00:01:38: Gerade weil ich weiß, wie ungern Ich gesagt bekomme Dass etwas nicht perfekt war.

00:01:46: Und noch schwieriger wird es dann für mich Wenn ich Feedback geben soll oder will und ich das Handwerk des anderen Nicht so gut kann.

00:01:59: Neulich sollte ich einem wahren Meister seines Fachs Feedback zu einem Impulsvortrag geben.

00:02:08: Ich fühle mich überfordert.

00:02:10: Natürlich waren mir mehrere Dinge aufgefallen, perfekte Tonalität, gute Präsenz, klare Wortwahl – keine Füllwörter!

00:02:20: Doch das alles wurde überlagert von der Erkenntnis des Inhaltesvortrags und die Einführung des Vortrages mich überfordernte.

00:02:31: Der Vortragende hatte über ein Erlebnis gesprochen, dass er selbst hatte als er Feedback geben sollte.

00:02:39: Oh Wunder!

00:02:40: Er war hinterher auch von Selbstzweifeln geplagt.

00:02:44: Ich konnte der Erzählung selbst gut folgen, aber ich hatte Schwierigkeiten sie einzubinden in die Aufgabe eines Impulsvortrages und seine inhaltlichen Hauptpunkte waren eine Reihe von Fragen, die er sich gestellt hatte – alle betrafen Punkte, die wertvolle Speedback beinhalten

00:03:05: sollte.".

00:03:06: Und es waren so viele und er brachte sie so schnell hintereinander, dass ich sie weder mitschreiben konnte noch mit meinen Gedanken hinterherkam die Dragweite dieser Fragen oder deren Antworten zu verstehen.

00:03:22: Gutes Feedback ist etwas das einem oft erst später meist viele Tage später einfällt aber Ich war kurz nach dem Vortrag gefordert das Feedback zu geben und ich fühlte mich wirklich überfordert.

00:03:38: Mein Feedback war ehrlich, aber unfertig.

00:03:41: Ich habe versucht genau diesen Zustand zu spiegeln – ich sagte das es mir schwerfällt weil der Vortrag noch in mir arbeitet!

00:03:49: Dass sich ihnen nicht einordnen kann, dass die vielen Fragen am Flipchart mich überfordert haben….

00:03:55: Ich habe meine eigene Unsicherheit benannt.

00:03:58: Vielleicht war das das ehrlichste was ich tun konnte ….

00:04:02: Aber ich fand keine guten Worte dafür….

00:04:05: Denn ich war noch zu sehr mit den Fragen beschäftigt, die da an dem Flipchart standen.

00:04:12: Seine Geschichte im Impulsvertrag hatte ein schönes Ende!

00:04:17: Er hatte von der Person, die er Feedback gegeben hat wo er so Zweifel hatte, Dank erhalten für gutes nachvollziehbares Feedback.

00:04:26: Aber meine Geschichte hatte noch kein Ende weil seine Fragen noch in mir weiter lebten und meine Fragen blieben.

00:04:33: War mein gegebenes Feedback wertschätzend hilfreich?

00:04:37: und konkret genug, hatte ich die Stärken ausgleichend bewertet zu den Schwächen, die ich wahrgenommen habe.

00:04:45: Durfte ich mir überhaupt anmaßen so etwas zu sagen oder zu kritisieren?

00:04:49: Denn ich wäre ja niemals besser gewesen!

00:04:52: Und plötzlich war ich mittendrin in diesem Kreislauf aus Zweifeln... ...und bei all dem arbeiteten seine Fragen in mir weiter.

00:05:04: Es sind jetzt Tage vergangen und die Fragen sind immer noch da und beschäftigen mich.

00:05:10: Und mir wurde klar Unbeantwortete Fragen wirken nach, länger als alle Informationen die Häppchenweise schön verpackt mit fertigen Antworten daherkommen.

00:05:22: Und dann dachte ich wie wäre es wenn du Feedback nicht nur als Sachaussage gibst sondern mit Fragen versiehst?

00:05:32: In meiner Theorie ist das viel intensiver als das Feedback das nur Tatsachen beschreibt!

00:05:38: Denn die offenen Fragen aus dem Impulsvortrag haben mich berührt weil sie mich zum Nachdenken gezwungen haben.

00:05:47: Sie haben mir meine eigenen Zweifel gespiegelt, ist mein Feedback gut genug?

00:05:52: Bin ich kompetent genug?

00:05:55: Sie waren also ein Spiegel und ich sah mich selbst darin!

00:06:00: Und vielleicht ist das auch ein wichtiger Punkt.

00:06:04: Wir wollen konstruktives Feedback geben.

00:06:07: wir wollen ja nicht nur eine Bewertung machen sondern einen Anstoß zum nachdenken geben.

00:06:14: Das ist manchmal unbequem für denjenigen, der das Feedback gibt und für den, der dass Feedback erhält.

00:06:23: Aber vielleicht ist genau das eben der Wert davon!

00:06:27: Dass Feedback dich bewegt, dass es dich zum Reflektieren bringt, dass dir zeigt wo du noch wachsen kannst und wo du dir selbst im Weg stehst.

00:06:41: In meiner Auseinandersetzung mit dem Gedanken zum Feedback fiel mir dann eine Fabel ein.

00:06:47: Diese Fabel wird einmal Aesop zugeschrieben oder Nasseradin Hodja, dem weißen Narren.

00:06:54: Aber egal von wem sie stammt – sie geht so!

00:06:57: Ein alter Mann und sein Sohn führen einen Esel zur Markt.

00:07:03: Sie gehen zu Fuß neben dem Esel her Und die Passanten den sie begegnen spotten Wie dumm ihr seid.

00:07:10: Ihr habt doch einen Ezel aber ihr geht zu Fuß?

00:07:14: Also setzt der Mann seinen Sohn auf den Esel.

00:07:18: Doch dann schimpfen die Nächsten, was für ein fauler Junge!

00:07:21: Der lässt sein alten Vater laufen.

00:07:25: Also steigt er Sohn ab und der Vater setzt sich auf den Esel.

00:07:29: Prommt kommt der nächste Vorwurf – wie herzlos der alte Mann reitet und das arme Kind muss laufen?

00:07:37: Also setzen sie sich beide auf den ESEL.

00:07:42: Aber jetzt sind Sie Tierquäle weil das Arme-Tier das ganze Gewicht tragen muss.

00:07:50: Am Ende tragen sie beide den Esel und werden Brüderum verlacht für ihre Torheit, dass sie das Tier tragen.

00:08:01: Die Fabel wird oft erzählt um zu demonstrieren, dass man es nie allen recht machen kann aber ich blieb plötzlich an einer anderen Frage hängen.

00:08:14: Warum fühlten sich die Passanten überhaupt berufen etwas dazu zu sagen?

00:08:20: Sie begegnen jemanden auf der Straße und sie fühlen sich bemüßigt, Kommentare dazu abzugeben?

00:08:27: Und der Vater und der Sohn, sie reagieren auf diese Rückmeldung.

00:08:31: Sie passen sich jedes Mal an!

00:08:35: In dieser Farbe steckt also so viel mehr als nur die Erzählung, dass es immer einen geben wird, der meckert.

00:08:44: Verborgen in der Geschichte über die Unmöglichkeit des allen Recht zu machen ist also das Bedürfnis der Menschen andere zu bewerten und zu korrigieren Und der unreflektierte Umgang mit Feedback und was er mit uns macht?

00:09:00: Ich erkenne auch, es ist gar nicht problematisch Feedback zu bekommen um seinen blinden Fleck zu beleuchten.

00:09:08: Denn Menschen kommentieren fast alles!

00:09:11: Aber warum tun sie

00:09:12: das?!

00:09:14: Vielleicht weil Sie sich unsicher fühlen und durch das Kommentieren der anderen Sicherheit gewinnen oder Sie Ordnung in eine unübersichtliche Welt bringen wollen.

00:09:29: Vielleicht glauben sie aber auch, dass sie es besser wissen oder vielleicht weil sie als soziale Wesen mit anderen in Kontakt kommen wollen?

00:09:39: Sie suchen eine Verbindung und kommentiert erfreut was sie anspricht – und eben auch was sie als trennend empfinden!

00:09:47: Und im besten Fall wollen sie erreichen das das Trennende verschwindet und eine Verbindung möglich wird.

00:09:59: Bei der Betrachtung der Fabel wurde mir klar, die Passanten haben den Esel eben nicht als Tier gesehen sondern als Projektion ihrer eigenen Vorstellung von richtig und falsch.

00:10:12: Und das haben sie dann kommentiert sogar auch mit der Erwartung dass ihr gegenüber es umsetzt!

00:10:19: In der klassischen Version der Fabels reagieren Vater und Sohn jedes Mal auf das Kommentar Sie verändern Ihr Verhalten Objektive Wahrheiten wären.

00:10:33: Das ist ja oft so, wenn wir Feedback erhalten.

00:10:36: Instinktiv reagieren wir mit Anpassung!

00:10:39: Denn auch Wir sind soziale Wesen und wir wollen dass das Trennende verschwindet.

00:10:46: Aber ist es wirklich so hilfreich?

00:10:50: Ich habe mich gefragt was wäre passiert, Wenn Vater und Sohn das erste Kommentar einfach schon als das gesehen hätten was Es war die Meinung eines anderen Menschen.

00:11:04: Stell dir vor, Vater und Sohn hätten so reagiert.

00:11:09: Erster Schritt Die Wahrnehmung ohne Bewertung.

00:11:13: Ah!

00:11:14: Da ist jemand der denkt wir sollten auf dem Esel reiten?

00:11:17: Das ja interessant.

00:11:19: Danke für das Teilen deiner Wahrneemungen.

00:11:22: Keine sofortige Umsetzung Keine Urteilsverzug keine Anpassung Nur die Feststellung dass da eine Meinung im Raum steht.

00:11:32: Zweiter Schritt Kurze Reflexion.

00:11:35: Betrifft uns diese Meinung?

00:11:37: Hm, interessant.

00:11:39: Reiten wir jetzt deswegen?

00:11:41: Nein!

00:11:41: Wir gehen einfach weiter weil wir beschlossen haben dass wir lieber mit dem Esel

00:11:46: gehen.".

00:11:47: Das ist eine bewusste Entscheidung die Meinung nicht zu personalisieren.

00:11:52: Der dritte Schritt?

00:11:53: Ablegen was nicht relevant ist.

00:11:55: Das ist Ihre Sicht – Nicht unsere.

00:11:59: Wir müssen nichts ändern.

00:12:02: Kein innerer Kampf kein.

00:12:03: Was aber wenn der Recht hätte sondern ein klares Vielen Dank ist nicht unsere Baustelle.

00:12:12: In diesem Szenario verlieren dann diese Kommentare ihre Macht, die Passanten werden zu Statisten in der eigenen Geschichte und nicht zu richtern deren Urteile es zu folgen gibt.

00:12:25: Kein ständiges Hin- und Her!

00:12:27: Kein Esel tragen.

00:12:28: keine Selbstzweifel kein.

00:12:30: sind wir wirklich dumm faul oder herzlos?

00:12:34: Nur das ist Ihre Meinung nicht unser Problem.

00:12:39: Dann wäre die Geschichte Ein Beispiel für emotionale Autonomie in Reihenform.

00:12:48: Aber es geht ja hier ums Feedback geben und auch die Passanten auf der Straße hätten reflektierte Handeln können, zum Beispiel hätten sie Fragen stellen können.

00:12:58: Warum nutzt ihr den Esel nicht als Reithier?

00:13:01: Warum geht ihr nebenher?

00:13:04: Diese Frage hätte den Prozess der Reflektion ausgelöst.

00:13:08: Vater und Sohn hätten beim Nachdenken über die Antwort vielleicht etwas Wichtiges, über ihre eigene Entscheidung mit dem Esel zu gehen erfahren.

00:13:27: Feedback braucht immer mindestens zwei.

00:13:30: Einen der sieht, wahrnimmt – vielleicht bewertet und dann aber rückmeldet?

00:13:36: Und der andere, der das Feedback hört verarbeitet und reagiert.

00:13:42: Mindestens aber darüber nachdenkt!

00:13:47: Die Passanten, die dem Vater und dem Sohn Feedback gaben sprachen das aus was der Anblick bei ihnen berührte.

00:13:55: Was ich daraus lerne?

00:13:57: Feedback ist kein Urteil!

00:13:59: Es ist eine Einladung.

00:14:01: es geht nicht darum das Feedback zu erfüllen oder zu widerlegen sondern es geht darum Feedback als Anschluss anzunehmen darüber nachzudenken was der andere wahrgenommen hat und herauszufinden ob man das annimmt und etwas ändert oder ob es eben etwas ist, was andere denken aber selbst keine Reaktion erfordert.

00:14:27: Die zweite Erkenntnis?

00:14:29: Ist das Fragen mächtiger sind als Aussagen!

00:14:32: Eine Aussage wie Dein Vortrag hat mich überfordert weil ich ihn nicht einordnen konnte und ich nicht verstanden habe was sich mit den vielen Fragen machen sollte kannst du hören abhaken oder ablehn.

00:14:47: Aber die Frage, wieso hast du dich entschieden keine Einordnung oder Anbindung deines Impulsvertrages vorzugeben?

00:14:55: Zwingt dich in dich selbst zu schauen!

00:14:58: Und das kann unangenehm sein.

00:15:01: Aber auch befreiend.

00:15:04: und meine dritte Erkenntnis ist es ist okay wenn Fragen offen bleiben.

00:15:10: In der Geschichte des Impulsvortrags hat der Sprecher ja seine Antwort gefunden aber ich bin noch auf dem Weg.

00:15:17: Ich glaube, das ist ganz gut so.

00:15:20: Denn es führt mich erstens zu dieser Podcast-Folge.

00:15:23: und zweitens lehrt es mich tiefer nachzudenken!

00:15:28: Und wer weiß welche Folgen daraus noch entstehen?

00:15:33: Es geht also gar nicht darum alle Fragen sofort beantworten zu müssen sondern vielleicht sie auszuhalten ein Stück weit – zu spüren dass Sie in mir arbeiten und zuzulassen, dass Sie dadurch etwas verändern.

00:15:52: Vielleicht ist die eigentliche Lehre eben nicht, dass man es nie allen recht machen kann.

00:15:58: Sondern eben die, das die Meinungen der anderen oft mehr über sie selbst aussagen als über uns.

00:16:07: und vielleicht können wir lernen Sie anzuhören ohne uns über sie definieren zu lassen.

00:16:16: Vater und Sohn hätten immer sagen können vielen Dank für Deine Meinung!

00:16:21: Und wären weitergegangen.

00:16:23: Ohne den Esel zu reiten ohne den Esel zu tragen, ohne sich selbst zu verlieren.

00:16:34: Und das ist das Fazit dieser Folge!

00:16:37: Feedback geben heißt nicht Antworten zu liefern sondern Impulse zu setzen und manchmal können dazu Fragen einen besseren Dienst leisten weil sie uns bewegen und Fragen deren Antwortsuche uns und die anderen weiterbringt sind vielleicht das bessere Feedback.

00:17:01: Deshalb gebe ich die folgende Frage für die Woche mit.

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