Das digitale Lagerfeuer
Shownotes
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00:00:01: Hallo und herzlich willkommen, ich bin Berbel.
00:00:07: Und dies ist mein Podcast.
00:00:15: Ich habe in den letzten Tagen oft an meine beiden letzten Folgen gedacht.
00:00:19: Ich hatte dabei das Gefühl dass ich mehr Belehrungen von mir gegeben habe als Beobachtungen geteilt.
00:00:26: Ich klang wie jemand der versucht den Familienfrieden zu diktieren – und das fühlt sich irgendwie nicht richtig an!
00:00:33: In meinem Bedürfnis, die Welt zu retten, bin ich wohl über das Ziel hinausgeschossen.
00:00:39: Der Hintergrund liegt darin, dass mir das Thema sehr wichtig ist.
00:00:42: Meine Kinder sind mittlerweile groß – aber ich mag mir gar nicht vorstellen wie schwierig es sein muss in den heutigen Zeiten diesen Mediendruck zu widerstehen!
00:00:52: Und dennoch?
00:00:53: Die Studienergebnisse sind so alarmierend.
00:00:56: Wir müssen unsere Kinder schützen Vorbereiten und unterstützen mit den Medien von heute klarzukommen.
00:01:05: Deshalb möchte ich heute mal einen anderen Weg gehen.
00:01:09: Kein Mann müsste, sondern so war es bei uns!
00:01:23: Als sich kürzlich in Australien unterwegs war habe ich etwas über die Aborigines gelernt das mich sehr bewegt hat.
00:01:30: sie verpacken ihre wichtigsten Regeln ihr gesamtes Wissen über das Überleben in Geschichten.
00:01:37: diese Geschichten sind so einfach in ihrer Form dass sie über Jahrtausende von Jahren, von Generation zu Generation weitergegeben werden.
00:01:47: Das hat mich nachdenklich gemacht!
00:01:50: Früher in alten Zeiten – als es noch keine Medien gab – da saß man zusammen am Lagerfeuer oder in der gemeinsamen warmen Stube und hat sich Geschichten erzählt.
00:02:02: Gemeinsames Abendessen, gemeinsamer Abend, gemeinsames Lernen.
00:02:09: Diese Ursprünglichkeit des Teilens ist uns irgendwie und irgendwann abhanden gekommen.
00:02:14: Hast du auch das Gefühl?
00:02:16: Oft genug sitzen wir vielleicht zusammen, aber jeder vor seinem eigenen blauen Lagerfeuer dem Bildschirm!
00:02:25: Haben wir die Möglichkeit dieses LagerFeuer-Gefühl, dieses gemeinsame Erleben in unsere digitale Zeit zu
00:02:32: retten?!
00:02:35: In unserer Familie haben wir es versucht... Das war kein geplanter Weg, sondern ein Weg des gemeinsamen Experimentierens.
00:02:45: Heute sind unsere Kinder groß und ich glaube sie haben eine gute Selbstwahrnehmung auf ihren Medienkommensum.
00:02:54: Darum teile ich heute einige Erfahrungen mit dir die ich mit meinen Kindern erlebt habe.
00:03:02: Als unsere Tochter sechzehn wurde, haben wir ihr Instagram erlaubt.
00:03:08: Sie hatte sich das gewünscht aber bis es soweit Bis ich überzeugt war, dass sie die wichtigsten Regeln im Umgang mit den sozialen Medien verinnerlicht hatte, war es ein langer gemeinsamer Weg.
00:03:20: Wir haben den Prozess zusammen erlebt.
00:03:23: Unser Sohn hatte weniger Interesse an Instagram – seine große Liebe war eher YouTube und später Reddit!
00:03:31: Was für uns gut funktioniert hatte?
00:03:33: War das wir diese Medienwelten gemeinsam kennengelernt haben….
00:03:38: Unsere Kinder teilten und sie teilen es auch heute noch Beiträge aus den sozialen Medien mit uns.
00:03:44: Politische wie Albane, künstlerische wie historische Fundstücke – Dinge die Sie bewegen oder interessant finden!
00:03:53: Und dann sprechen wir darüber und diskutieren und wir teilen damit das Erlebte.
00:03:59: Als die Kinder noch kleiner waren stellte ich viele Fragen.
00:04:03: Ich lese mir Ihre Welt erklären ihre Faszination für das was Sie gerne machten.
00:04:10: Nicht alles, was sie gut fanden, fand ich auch gut.
00:04:13: Manches fand ich lustig.
00:04:15: Anderes war überraschend oder lehrreich!
00:04:18: Manchmal habe ich mich bei den Videospielen grandios plammiert und manche habe ich erst gar nicht versucht und andere Spiele haben wir zusammen weitergespielt.
00:04:29: Es war ein ständiges Experimentieren.
00:04:33: Wir haben sogar im Dachgeschoss extra eine Leinwand für unsere Kinder eingerichtet, damit die Kinder bestimmte Sachen vor einem Screenscreen ausprobieren konnten.
00:04:44: Ich denke rückblickend war das Wichtigste – wir waren präsent!
00:04:48: Wir haben das Internet oder die sozialen Medien nicht verboten, sondern wir haben sie gemeinsam erforscht und entdeckt.
00:05:03: Ich selbst habe kein Instagram, immer noch nicht.
00:05:07: Meine Tochter managed den Kanal für das können andere besser auf Insta!
00:05:14: Aber ich lasse mir auch heute immer noch gerne die Fundstücke zeigen, die meine Kinder mit mir teilen wollen – Reddit-Posts, YouTube-Videos, Instagram Posts.
00:05:26: Wir haben damals als Eltern Entscheidungen getroffen, die uns wichtig waren um unsere Kinder zu schützen Und wir haben sie unseren Kindern erklärt.
00:05:35: Wir haben abgewogen, was geht und was nicht geht – und Sie haben diese Erklärungen daher gut nachvollziehen
00:05:41: können.".
00:05:44: Und als dies WhatsApp so prominent wurde, dann haben wir nach einem anderen Messenger-Dienst gesucht!
00:05:51: Der war zwar kostenpflichtig aber dessen Sicherheit war deutlich höher und dessen Server stehen in Europa.
00:05:59: Dazu hatte ich zuerst Recherchen angestellt und sie dann mit meiner Familie geteilt….
00:06:05: Und wir haben ihren Freunden angeboten, die Kosten zu übernehmen.
00:06:08: Einfach um einen Raum zu schaffen indem sie den Nutzen der Medien hatten aber sich sicher darin bewegen konnten.
00:06:24: Das war ein Teil unseres Weges Aber ich setzte noch einen anderen Gedanken um und zwar habe Ich meine Kinder in das von mir gespielte textbasierte online Rollenspiel eingebracht.
00:06:37: Ich hatte die Entwickler dazu extra gefragt, ob es okay wäre meine Kinder, die natürlich nicht die Altersempfehlung erfüllten in dieses Spiel zu bringen.
00:06:48: Aber zum einen kannten meine Kinder bereits Tischrollenspiel und sie wussten was ich dort im Online-Rollenspiel mache aber zum anderen war ich mir sicher Sie würden Ihre Erfahrungen mit mir teilen – genau das ist auch passiert!
00:07:04: Sie konnten trainieren mit anderen Menschen zu interagieren, soziale Phänomene zu beobachten.
00:07:16: Aber es war ein Training mit doppeltem Netz und Fangseil!
00:07:20: Denn in diesem Online-Rollenspiel begegnet man realen Personen auf der ganzen Welt spielen –menschen dieses Spiel– aber man spielt eine Rolle, einen Charakter…und dadurch entsteht einer Art Filter und genügend Abstand zu dem Geschehen
00:07:36: selbst.".
00:07:37: Man kann also den Umgang mit fremden Üben ohne sich direkt auszuliefern.
00:07:45: Und da war eine weitere Erkenntnis für mich wichtig, wenn wir nur zuschauen dann bleiben wir Konsumenten!
00:07:52: Wir haben unsere Kinder daher in Medienseminare angemeldet damit sie das Handwerk lernen.
00:07:59: Es ging darum sich bewusst an die Gestaltung der Medien heranzubewegen Ob das nun das Programmieren von einer kleinen Spiele-App war oder das Filmen und Schneiden von YouTube-Videos.
00:08:12: Plötzlich war das, was nur vorher eine leuchtende Fläche war ein Handwerk!
00:08:18: Sie konnten lernen, was hinter der Kulisse passiert.
00:08:22: Wenn man selbst einmal einen Film geschnitten hat dann weiß man wie der Schnitt den Zuschauer lenkt.
00:08:27: Wenn man sich mit dem Programmieren von Spiele-Apps auseinandersetzt, dann versteht man leicht welche Mechanismen dahinter stehen können die den Nutzer an der Stange halten wollen.
00:08:39: Und der entscheidende Punkt für uns war immer wie gehen wir mit diesen neuen Herausforderungen um?
00:08:47: Unsere Lösung war stets nicht nebeneinander zu leben jeder an seinem Gerät sondern zu teilen – jeder vom anderen Lernen!
00:08:56: Wenn der Papa Lara Croft spielte, dann waren die Kinder aufgeregt mit dabei.
00:09:01: Oder sie spielten gemeinsam mit Papa die drei Wikinger und bestimmten was derjenige Wikinger jetzt zu tun hatte oder eben sie tauchten mit mir ab in die Welt von Pupmundu und das wilde Leben von Musikstars.
00:09:18: Das war unsere Form des gemeinsamen Lagerfeuers.
00:09:23: Die Kinder haben uns eingeladen mitzuspielen mit dabei zu sein.
00:09:27: Wir haben versucht die Medienwelt nicht als fein zu sehen, sondern als einen Ort für gemeinsame Abenteuer.
00:09:34: Und wir haben es selbst ausprobiert!
00:09:37: Unsere Kinder haben mich inspiriert, selbst YouTube-Videos zu erstellen – weil sie mit mir ihre Erfahrungen von dem Seminar geteilt haben… und das hat sich bis heute gehalten.
00:09:48: Auch wenn Sie längst groß sind und nicht mehr bei uns wohnen, wenn wir gemeinsam auf dem Sofa sitzen und eine Serie schauen oder an der Konsole gemeinsam spielen Dann ist das immer noch dieses gemeinsame Erleben.
00:10:01: Das Lagerfeuer!
00:10:03: Es geht dabei nicht um die Technik, es geht darum dass wir die Dinge teilen, die uns bewegen.
00:10:10: Wenn wir etwas gemeinsam schauen was da passiert dann darüber sprechen?
00:10:16: Dann ist es genau wie damals nur mit einem größeren Bildschirm.
00:10:20: Wir erleben es gemeinsam.
00:10:23: Unsere Kinder teilen und zeigen uns immer wieder Dinge die sie gelernt haben.
00:10:28: Sie teilen mit uns, was sie fasziniert sei es ein lustiges Meme oder eine Entdeckung im Netz.
00:10:35: Und genau das ist mein Wunsch für andere Familien dieses beklückende Gefühl zu erleben der Verbundenheit durch das gemeinsame Teilen von eigenen Faszination und Interessen.
00:10:50: Es geht mir nicht darum die Welt da draußen auszusperren sondern es geht mir darum dass wir als Eltern dies mit unseren Kindern teilen dass wir im Austausch bleiben, wenn wir mit ihnen teilen was uns wichtig ist.
00:11:06: Unsere Gedanken unsere Befürchtungen und uns öffnen dann haben wir die Möglichkeit das sie uns das gleich tun und genau ihre eigenen Ängste Freuden Faszinationen mit uns teilen.
00:11:19: Und wenn wir neugierig bleiben und ihnen zuhören und uns zeigen lassen Dann lernen wir voneinander und miteinander statt einfach nur zu verbieten.
00:11:43: Wenn du es also bislang noch nicht getan hast, dann versuch es doch mal!
00:11:47: Frag deine Kinder nicht nur was sie machen sondern lass dich einladen in ihre Welt.
00:11:54: Schau durch ihre Fenster, durch ihre Augen auf das was sie fasziniert – nicht als Richter, sondern als neugieriger interessierter Beobachter.
00:12:07: wenn wir's zulassen Dann existiert das gemeinsame Lagerfeuer und die gemeinsamen Geschichten immer noch.
00:12:15: Wir müssen uns nur wieder gemeinsam davor setzen!
00:12:20: Ich freue mich, dass du heute mit mir gemeinsam an diesem Podcast-Lagerfeuern gesessen hast.
00:12:33: Vielleicht magst Du die Geschichten, die Du erlebst ja mit mir auch teilen?
00:12:37: Dann kommentiere etwas in dem Blog von dem Podcast.
00:12:42: Vielen Dank fürs Zuhören.
00:12:43: – bis zur nächsten Folge!
00:12:45: Tschüss!
00:12:47: Das kann ein anderer best, wozu tun was ein anderer.
00:12:52: Habe ich mir oft es dann sein doch heut fange ich damit an.
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