Die Kraft der Stille

Shownotes

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00:00:06: Schön, dass du wieder eingeschaltet hast.

00:00:09: Heute setze ich meine Folge zur Stille fort.

00:00:12: In der letzten Folge habe ich über Füllwörter gesprochen Warum wir sie einsetzen?

00:00:17: Was Sie bedeuten und wie wir sie ersetzen können Zum Beispiel durch eine bedeutungsvolle Stille Um uns Zeit zu geben die Gedanken nochmal zu ordnen Ein Lückenbüßer.

00:00:51: Du kannst Stille als ganz klares Werkzeug einsetzen, denn Stille ist nicht nur das Vermeiden von Füllwörtern – es ist auch ein eigenes rhetorisches Stilmittel!

00:01:05: Nach einer Frage erzeugt es Spannung.

00:01:10: Insbesondere wenn du eine rhetorische Frage stellst.

00:01:13: Haben wir das nicht alle schon einmal erlebt?

00:01:19: Vor einer wichtigen Aussage.

00:01:21: und jetzt komme ich zu dem entscheidenden Punkt Es weckt Neugierde, es lenkt den Fokus auf das kommende und steigert die Erwartungshaltung.

00:01:35: Nach einem sehr komplexen Gedankengang gibt Stille dem Publikum Zeit zur Verarbeitung und Reflexion – und an einem Satzende.

00:01:45: strukturiert ist damit den Vortrag und trennt logische Sinnabschnitte.

00:01:51: Bei emotionalen Höhepunkten wirkt Stille authentischer und eindringlicher als jedes gesprochene Wort!

00:02:03: Als Reaktion auf Zwischenrufe oder Störungen kann Stille bewusst eingesetzt, den Raum zur Aufmerksamkeit zwingen und strahlt dann nonverbale Führung als überlegende Ruhe aus.

00:02:22: In einem Gespräch mit einem Vielredner kann die Stille die Aufmerksamkeit wieder zurückholen – jemand spricht besonders viel und spürt er bekommt keine Antworten mehr!

00:02:36: keine Bestätigung, dass der andere noch da ist.

00:02:39: Und oft passiert dann, hören Sie mir eigentlich zu?

00:02:44: Ja!

00:02:45: Ich habe sie nur ausreden lassen und die Aufmerksamkeit ist wieder zurück bei demjenigen, der eigentlich was sagen

00:02:54: sollte.".

00:02:57: Du kannst stille also als ganz bewusstes rhetorisches Stilmittel einsetzen nicht nur um Füllwörter zu vermeiden sondern um deinen Worten insgesamt mehr Gewicht zu verleihen.

00:03:12: Aber kommen wir jetzt wieder zurück zu den Füllwörtern und was gut hilft, um sie zu vermeiden?

00:03:20: Als allererstes steht wieder Bewusstsein vor Veränderung!

00:03:25: Du kannst nicht mit etwas aufhören wenn du nicht bemerkst dass du es tust.

00:03:30: Deshalb ist der erste Schritt nicht Disziplin sondern Aufmerksamkeit.

00:03:36: fang an dir zuzuhören im Gespräch am Telefon, wenn du jemanden etwas erklärst.

00:03:44: Nicht mit Strenge!

00:03:46: Nicht um die Fehler zu finden sondern aus Interesse.

00:03:51: Um zu sehen wie du wirklich sprichst.

00:03:56: Zweitens Bring Sätze wirklich zu Ende.

00:04:01: Viele Füllwörter entstehen weil wir einen Satz anfangen bevor wir wissen wie er enden soll und dann kommt also ich meine Ähm, als Lückenbüßer.

00:04:18: Stille gibt dir hier die Möglichkeit deinen Gedanken zuerst zu sortieren und ihn dann zu sprechen!

00:04:25: Du wirkst dann überlegter – und wenn du einen Satz gesprochen hast, dann mach ein Punkt eine kurze Pause unter den nächsten Satz.

00:04:36: Das gibt dem was du sagst Struktur.

00:04:40: Jemand der dir zuhört kann ihr besser folgen Und mit der Zeit wirst du geübte werden kürzer.

00:04:50: Drittens Vorbereitung schlägt Eloquenz.

00:04:53: Viele Filwörter kommen daher zustande, dass wir über etwas sprechen, das wir nicht wirklich durchdacht haben.

00:05:01: Wenn ich ein Thema gut kenne dann kommen die Gedanken flüssiger.

00:05:06: wenn ich improvisiere Dann stocke Ich und das Am füllt die Lücke.

00:05:13: Im Firmklub Klartexten machen wir oft Stegreifreden.

00:05:18: Das ist immer besonders aufregend für alle, die es nicht gewohnt sind, spontan zu sprechen.

00:05:24: Und für diese entstehen ganz oft ganz viele Füllwörter!

00:05:29: Denn man hat dreißig Sekunden sich vorzubereiten zu einem Thema von dem er nicht wusste, dass man dazu einen kurzen Vortrag halten würde – Die S, die M's also und taucht besonders oft auf.

00:05:46: Wir können aber auch bei einer Stegreifrede das Stilmittel der Pause nutzen, der Stille und uns kurz sortieren und den Gedanken zu Ende bringen bevor wir die nächsten anfangen.

00:06:00: Das macht den Vortrag ruhiger!

00:06:03: Es gibt uns die Möglichkeit kompetenter zu sprechen und auch aus dem Stehgreif heraus etwas Wirksames zu sagen.

00:06:14: Das bedeutet nicht dass wir immer gut vorbereitet sein müssen aber es hilft zu wissen.

00:06:21: wenn ich merke das Ich viel fülle Dann ist das ein Signal dazu, dass ich mir selbst noch nicht klar bin was sich eigentlich sagen will und Ich kann die Stille dann einfügen.

00:06:34: Ich kann sie bewusst ankündigen indem ich sage Moment!

00:06:40: Ich muss kurz meine Gedanken sammeln Und wenn ich dann weiter spreche und meine Gedanken gesammelt habe haben diese automatisch mehr Gewicht und Die Zuhörer können das so gut verstehen und nachvollziehen.

00:06:59: Und deshalb ist es wichtig, als vierten Punkt Pausen zu üben.

00:07:05: Wirklich üben!

00:07:07: In kleinen sicheren Situationen Beim Erzählen beim Abendessen Am Telefon Bewusst eine Pause machen Atmen Die Stille aushalten und dann schauen was passiert.

00:07:28: Drei Sekunden schweigen.

00:07:32: Fast immer passiert nichts Schlimmes.

00:07:37: Du kannst auch folgende Mini-Übungen machen.

00:07:40: Nimm dein Handy, wähl den Audio-Rekorder aus, drück auf Aufnahme und sprich unvorbereitet.

00:07:47: dreißig Sekunden über ein Thema das du gut kennst – ohne Füllwörter!

00:07:56: Du wirst merken es fühlt sich an als würdest du nackt sprechen.

00:08:01: Aber das ist genau der Punkt denn wenn du es schaffst dich selbst dabei zu beobachten nicht zu verurteilen sondern selbst zu be Obachten Wann ein Füllwort kommen würde und wie du es vermeidest, dann hast Du schon gewonnen.

00:08:19: Du hast ein Stück mehr über Dich gelernt!

00:08:31: Vielleicht wäre es eine andere Welt wenn wir ab und zu dem anderen stille gönnen etwas mehr Bedachtsamkeit über das was man sagen möchte.

00:08:45: Was wäre wenn wir alle ein bisschen mehr Mut zur Stille hätten?

00:08:49: Zur Pause Zur Lücke!

00:08:53: Zu dem Moment, wo noch kein Wort da ist.

00:08:58: Würden sich unsere Gespräche verändern?

00:09:03: Ich glaube wir würden lernen den anderen wieder mehr zuzuhören – nicht nur abwarten bis wir endlich wieder dran sind und vielleicht würden wir mehr sagen was uns wichtig ist, was wir wirklich meinen statt zu sagen was wir glauben sagen zu dürfen.

00:09:28: Und ich glaube, wir würden merken, Stille macht uns nicht kleiner.

00:09:34: Sie gibt uns Raum, uns zu entfalten.

00:09:40: Beim Klartexten klingelt die Klocke ab und zu immer noch – seltener als früher!

00:09:48: Aber ich habe aufgehört mich dafür zu schämen.

00:09:51: Ich sehe sie jetzt als das was sie ist eine kleine Einladung aufmerksamer darauf zu hören wie ich spreche…und was sich gerade

00:10:00: sage.".

00:10:03: Und das ist es, was ich dir heute mitgeben möchte.

00:10:06: Gönn' Dir die Stille zwischen Dein Gedanken!

00:10:10: Es lohnt sich!

00:10:13: Vielen Dank fürs Zuhören!

00:10:14: Tschüss!

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