FOMO und FOBO
Shownotes
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00:00:01: Hallo und herzlich willkommen, ich bin Berbel.
00:00:07: Und dies ist mein Podcast.
00:00:15: Ich habe mich ja in den letzten Folgen sehr viel mit unseren kleinen digitalen Helfern und den Folgen daraus auseinandergesetzt.
00:00:23: Vielleicht hab' ich das vor allen Dingen deshalb getan weil ich die Präsenz immer stärker wahrnehme.
00:00:28: Egal wohin man blickt Irgendjemand schaut immer auf das Smartphone Das ist bei mir gar nicht so viel anders, und auch ich spüre die Nachteile an mir selbst.
00:00:39: Vom verspannten Nacken bis hin zur kürzeren Aufmerksamkeitsspanne.
00:00:46: Gerade in der Auseinandersetzung mit der KI, die ich in den letzten Monaten betrieben habe, kommulieren sich meine Gedanken – und ich lade dich für einen Moment ein auf deine Hände zu schauen!
00:01:00: Spürst du diesen fast magnetischen Zug zu deinem Handy?
00:01:06: Diese Idee, jetzt mal schnell noch etwas kurz nachzuschauen.
00:01:11: Dieses beharliche Vispern!
00:01:14: Da draußen würde jetzt gerade etwas Relevantes passieren – eine Nachricht?
00:01:19: Ein
00:01:19: Trend?!
00:01:20: Eine Chance?
00:01:22: Und du bist nicht dabei.
00:01:26: Dieses Gefühl hat einen Namen und es ist viel älter als die sozialen Medien oder unsere kleinen digitalen Helfer.
00:01:36: Es wird vier of missing out genannt FOMO.
00:01:40: Diese Angst etwas nicht mitzubekommen, das ist kein modernes Luxusproblem.
00:01:46: Es ist so alt wie die Menschheit selbst – und das macht es so gefährlich!
00:01:51: Was die heutigen Medien und die kleinen digitalen Helfer mit uns machen?
00:01:56: Das ist das Nutzen eines biologischen Hecks.
00:01:59: Es findet im Grunde ein gezielter Angriff auf unsere biologische Software statt.
00:02:05: Wir sind soziale Wesen und in der Steinzeit bedeutete der Anschluss an die Gruppe das Nackte überleben.
00:02:12: Wer nicht mitbekam, dass diese Gruppe weiter zog war verloren.
00:02:17: Das Gefühl abgehängt zu werden ist also ein ganz reales archäisches Überlebenshirnproblem.
00:02:25: Heute funktionieren die Apps- und Newsletter genau so auf dem gleichen Prinzip.
00:02:31: Wenn ich in einer Mail lese nur noch drei Plätze frei dann antwortet ihn mir nicht das vernünftige Erwachsenich Es antwortet das angepasste Kindheitsich.
00:02:42: Oder, schlimmer noch – Das Überlebensgehirn!
00:02:46: Es schreit Greif zu, sonst gehörst du nicht mehr dazu.
00:02:49: Sonst verpasst Du deine Überlebenschance.
00:02:52: Wir können das auch ganz wunderbar mit dem vier Ohrenmodell betrachten.
00:02:57: Diese Apps senden uns ständig auf den Beziehungsohr oder dem Appellohr Nachrichten.
00:03:04: Du bist nur wichtig wenn du informiert bist.
00:03:08: Pass auf, bleib dran!
00:03:09: Schallt mich ein.
00:03:11: Wir werden also in Wahrheit gar nicht informiert?
00:03:14: Wir werden kontrolliert... wir werden gehackt.
00:03:20: Das geht sogar so weit dass wird diese Angst vor dem Nicht mitbekommen institutionalisieren.
00:03:29: Ich erinnere mich da an einen Elternabend als WhatsApp-Aufkam und ich entschied mich dagegen meinen Kindern den Zugang zu erlauben Und sofort wurde ich zum sozialen Booman.
00:03:40: Der Vorwurf der anderen Eltern wog schwer.
00:03:43: Damit hängst du deine Kinder ab!
00:03:47: Ich habe damals die Entscheidung getroffen, die sich wie ein Experiment anfühlte.
00:03:52: Wir fanden andere Wege in der Schule und im engsten Freundeskreis wählten wir Threema eine Insel ohne den massiven Datendust und dem Gruppendruck.
00:04:03: Das Ergebnis?
00:04:05: Während das digitale Mobbing in der Schule eskalierte mit Fake-Accounts Bildern aus der Umkleide bekam meine Kinder das nur durch Hörnsagen mit.
00:04:14: Sie waren nicht mitten drin, sie waren geschützt durch eine Grenze die andere aus Angst etwas zu verpassen, nichts zu ziehen wagten.
00:04:26: Ich stelle heute fest ich habe immer noch kein WhatsApp.
00:04:30: Falls mich das jemals abgehängt haben sollte dann ist es mir schlichtweg nicht aufgefallen.
00:04:37: Ich habe dennoch überlebt.
00:04:40: Ja vielleicht wurden meine Kinder tatsächlich abgehängt aber nicht vielleicht von den Trends, die ihnen genutzt hätten.
00:04:50: Sie haben nicht am sozialen Medienzwang teilgenommen und ich glaube es hat ihn gut getan.
00:04:57: Wenn die Leute davon sprechen man würde abgehängt dann behandeln sie das Leben wie ein Rennen bei dem man sein Leben verlieren kann wenn man kurz stehen bleibt Und wir verkaufen unseren Kindern diesen digitalen Stress als Sicherheit.
00:05:14: Dabei entspringt er nur aus der eigenen Angst vor Isolation und dem ureigenen alten Begriff von Dazugehörigkeit.
00:05:34: Es gibt noch ein anderes Beispiel, was ich mit Detail möchte.
00:05:39: Ich nehme dich dazu mit auf eine kleine Zeitreise.
00:05:42: Stell dir eine Gruppe von Freunden vor Lange bevor die sozialen Medien unseren Alltag im Sekundentakt Vorgaben.
00:05:50: Wir saßen zusammen bei einer Fantasy-Rollenspielrunde Die Würfel klackerten, die Welt um uns herum war für ein paar Stunden vergessen.
00:05:58: Und dann ging es an die Planung für den nächsten Termin für das nächste Rollenspieltreffen.
00:06:04: Der sollte in sechs Wochen liegen und dann passierte etwas Merkwürdiges.
00:06:09: Einer Männer Mitspieler sagte einen Satz der mir jahrelang nicht aus dem Kopf ging.
00:06:14: Ich weiß nicht ob ich da Zeit habe!
00:06:17: Ich hab ja noch nichts geplant!
00:06:21: Spürst du das Paradoxern?
00:06:23: Wenn doch noch nix geplant ist... Warum kann ich dann nicht den Termin zu sagen?
00:06:28: Damals fühlte sich das für mich wie ein logischer Fehler an.
00:06:32: Doch heute weiß ich, dass war der Vorbote von FOBO – The Fear of a Better Option.
00:06:41: FOBO ist quasi die kleine Schwester von FOMO.
00:06:44: Während FOMo sagt du verpasst etwas flüstert uns FOBO ständig dazu.
00:06:50: leg dich bloß nicht fest es könnte ja noch etwas Besseres kommen!
00:06:56: Wenn wir ständig alle Türen offen halten, dann landen wir in einer permanenten Schleife des Erzwungenen verzichts.
00:07:03: Jede Entscheidung wird zur Qual weil wie immer daran denken was wir gerade nicht wählen.
00:07:09: Diese beiden Ängste sind so tief in uns verankert, weil sie zum Steinzeitgehören gehören!
00:07:16: Die aktuellen Techniken nutzen etwas aus was uns Menschen das überleben gesichert hat aber jetzt habe ich das Gefühl, es zerstört die Grundlage unseres Seins.
00:07:29: Denn wenn wir in unserer vernetzten Welt uns ständig alle Türen offen halten wollen alles mitbekommen wollen dann erkälten wir uns im Luftzug dieser offenen Tüern emotional.
00:07:41: Wir sind präsent aber nicht verbindlich und in dieser Falle steigt unsere Verletzlichkeit!
00:07:49: Wir fühlen uns ausgelaugt müde und ironischerweise isoliert.
00:08:05: Wie so oft, um uns von diese Angst zu lösen müssen wir zuerst den Mechanismus dahinter erkennen.
00:08:12: Deswegen lade ich dich heute zur Frage ein!
00:08:16: Fehlt dir wirklich etwas wenn du die heutige Schlagzeile nicht liest?
00:08:21: Verpasst du dein Leben, wenn du einem Clickbait nicht
00:08:25: folgst?!
00:08:29: Geht irgendetwas fürchterlich schief, wenn Du NICHT sofort allen Gruppennachrichten
00:08:34: volgst!?
00:08:38: Die Menschen, die mit mir in Kontakt sein wollen finden einen Weg.
00:08:41: Sie berücksichtigen meine Wahl kein WhatsApp zu haben und wenn ich mich für ein Termin in sechs oder acht Wochen entscheide dann brauche ich nicht mehr nach Alternativen zu gucken.
00:08:55: das ist der Termin der dann ansteht.
00:09:00: Das Leben ist kein Rennen.
00:09:02: es ist okay stehen zu bleiben.
00:09:04: Es ist ok die Türen der Möglichkeiten zu schließen.
00:09:11: Für heute lad ich dich also ein, einmal ganz bewusst eine Tür geschlossen zu halten und zu spüren wie viel Freiheit daran liegt.
00:09:22: Vielen Dank fürs Zuhören!
00:09:23: Und falls du dich entscheidest die nächste Folge anzuhören dann erfährst Du meine Gedanken darüber was mit uns passiert – mit diesem Stress von FOMO und FOBO persönlich und gesellschaftlich.
00:09:41: unsere Souveränität wieder zurückzugewinnen.
00:09:54: Tschüss!
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