Handy an - Hirn aus?

Shownotes

Schreibe mir Deine Fragen oder Feedback an: daskoennenanderebesser@web.de

Folge mir auf Instagram:

Finde mehr über Matz und seine Musik heraus: https://www.matzmachtmusik.de/

Transkript anzeigen

00:00:01: Hallo und herzlich willkommen!

00:00:06: Ich bin Berbel.

00:00:07: Und dies

00:00:08: ist mein Podcast.

00:00:15: In den letzten beiden Folgen habe ich ja davon gesprochen, dass wir in einer Zeit der globalen Echtzeit-Empathie leben.

00:00:23: Und in die nächsten beiden folgen möchte ich über den kleinen Gegenstand sprechen, der vermutlich gerade auch in Deiner Nähe aktiv

00:00:29: ist

00:00:30: – das Smartphone.

00:00:33: In dieser Folge geht es mir um das Smartphone und was die Nutzung dieses kleinen Helfers mit uns macht.

00:00:40: Und in der nächsten Folge lege ich dann den Fokus auf das, was das Smartfon mit uns als Eltern- und Fürsorgenden macht – und worauf wir gerade bei Kindern und Jugendlichen

00:00:50: achten sollten!

00:00:52: Aber heute leg' ich den Fokuss ganz auf uns erwachsen.

00:00:56: Ich erzähle dir welche Beobachtungen und Erkenntnisse mich bewegen Und ich teile mit dir auch die Strategien, die ich kennengelernt habe um Vorteile des Smartphones zu nutzen ohne sich vom kleinen Helfer vereinnahmen zu lassen.

00:01:18: Zu dieser Folge inspiriert hat mich eine Schlagzeile, die Ich gelesen hatte.

00:01:23: Handy aus Gehirn an Paderborner Studie zur Auswirkung von Smartphones auf die Aufmerksamkeit

00:01:31: und natürlich

00:01:32: machte ich in meinem Kopf direkt den Umkehrschluss.

00:01:36: Handy an Gehirn aus, denn das scheint ganz häufig zu passieren.

00:01:43: Und da das Handy allen voran das Smartphone allgegenwärtig zu sein scheint finde ich die Aussage, Handy aus, gehirn an sehr wichtig aber den Umkehrschluss, Handy an, gehIRN AUS.

00:01:57: noch viel erschreckender

00:01:59: Es ist unbestreitbar dass der Smartphone in unserer Gesellschaft längst ein zentraler ja elementarer Bestandteil unseres Alltags.

00:02:06: Wir kommen um die Nutzung kaum herum.

00:02:09: Oft geht es gar nicht mehr ohne Smartphone, nicht mehr nur als Telefon oder als E-Mailbox sondern auch als Miniarbeitsplatz und Kommunikationszentrale.

00:02:18: Es wird zur zwei Faktorauthentifizierung benötigt – als Bezahlmöglichkeit, als papierloser Ausweis oder als Ticket.

00:02:26: Es steht uns als Sprachassistent, als Tagschenrechner, als Übersetzer, als Lehrer sowie als Wegweiser und Reiseführer zur Verfügung.

00:02:34: Und das ist doch so praktisch!

00:02:36: Wir tragen mit dem Smartphone eine ganze Bibliothek mit uns herum.

00:02:40: Wir sind jederzeit mit anderen verbunden, wir haben eine Kamera und ein Aufnahmestudio dabei – und wir können endlos unterhalten

00:02:48: werden!

00:02:50: Und die Nutzung des Smartphones verändert unsere Gesellschaft, unsere Kommunikation und unsere Wahrnehmung in einem rasanten Tempo.

00:03:00: Nicht alle Veränderungen sind schlecht, aber es gibt auch etliche Veränderung, Und es gibt genügend Studien über suchterzeugende Wirkungen unserer kleinen digitalen Begleiter und für Betroffene ist das oft selbst sehr schwer festzustellen, dass sie bereits abhängig sind.

00:03:20: Und gerade weil wir das Smartphone für so vieles nutzen und brauchen haben wir uns daran gewöhnt es immer dabei

00:03:28: zu haben!

00:03:30: Ein schneller Blick auf Display – noch keine neuen Nachrichten.

00:03:34: Noch mal ein schneller Blick aufs Display.

00:03:36: Oh, eine Nachricht!

00:03:38: Schnell

00:03:38: reinschauen!".

00:03:40: Es gibt Berichte von Menschen die selbst ohne Anlass immer wieder auf das Handy schauen

00:03:45: –

00:03:46: es zur Hand nehmen.

00:03:48: Und ja, liegt das Handy in Greifweite?

00:03:51: Dann geht mir das auch

00:03:52: so.".

00:03:53: In dem Artikel, dessen Überschrift mein Interesse weckte, ging es um eine Studie der Universität Paderborn und in dieser Studie hieß Die Entwicklung zu einer fortwährenden Präsenz des Smartphones hat negative Konsequenzen für die Aufmerksamkeit.

00:04:10: Denn das Handy lenkt uns ab – und zwar selbst dann, wenn es ausgeschaltet auf dem Tisch liegt!

00:04:17: Laut der Beschreibung wurden Konzentrations- und Aufmerksamkeitstest in Gegenwart und Abwesenheit eines Smartphones durchgeführt Und die Erkenntnis war, dass die bloße Anwesenheit des Smartphones sich ungünstig auf die Produktivität und Konzentration auswirkte.

00:04:36: Und das – obwohl es nicht zu einer Interaktion mit dem Gerät kam!

00:04:40: Allein der Fakt, dass das Handy in Sichtweite war selbst wenn es ausgeschaltet war beeinflusste die kognitive Leistung der Probanden.

00:04:50: Die Getesteten arbeiteten langsamer und unkonzentrierter.

00:04:56: Auch interessant fand ich, dass die individuelle Ausprägung einer Handysucht keine Auswirkungen auf die beobachteten Effekte hatte.

00:05:06: Diese Erkenntnis hat mich veranlasst, mich mit dem Thema persönlicher auseinanderzusetzen.

00:05:12: Ich beobachte es an mir und anderen – das dieser kleine Dienstleister zu einem großen Diktator geworden ist!

00:05:21: Neben den körperlichen Auswirkung wie Nackenverspannung Augenbelastung durch die starre Blickhaltung, verminderte Melatoninausschüttungen

00:05:29: durch

00:05:30: die Helligkeit des Displays und damit Einschlafstörungen kommen auch noch psychische und kognitive

00:05:36: Effekte.

00:05:37: Wir es versuchen nicht mehr uns an etwas zu erinnern – wir schauen es im Handy nach!

00:05:42: Wir achten nicht mehr auf die Straßenschilder, wir folgen der Stimme das Navi.

00:05:52: Die Versuchung unseres Smartphones für alles einzusetzen ist so groß und es ist so einfach ihr zu erliegen.

00:05:58: Mit zunehmender KI-Nutzung fällt dann auch noch das lästige Auswählen von geeigneten Quellen weg oder die Suche nach den richtigen Worten, oder die Recherche

00:06:07: von Fakten!

00:06:09: Der Algorithmus in unserem kleinen Helfer entscheidet die Schwerpunkte für das was wir sehen erfahren und lernen.

00:06:18: So ist das kleine hilfreiche Teil in unserer Hosentasche unersetzlich und ganz unauffällig zum Diktator aller Aspekte unseres Lebens geworden.

00:06:30: Und wir tragen ja diesen kleinen Diktatur direkt am Körper!

00:06:34: Wenn er vibriert, fiebt oder klingelt dann sind wir sofort zur Stelle.

00:06:38: Unser Blick geht weg von den Wolken, den Sternen, den Baumkronen hin zu unseren Händen, zum Boden und dem kleinen Display.

00:06:47: Diese Begrenzung des Blicks Die Nicht-Nutzung unserer kognitiven Fähigkeiten und die Flut von ausgedachten Bildern, Witzen, Informationen... ...und Fakten lässt uns nahezu unbemerkt verdummen.

00:07:03: Handy an!

00:07:04: Gehirn aus!

00:07:07: Die Befürchtungen gab es

00:07:08: bereits

00:07:09: zum Radio, zum Fernsehen und Computer.

00:07:12: Aber gerade durch seine ständige Verfügbarkeit ist unser Handy so verführerisch.

00:07:18: Im Gegensatz zu einem Computer oder Fernseher haben wir es überall

00:07:23: griffbereit.

00:07:25: Es gibt Studien, die zeigen dass unsere Aufmerksamkeitsspanne in den letzten Jahrzehnten immer weiter gesunken ist und zeitgleich steigt unsere Reizbarkeit.

00:07:37: Statt sich mit dem Frust auseinanderzusetzen greifen wir zum Handy und lenken uns ab!

00:07:43: Statt einen Streit auszutragen klärende Gespräche zu führen beenden wir den Chat, wir blockieren den Benutzer.

00:07:53: Gerade die Nutzung des Smartphones als Ablenkung von unerwünschten Gefühlen oder Situationen lässt Gefühle problematisch werden.

00:08:02: Denn wir verlernen mit unseren Gefüheln umzugehen – mit ihnen zu arbeiten sie aufzulösen und werden damit unsozial!

00:08:12: Und gleichzeitig sind wir heftiger und vielseitiger vernetzt.

00:08:21: Diese Erkenntnis gilt für Erwachsene und im größeren Maße für Heranwachsende.

00:08:26: Es gibt gute Gründe, diese Entwicklung aufmerksam und kritisch gegenüberzustehen.

00:08:42: Dabei liegt es in unserer eigenen Macht sich nicht vereinnahmen zu lassen – wie mit fast allem ist

00:08:48: dieser Widerstand allerdings nicht kostenlos!

00:08:51: Aus meiner Sicht lohnt er sich aber dennoch.

00:08:55: Wie so oft

00:08:55: beginnt der erste Schritt damit, sich seiner Abhängigkeit und seiner Nutzungsmuster bewusst zu werden.

00:09:03: Um den kleinen Helfer nicht missen zu müssen, und gleichzeitig nicht vom Smartphone auch smarte zu werden?

00:09:10: Ist es sinnvoll die eigene Handynutzung immer mal wieder zu überprüfen – und zu reflektieren!

00:09:17: Wie und wann und wofür nutzt du denn dein

00:09:20: Handy?!

00:09:22: Welche Vorteile bringt dir die Handynutzung?

00:09:26: Welche Nachteile kannst Du erkennen?

00:09:30: Nutzt du das Handy beim Essen oder wenn du Gespräche mit anderen führst,

00:09:37: hörst du

00:09:38: Podcasts, Videos oder Musik gezielt?

00:09:41: Oder lässt du den Algorithmus entscheiden was dir vorgetragen wird.

00:09:46: Läuft dein Handy mit den entsprechenden Angeboten im Hintergrund selbst wenn in der Familie geredet gespielt geputzt gekocht gestritten oder gegessen wird?

00:09:59: nutzt du das Handy gezielt für die Aufgabenerleichterung oder nimmst du

00:10:04: es

00:10:05: unbewusst und immer wieder in die Hand?

00:10:08: Nutzt du das Handy für Ablenkung, wenn dir etwas unangenehm ist?

00:10:14: Bist du in der Lage irgendwo zu warten ohne sofort das Handy in die handzunehmen.

00:10:20: Es gibt Werkzeuge im Handy, die dein Handy-Konsum in Zahlen

00:10:23: ausdrücken,

00:10:24: Zeiten und genutzte Apps sichtbar machen um die eigene Wahrnehmung mit harten Fakten zu erweitern.

00:10:32: Vielleicht fällt dir selber gar nicht auf, dass du in einem Gespräch ständig auf das Handy schaust.

00:10:37: Oder vielleicht wirkst du desinteressiert oder unaufmerksam – obwohl du zuhörst?

00:10:45: Frag doch mal diejenigen, die öfter um dich herum sind wie sie dich wahrnehmen im Umgang mit deinem Handy!

00:10:53: Du kannst deine digitalen Abhängigkeiten gut auf die Schliche kommen wenn du einmal einen Tag oder mehrere Stunden Handy-Fasten

00:11:02: betreibst.

00:11:05: Oft hilft es schon, das Handy bei einem Spaziergang nicht am Körper mit

00:11:09: sich zu tragen

00:11:10: oder bewusst an einem Ort im Haus

00:11:12: zu parken.

00:11:14: Abzuschalten und der Verführung daran zu gehen, zu widerstehen.

00:11:21: Wenn du dir bewusster machst wann und wozu du dein Handy oder die anderen Medien nutzt dann kannst du auch besser entscheiden ob die Nutzung wichtig angebracht oder überflüssig oder sinnfrei ist Und wenn du magst Kannst du die Benutzung bewusster einschränken?

00:11:45: Seit ich den Artikel gelesen habe, probe ich ab und zu den Widerstand.

00:11:50: Das kostet mich Energie – aber ich habe den Eindruck es bringt mir auch wieder etwas Freiheit zurück!

00:11:57: Ich versuche es mal mit einem Tag oder besser mit ein paar Stunden in denen das Handy nicht im gleichen Raum wie ich

00:12:04: wohnt….

00:12:07: Oder ich besutze auch analoge Momente ….

00:12:10: wenn Fakten, die mir gerade nicht einfallen, dann versuche ich die nächste Minute

00:12:17: nicht sofort zum Handy

00:12:18: zu greifen und eine Antwort in der Suchmaschine zu

00:12:22: finden.

00:12:22: Sondern ich denke zunächst nach – vielleicht frage ich auch jemanden anderen, der bei mir ist?

00:12:28: Oder ich schaue aus dem Fenster und gebe meinem Gehirn die Möglichkeit, nach der Antwort selber zu suchen!

00:12:35: In gewisser Weise ist das Gehirnt auch einen Muskel, der verkümmert wenn wir ihn nicht nutzen je häufiger und vielseitiger

00:12:42: wir

00:12:42: ihn einsetzen.

00:12:44: So wie ständiges Fast-Food negativ auf unsere Gesundheit wirkt, so ist die beständige Fütterung rascher Fundstücke aus der Medienwelt schlecht für unser Gehirn!

00:12:55: Stille, Leerlauf

00:12:57: und Muße sind wichtige Zutaten um den Nährboden für mehr Vorstellungskraft aufzubereiten.

00:13:04: Und ja –

00:13:06: Langweile schadet diesbezüglich nicht im Geringsten….

00:13:10: Sie gilt als der äußerst fruchtbarste Boden für unsere Kreativität.

00:13:15: Du kannst zum Beispiel einfach mal eine Langweiledusche nehmen,

00:13:20: das ist das konkrete Aushalten

00:13:22: von einem Leerlauf Denn oft greifen wir zum Handy um den Moment des Wartens abzuschwächen oder zu überspielen oder

00:13:33: zu töten.

00:13:35: Die Übung ist einfach wenn du das nächste Mal irgendwo warten musst Zum Beispiel in der Schlange am Supermarkt oder im Fahrstuhl, oder auch im Wartezimmer beim Arzt.

00:13:48: Dann lasst das Handy in der Tasche.

00:13:52: Spüre nach was passiert.

00:13:54: Kommt Unruhe auf?

00:13:57: Hast du ein Gefühl der Zeitverschwendung und beobachte dann einfach diese

00:14:02: Ungeduld

00:14:03: ohne sie wegzudrücken?

00:14:05: Atme tief durch!

00:14:06: Schau dich

00:14:07: um!

00:14:08: Sieh die anderen Personen in dem Raum... Was siehst

00:14:12: Du?!

00:14:12: was du vielleicht übersehen hättest, wenn du dich hättst ablenken lassen.

00:14:18: Lass die Gedanken kommen und gehen und nutze diesen Moment bewusst!

00:14:25: Spüre

00:14:25: wie du sitzt,

00:14:27: fokussiere Dich auf das, was Du siehst, wie Du atmest, was du riechst, was Tu hörst.

00:14:35: Nutze Dein Gehirn und Deine Sinne – und schau mal ob das so schlimm war nicht das Handy aus der Tasche zu

00:14:44: nehmen.".

00:14:46: Vielleicht ist ja auch die Übung das stille Echo etwas für dich.

00:14:49: Wir haben uns so angewöhnt, Wissenslücken sofort digital zu füllen!

00:14:55: Das stille Echo setzt das Nachdenken anstelle des Nachschlagens.

00:15:02: Die Übung?

00:15:03: Wenn dir ein Name nicht einfällt oder du etwas wissen willst wann ein bestimmtes Ereignis stattgefunden hat dann warte fünf Minuten.

00:15:13: Setze deinen emotionalen Fokus auf die kleine Spannung, die entsteht wenn man etwas nicht sofort weiß.

00:15:21: Das trainiert die Frustrationstoleranz und oft ploppt die Antwort nach ein oder zwei Minuten ganz von alleine in deinem Gehirn auf.

00:15:31: Es ist ein wunderbares Erfolgserlebnis für dein Gehirnen Und kann dich befreien von dem Zwang immer alles sofort beantworten zu müssen.

00:15:51: Also Handy aus

00:15:53: Hören an

00:15:55: und wenn du dann irgendwann wieder das Smartphone oder die Medien öffnest, dann schau doch mal ob es eine neue Folge von mir im Podcast gibt.

00:16:06: Tschüss!

00:16:07: Vielen Dank fürs zuhören bis zur nächsten Folge.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.