Begrenzung als Freiheit
Shownotes
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00:00:00: Das können andere besser!
00:00:04: Hallo und herzlich willkommen, ich bin Berbel.
00:00:07: Und dies ist mein Podcast.
00:00:15: In der letzten Folge hatte ich dir von FOMO und FOBO erzählt.
00:00:20: Ich hatte dir versprochen in der heutigen Folge meine Gedanken zu teilen was der Effekt davon an der heutige Gesellschaft ist auf uns persönlich und auch im größeren Kreis und was ich denke was wir tun können um da rauszukommen.
00:00:36: Die Angst etwas zu verpassen manifestiert sich in dem Phänomen von four of missing out, fomo und vier auf a better option.
00:00:46: Fomo!
00:00:48: Also die quälenden Gedanken, die anderen erleben etwas ganz Tolles und ich verpasse es.
00:00:56: oder wenn Ich mich jetzt dazu entschliesse A zu machen dann verpassere ich vielleicht B. Diese Ängste sind nicht erst mit den sozialen Medien zu uns gekommen.
00:01:08: Sie sind über Lebensprinzipien der Steinzeit, aber wir werden heutzutage durch die aktuellen Medien – soziale wie unsoziale – ständig gehackt.
00:01:20: Aber es wäre ja auch viel zu einfach wenn wir so tun könnten als wäre an den Ängsten nichts dran!
00:01:27: Denn wenn wir Nein sagen dann verpassen wir ja wirklich etwas.
00:01:31: Manchmal sind das sinnlose Trends, aber manchmal sind es eben auch echte wertvolle Begegnungen.
00:01:39: Dieser Verzicht tut weh….
00:01:42: Da lässt sich daran nichts beschönigen.
00:01:45: Er fühlt sich an wie ein Verlust und dieser Verlucht belastet uns, uns persönlich und die Gesellschaft.
00:01:54: Ein Beispiel Ich nehme ja gerade an einem KI-Kurs teil Und eines der Angebote in diesem Kurs sind Live Calls Also Echtzeitveranstaltungen, die online stattfinden.
00:02:07: Diese werden nur sehr begrenzt zu angeboten und nicht wiederholt.
00:02:13: Das heißt Dabei sein oder verpassen.
00:02:17: Letzte Woche bekam ich eine Einleitung zu so einem Live-Call und das kollidierte mit meiner eigenen Terminplanung, Ich musste also absagen Und ich spürte in mir echtes Bedauern Denn ich habe die Erfahrung gemacht dass diese Echtzeitveranstaltungen wirklich toll und bereichernd sind!
00:02:36: Ich nehme jedes mal etwas Wichtiges für mich mit und deshalb begann ich mich mit dem Gefühl etwas zu verpassen genauer auseinanderzusetzen.
00:02:48: Ich versuche in meinen Folgen ja immer ein wenig, mir selbst die Welt zu erklären und dich daran teilhaben zu lassen.
00:02:56: In diesem Fall ist das Gefühl dass wir auf etwas verzichten müssen Das was mich besonders bewegt.
00:03:04: Es kommt mir dazu immer einen Lied in den Kopf.
00:03:07: Das Lied habe ich früher in der Jugendgruppe gesungen.
00:03:10: es nennt sich Anodomini Und es stellt die Frage ob wir in der heutigen Welt Unglücklicher dran sind als damals, weil es so viel einfacher war oder wirkte.
00:03:25: Es wird gegeneinander gestellt was wir heute im Überfluss leben und was früher im Mangel war.
00:03:32: Und die Zeile ging es ihnen wirklich besser.
00:03:36: Anodomini ist eine die mich verfolgt in der heutigen Zeit.
00:03:41: sie hängt mir nach wie Leben einer Welt mit mehr Wohlstand und Sicherheit und führen uns doch im ständigen Alarmzustand.
00:03:52: Und es gibt Profiteure von diesem Alarm-Zustand!
00:03:58: Die Medien nutzen unser armes Gehirn mit schrecklichen Schlagzeilen.
00:04:03: Politiker versuchen Kapital für sich daraus zu schlagen, dass sie uns im ständigem Alarm Zustand halten damit wir leichter auf ihre eigene Sichtweise einsteigen.
00:04:15: Sie verkaufen uns Ihre Lösungen... ...für ein Problem?
00:04:19: was vielleicht gar nicht so existiert.
00:04:32: Ein anderes Beispiel Wir versuchen diesem Stress, diesen gefühlten Verlust entgegenzuwirken – oft indem wir noch mehr tun!
00:04:46: Ich habe zu Weihnachten mal ein Buch mit Achtsamkeitsübungen geschenkt bekommen.
00:04:52: Jeden Tag eine Achtsammkeits-Übung tun um zu entschleunigen.
00:04:59: Ich habe es durchgeplättert und dann habe ich sie im Regal wieder vergessen.
00:05:04: Und warum?
00:05:05: Weil sich dieses Buch für mich wie ein noch weiteres To-do anfühlte!
00:05:12: Heute muss auch noch achtsam sein, das ist schon eine Ironie.
00:05:17: Wir versuchen die laute Lehre des Alltags mit noch mehr Programmen zu füllen.
00:05:24: Aber Ruhe ist keine Übung, die man machen muss.
00:05:28: Ruhe is das was übrig bleibt wenn man das sein lassen lernt.
00:05:33: Das Weglegen dieses Buches war in gewisser Weise meine erste echte Achtsamkeitstat, ich habe meine eigene Begrenzung akzeptiert.
00:05:49: und ich komme wieder zurück zu dem was unser ständige Gefühl von etwas verlieren, etwas verzichten, etwas nicht mitbekommen macht.
00:06:01: wir werden schlecht gelaunt denn wir wollen ja alles gerne mitbekommen.
00:06:07: Wir wollen Teil haben, wir wollen nicht zurückgelassen werden von der
00:06:11: Gruppe.".
00:06:12: Und in diesem Druck?
00:06:14: In diesen immer mehr sich beschleunigenden Forderungen nach Aufmerksamkeit, nach unserer Aufmerksamkeit und dem sich weiter ausbreitenden Gefühl des Verzichts entsteht eine gewisse Rebellion.
00:06:31: unglücklicherweise – das ist zumindest meine Schätzung der aktuellen sozialen Situation, richten sich unsere Versuche wieder Autonomie zu gewinnen gegen Menschen die uns etwas verbieten wollen.
00:06:51: Wir wissen alle unsere Ressourcen auf dieser Erde sind begrenzt.
00:06:55: Span ist eine sinnvolle Alternative aber keiner will es!
00:07:00: Keiner will gezwungen werden weniger mit dem Auto zu fahren nicht an sein Ziel zu kommen oder vielleicht den öffentlichen Verkehr zu nutzen.
00:07:10: Wir haben uns sehr gemütlich eingerichtet mit all den technischen Helfern!
00:07:15: Ich auch, ich benutze meinen Computer, ich benutzte das Telefon und fahre Auto.
00:07:21: Und trotzdem weiß ich dass wir die Probleme, die wir als Gesellschaft zustimmen haben nur schaffen wenn wir alle auf einige Sachen verzichten Wenn wir unseren Anspruch an Ständige Verfügbarkeit reduzieren.
00:07:41: Aber genau das fühlt sich eben wieder wie ein Verzicht an und weil wir ja schon ständig die ganze Zeit das Gefühl haben zu verzichten, werden wir müde!
00:07:50: Wir wollen das nicht mehr.
00:07:51: Wir wollen nicht ständig das Gefühl habe auf etwas zu verzicken.
00:07:56: Ich glaube was zum Beispiel Aussteiger so faszinierend finden Ist das in dem Moment, wo sie sich aus diesem Hamsterrat des ständigen Zwangs mitzumachen?
00:08:08: Entziehen!
00:08:10: Sie etwas wiederentdecken.
00:08:12: Nämlich ihre Selbstwirksamkeit.
00:08:15: Jetzt können wir nicht alle aussteigen und auf eine einsame Insel ziehen – unsere Gesellschaft braucht uns … Und wir müssen mitmachen….
00:08:25: Aber wir können trotzdem uns bewusst machen was da eigentlich passiert….
00:08:31: dass in dem Schmerz von dem Verzicht die eigentliche Hilfe steckt.
00:08:39: Wenn wir uns permanent im Verzlicht fühlen, dann werden wir müde.
00:08:44: Diese Entscheidungsmüdigkeit ist gefährlich!
00:08:48: Denn ein erschöpftes Gehirn sucht den Befehlsmodus.
00:08:53: Es will, daß jemand anderes ihm sagt wo es lang geht und das ist der Moment, in dem die Menschen lautstarken versprechen hinterherlaufen Politikern, Gurus, selbst ernannten Influencern.
00:09:11: Diese Menschen sagen dann, du musst nicht mehr verzichten!
00:09:14: Wir finden einen Schuldigen für deinen Mangel – wir sagen dir was du tun musst und glücklich zu werden.
00:09:21: Du musst nicht mir denken, du muss nicht mehr entscheiden.
00:09:24: Folge einfach dem, was ich dir
00:09:26: sage.".
00:09:36: Es ist eine Flucht vor der anstrengenden Selbstbestimmung.
00:09:39: Wer seine eigenen Begrenzungen nicht akzeptiert, der wird zu einem Spielball von all denen die davon profitieren und die einfache Lösungen versprechen.
00:09:53: Und wie kommen wir da jetzt wieder raus?
00:09:57: Ich komme wieder zurück auf dieses Lied Anodomini.
00:10:02: Es stellt eben die Frage ob die Menschen früher glücklicher waren.
00:10:07: trotz Hunger und echter Not hatten sie nämlich eins Demut Sie namen das was sie hatten als das an, was es gab.
00:10:19: Es gab keine Illusion der Allgegenwertigkeit!
00:10:22: Sie hatten die technischen Möglichkeiten nicht mitzupokommen, was in den nächsten Stadt oder auf dem nächsten Kontinent passiert und warst ganz tolles der Nachtbartart.
00:10:33: Sie lebten intensiv – sie litten intensiv Wenn wir eine Einladung verstreichen lassen weil wir andere Pläne haben.
00:10:44: denn hilft es uns wenn wir uns klar machen Was wir uns gerade schenken, anstatt zu denken was wir gerade verzichten.
00:11:00: Erinnerst du dich an die Folge Reframing?
00:11:04: Genau das hilft uns auch hier!
00:11:07: Statt den Fokus auf das zu legen, was uns wie ein Verzicht vorkommt können wir uns klar machen worauf wir uns festlegen.
00:11:19: Statt uns auf den Verzlicht mit Reue zu fokussieren Können wir das, wofür wir uns entschieden haben annehmen?
00:11:27: mit Dankbarkeit?
00:11:28: Alleine die Tatsache dass wir uns entscheiden können spricht doch dafür, dass wir in einer Vielfalt leben.
00:11:36: Anstelle mir zu sagen ich verpasse jetzt einen tollen Kurs oder Ich verpasser eine tolle Nachricht oder Die anderen machen ganz viel Tolles ohne mich Kann nicht mehr ich auch darauf fokussieren für was ich mich entschieden habe.
00:11:58: Es ist der Wechsel von dem gefühlten Mangel in die Fülle.
00:12:24: Wir definieren unsere eigene Insel selbst.
00:12:28: Ich hatte in der anderen Folge gesagt, ich habe immer noch kein WhatsApp und weißt du?
00:12:35: Es fehlt mir auch nicht!
00:12:37: Wenn ich jemals abgehängt wurde dann ist es mir nicht aufgefallen.
00:12:41: In diesem Falle praktiziere ich Jomo The Joy of Missing Out Also die Freude daran an etwas Nicht teilzunehmen.
00:12:52: Es also zu verpassen Und ich lade dich zu einer emotionalen Dehnübung ein.
00:12:59: Wenn der fiese Gedanke kommt, habe ich etwas verpasst?
00:13:02: Verpass' ich gerade
00:13:03: etwas?!
00:13:05: Dann grüß ihn doch freundlich als einen alten Bekannten und dann bleib ruhig auf deiner Insel sitzen!
00:13:12: Ruhe ist eine mentale Notwehr.
00:13:17: Die Welt dreht sich weiter aber du entscheidest heute ein klein bisschen langsamer mitzutrien.
00:13:35: wünsche ich dir einen ruhigen Tag.
00:13:37: Tschüss, vielen Dank fürs Zuhören!
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