Das Johari-Fenster

Shownotes

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00:00:06: Schön, dass du wieder eingeschaltet hast.

00:00:08: In den letzten beiden Folgen hatte ich über die Stille als Stilmittel gesprochen.

00:00:13: Inspiriert waren die Folgen durch die Glocke des Füllwortzählers und der Erkenntnis, das diese Rückmeldung zu verwendeten Füllwörtern ein wichtiger Schritt ist sich der eigenen Nutzung von Füllwirtern auf die Spur zu kommen und damit eine Chance zu bekommen es zu ändern – und vielleicht stattdessen eben zu schweigen und Stille zu nutzen!

00:00:37: Heute nehme ich dich noch einmal mit zurück in den Firmenclub Klartexten, denn der war in letzter Zeit sehr inspirierend für mich.

00:00:46: In unserem Firmenklub Klartexten treffen wir uns regelmäßig um über Kommunikation Feedback und wie der Name schon sagt Klarheit zu sprechen!

00:00:57: In einem der letzten Treffen hatte eine Kollegin einen Impuls geteilt, der mich seitdem nicht mehr loslässt.

00:01:13: In ihrem Vortrag ging es um ein Modell aus den Fünfzigerjahren, das seine Aktualität nie eingebüßt hat.

00:01:19: Das Johari-Fenster Das Joharri Fenster ist ein grafisches Modell Aus der Sozialpsychologie.

00:01:27: Und woher kommt der Name?

00:01:29: Johari setzt sich aus dem Vornamen der beiden Psychologen zusammen die es entwickelt haben Josef Luft und Harrington Ingham.

00:01:42: Diesen Teil musste ich aber selbst recherchieren, denn wenn ich es mal gewusst habe dann hatte ich diese Informationen auf jeden Fall schon wieder vergessen.

00:01:51: Und was haben die beiden jetzt beschrieben?

00:01:54: Stell dir einfach mal so ein altes Sprossenfenster vor – ein großes Quadrat unterteilt in vier kleine Quadrate!

00:02:02: Nur schaut man eben durch das Johari-Fenster nicht nach draußen ….

00:02:06: Man schaut nach drinnen… oder genauer gesagt, man schaut mit dem Johari Fenster auf sich selbst und wie wir mit uns und anderen in Kontakt treten.

00:02:17: Das Johari-Fenster hilft die Unterschiede zwischen Selbstwahrnehmung, also wie ich mich selbst sehe – und Fremdwahrnähmungen, wie mich die Anderen sehen zu illustrieren.

00:02:29: Es soll in Gruppen die Zusammenarbeit verbessern und die persönliche Entwicklung durch Feedback fördern.

00:02:37: In diesem Fenster wird das Wissen über eine Person in vier Sekmente aufgeteilt Die öffentliche Person.

00:02:47: Das umfasst alles, was mir selbst und anderen über mich bekannt ist.

00:02:52: Zum Beispiel meinen Verhalten oder meine äußeren Merkmale.

00:02:56: Ich trage eine Brille ich spreche sehr laut Der blinde Fleck.

00:03:03: das sind die Verhaltensweisen oder Merkmalen Die andere an mir wahrnehmen, die ich aber selbst an mir nicht erkenne zum Beispiel ein Tick mein Tonfall unbewusste Haltungen Gedankliche Füllwörter.

00:03:20: Das dritte Segment sind meine Geheimnisse, das ist meine Fassade!

00:03:26: Hier liegen die Dinge, die ich nur über mich selbst weiß und vor anderen vielleicht noch verberge oder aber ganz bewusst geheim halte.

00:03:38: hier liegen meine Ängste, meine Absichten und manche privaten Details.

00:03:43: Und das vierte und letzte Segment ist das Unbekannte.

00:03:47: Das sind Dinge, die weder ich über mich weiß noch andere über mich wissen – das sind verborgene Talente oder unterbewusste Prozesse.

00:03:59: In der Kommunikation und in der Teamentwicklung soll durch gezieltes Feedback- und Gespräche dieser öffentliche Bereich die Arena also das was das geteilte Wissen ist, vergrößert werden!

00:04:14: Wer Feedback einholt, verringert seinen blinden Fleck.

00:04:18: Wer mehr über sich preis gibt, gibt anderen die Möglichkeit das gemeinsame Wissen über Gefühle und Absichten zu vergrößern.

00:04:27: Der Hintergrund ist einfach!

00:04:29: Je größer der öffentliche Bereich ist, desto transparenter und effizienter wird die Zusammenarbeit.

00:04:36: Es verhindert Missverständnisse und erleichtert gegenseitiges Verständnis.

00:04:42: In unserer Klartextenrunde wurde mir klar Wir glauben oft, wir wüssten genau wie wir wirken.

00:04:49: Aber die Wahrheit ist – wir alle haben einen blinden Fleck!

00:04:53: Wer viel größer ist als uns lieb ist?

00:04:58: Das Ziel einer gesunden Kommunikation ist es, die Arena zu vergrößern.

00:05:04: Thema im Firmenclub war Feedback zu geben um den blinden fleck zu verkleinern.

00:05:12: Und warum bewegt mich das jetzt so?

00:05:14: Warum sollte dich das

00:05:16: interessieren?!

00:05:18: Was in Kommunikations- und Team Trainings eingesetzt wird, kann uns auch privat helfen.

00:05:25: Und daher mache ich dir Mut, dich in der Arena mehr zu zeigen!

00:05:31: Warum?

00:05:33: Weil Kommunikation in der arena am wenigsten Energie kostet.

00:05:37: Wenn ich keine Fassade aufrechterhalten muss und mein Blinderfleck klein ist Dann gibt es weniger Missverständnisse.

00:05:45: Ich gebe Menschen gerade im engen Umfeld die Option, mich besser zu verstehen und Gründe für Entscheidungen nachzuvollziehen.

00:05:55: Bleibt jetzt also die Frage – wie vergrößern wir dieses Feld?

00:06:00: Wie schaffen wir es mehr in die Arena zu gehen?

00:06:05: Es gibt dazu zwei Wege!

00:06:07: Wir erlauben anderen in unsere Karten zu schauen und offenbaren etwas über uns selbst was bisher nur wir wussten.

00:06:17: Wir fragen anderen nach ihrem Feedback, damit wir unseren Blindenfleck verkleinern können.

00:06:45: Und der andere Teil der Kritiker sagt, ha!

00:07:01: Frag doch nur.

00:07:02: Die werden bestätigen, dass ich Recht

00:07:04: habe.".

00:07:06: So oder so das gezielte Fragen nach Feedback fällt oft schwer.

00:07:12: Im Firmenclub Klartexten haben wir deshalb automatisch die Rollen der Feedbackgeber vergeben.

00:07:19: Für jede Stegreifrede, die gehalten wird gibt es auch immer jemandem, der den Auftrag hat ganz gezielt Feedback zu geben.

00:07:28: So kommt jeder einmal dran entweder zum Reden oder zum Feedback geben.

00:07:35: Das macht es zu etwas Normalem, etwas Gewohntem aber im privaten Umfeld jemandem nach seinem Feedback zu fragen das ist schon eine sehr große Hürde.

00:07:46: dennoch lohnt es sich denn auch im privamen Bereich profitieren wir davon wenn die uns nahestehenden Personen viel gemeinsames Wissen über uns haben und Wir persönlich profitieren davon, wenn unser Blinderfleck möglichst klein ist.

00:08:09: Aber das gemeinsame Wissen aufzubauen bedeutet eben, Wissen von sich selber preiszugeben!

00:08:17: Und das fühlt sich an als würde man die Tore seiner sicheren Festung öffnen.

00:08:23: und gleichzeitig ist es Einholen von Feedback auch immer die Gefahr dass man etwas hört was man nicht hören möchte etwas, was unangenehm sein könnte.

00:08:35: Wir haben also ein paar Hürden aber wir müssen ja auch nicht jedem alles und sofort mit allen teilen!

00:08:44: Wir können an einer Stelle anfangen, an der wir uns sicher fühlen – einer guten Freundin unserem Partner und können etwas mit ihm teilen und damit eine kleine emotionale Denübung machen.

00:09:01: Folgende Übung kann dabei helfen Suche dir eine Person, der du vertraust.

00:09:10: Stelle eine ganz spezifische Frage zu deinem Verhalten!

00:09:14: Also nicht generell wie findest Du mich?

00:09:18: Sondern was ist eine Eigenart von mir die Dir auffällt wenn wir eine Meinungsverschiedenheit haben?

00:09:27: Das entscheidende ist der emotionale Fokus.

00:09:30: Achte auf deinen Impuls wenn die Antwort kommt.

00:09:35: Vielleicht ist es der Impuls dich zurechtwertigen?

00:09:39: Ja, aber das mache ich ja nur weil... Stopp!

00:09:42: Dehnet in Moment des Schweigens aus.

00:09:46: Atme und sage nur Danke für deine Wahrnehmung.

00:09:50: Danke dass du mir Feedback gibst.

00:09:53: Mehr nicht.

00:09:55: Das Licht, das Du gerade in dein blinden Fleck hast scheinen lassen, das braucht eine Zeit um nicht mehr zu blenden.

00:10:03: Du kannst darauf vertrauen, daß Dich das Gesagte verfolgt und Du darüber nachdenken wirst.

00:10:11: Das ist nichts Schlimmes, aber es gibt dir die Zeit es zu verarbeiten.

00:10:16: Es abzuprüfen und so schauen ob es wirklich so schlimm ist was dir gesagt wurde Und vielleicht kommst du dann zu dem Punkt die Arena zu betreten.

00:10:28: Du gibst etwas von dir gegenüber der anderen Person preis Vielleicht das Gefühl dass dich zu den beschriebenen Verhalten in einer Meinungsverschiedenheit führt.

00:10:41: Vielleicht ist es eine Absicht oder eine Überzeugung, der du folgst wenn du etwas tust was andere wahrnehmen.

00:10:49: Und dann kannst Du in der nächsten Übung Folgendes machen Ich habe Angst dass ich von Dir nicht ernst genommen werde Wenn ich nicht sofort einer Antwort parat habe und daher antworte ich so hart und schnell!

00:11:07: Aus dieser Übung ein offenes Gespräch, das deine Kommunikation mit den anderen Personen verbessert und euch in der nächsten Meinungsverschiedenheit hilft besser damit umzugehen.

00:11:26: Ich beobachte oft dass wir am Alltag viel Energie darauf verwenden die Fassade zu polieren.

00:11:31: Wir wollen kompetent, gelassen, fehlerfrei wirken Doch die wahre Verbindung mit anderen Menschen entsteht oft erst dann wenn wir ein Stück der Fassada einreißen lassen wenn sie Risse bekommt.

00:11:46: Im Firmklub ist deshalb die Aufgabe der Füllwurzählerin oder des Füllworzählers, die von mir am meisten geschätzte und die aber am meisten anspruchsvolle Aufgabe.

00:11:59: Denn es ist unangenehm gesagt zu bekommen wie oft wir Füll-Wörter verwenden – oder andere gedankliche Krücken!

00:12:07: Wie oft wir ähm... oder äh... verwenden?

00:12:13: Aber diese Rückmeldung hilft uns besser und flüssiger zu sprechen, weil wir daran arbeiten können die Füllwörter wegzulassen – und gegebenenfalls eben durch Stille zu ersetzen.

00:12:23: Im Firmklub hat also diese Position genau den Effekt, den blinden Fleck zu minimieren!

00:12:32: Und wenn wir unsere eigenen Gefühle mit anderen teilen, dann wird unsere Fassade ebenfalls kleiner und unserer Arena größer — und wir können uns wirklich begegnen.

00:12:43: Das Smartphone von dem ich in ein paar Folgen gesprochen habe, ist übrigens eine perfekte moderne Fassade.

00:12:51: Es erlaubt uns nur das zu zeigen was gefiltert ist – im wahrsten Sinne des Wortes in meisten Fällen!

00:12:58: Das Johari-Fenster lädt uns ein diese Filter wegzulassen.

00:13:02: Es ist ein Fenster voller Möglichkeiten.

00:13:06: Das Schöne am Joharifenster ist es nicht statisch.

00:13:11: Du hältst den Fenstergriff in der Hand und entscheidest Welche der Sprossen du verschiebst, welches der Fenster du verkleinerst oder vergrößerst und in welchem Rahmen Du etwas in die Arena geben möchtest?

00:13:29: Oder Du etwas von deinem blinden Fleck verkleinern möchtes.

00:13:35: Es fängt wieder damit an sich bewusst zu werden dass die Lösung darin liegt mit anderen in Kontakt zu treten.

00:13:45: Ich mach Dir Mut einfach mal in der nächsten Woche darauf zu achten, mit wem Du die Arena vergrößern möchtest und von wem du Dich traust Feedback zu bekommen um Dein blinden Fleck zu verkleinern.

00:14:00: Vielen Dank fürs Einschalten!

00:14:02: Bis zur nächsten Folge Tschüss.

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