Bedingungslose Liebe

Shownotes

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00:00:06: In der heutigen Folge geht es um eine Lückengeschichte, um ein Bruch zwischen dem was wir wollen und dem was ankommt.

00:00:28: Letztens im Firmklub gab es wieder mal Stegreifreden – und eine Frage lautete wenn du eine Sache auf dieser Welt ändern könntest!

00:00:39: Was wäre das?

00:00:42: Ich habe diese Steggreifrede nicht gehalten aber die Antwort Als ich die Frage gehört habe, war sofort da.

00:00:51: Sie war so schnell da, dass ich selbst überrascht war!

00:00:54: Sie lautete, wenn ich die Macht hätte eine Sache auf dieser Welt zu ändern, dann wäre es die, das jedes Kind in Vergangenheit, in Gegenwart und in der Zukunft sich bedingungslos geliebt fühlen würde.

00:01:15: Bedingungslos?

00:01:17: Nicht gelebt, wenn Ich mich benehme... Nicht geliebt, wenn ich gute Noten bringe.

00:01:41: Und warum ausgerechnet das?

00:01:45: Warum wünsche ich mir nicht den Weltfrieden!

00:01:47: Warum nicht ein besseres

00:01:50: Klima?!

00:01:50: Warum nicht Hunger beenden oder alle Krankheiten auslöschen?

00:01:57: Weil ich glaube, dass ganz viele Probleme dieser Welt dadurch sich begründen, das es Menschen gibt die sich als Kind nicht bedingungslos geliebt gefühlt haben und sich heute daran abarbeiten.

00:02:13: Und versuchen einander zu übertrumpfen statt seinander zu helfen.

00:02:20: Kinder kommen hilflos zur Welt.

00:02:22: Das ist keine romantische Verklärung, das ist einfache Biologie.

00:02:26: Ein Menschekind kann nichts Es kann nicht alleine essen, es kann sich nicht wärmen und es könnte nicht überleben.

00:02:37: Es ist absolut angewiesen auf Fürsorge!

00:02:41: Und diese Abhängigkeit geht weit über die Nahrung, Hygiene- und Schlaf hinaus.

00:02:46: Kinder brauchen Ansprache, Geborgenheit, liebevolle Interaktion mit ihren Bezugspersonen... ...und das is'kein nice to

00:02:56: have!".

00:02:58: Die Bindungsforschung und die Entwicklungspsychologie sind sicher einig.

00:03:02: Das Bedürfnis nach Nähe- und Sicherheit ist biologisch verankert, genauso wie der Hunger!

00:03:11: Der Bindungstheoretiker John Bolby sprach davon das Kinder aus ihren früheren Beziehungserfahrungen einer sogenannten inneres Arbeitsmodellaufbauen – eine Art innere Landkarte.

00:03:24: Und auf dieser Landkart steht wer bin ich?

00:03:28: Wie funktioniert die Welt?

00:03:31: Kann ich vertrauen und vor allem bin Ich liebenswert.

00:03:40: Und jetzt kommt der entscheidende Punkt, denn das Kind hat keine Wahl wen es fragt.

00:03:46: Es kann nicht sagen Moment mal!

00:03:48: Ich hole mir da nochmal eine zweite Meinung.

00:03:52: Es ist auf die Personen angewiesen Die gerade da sind und sich ums Kind kümmern.

00:04:03: Dann schaut es da genau hin.

00:04:05: Es interpretiert und es lernt!

00:04:09: Und weil ein kleines Kind die Welt noch nicht von außen betrachten kann, ist sein Weltbild zutiefst egocentrisch.

00:04:19: Es kann ich denken, Mama ist überfordert.

00:04:23: Meine Eltern haben selbst schlechte Erfahrungen gemacht.

00:04:29: Meine Mutter kommt gerade schlecht gelaunt von ihrer Arbeit.

00:04:34: Es denkt... Es liegt an mir.

00:04:38: Und aus diesem Egozentrismus entstehen Glaubenssätze, Sätze darüber wie das Leben funktioniert, Sätzen die das ganze spätere Leben oft niemals wieder hinterfragt werden.

00:04:54: Sie bilden den gesamten Rahmen dessen wie ein Kind dass später zum Erwachsenen wird alles einordnet was es tut und wie es andere Menschen erlebt.

00:05:10: Hier sind ein paar Sätze, die sind absolute Klassiker.

00:05:14: vielleicht erkennst du dich daran ja wieder.

00:05:18: ich muss perfekt oder erfolgreich sein um geliebt zu werden.

00:05:25: Ich kann mich auf anderen nicht verlassen!

00:05:30: Ich bin nichts wert wenn ich Anderen nicht helfe.

00:05:38: Hörst Du diese Sätze?

00:05:40: Das sind keine Sätze über die Eltern oder über die Fürsorgenden, das sind Sätze übersich selbst.

00:05:49: Das sind Sätzen, die Kinder über sich selbst bauen und sie dann ihr ganzes Leben lang in sich tragen.

00:05:59: Sie tragen es in der Schule, in den Beziehungen und im Berufsleben Perfektionismus Misstrauen Selbstaufopferung bis zur Erschöpfung.

00:06:18: In der Forschung nennt man das bedingte Wertschätzung.

00:06:21: Die Forscher Azor, Rot und Deki haben das untersucht.

00:06:26: Wenn Eltern ihre Wertschätzungen davon abhängig machen ob das Kind erwünschtes Verhalten zeigt dann hat es einen Preis.

00:06:36: Das Kind passt sich an aber die Studien zeigen dass ist dann zu niedrigem Selbstwert schlechterer Emotionsregulation und inneren Getriebensein führt.

00:06:52: Und das ist genau die Mechanik!

00:06:54: Das Kind lernt nicht gut zu sein, es lernt dass Liebe eine Bedingung hat... ...und jetzt kommt der Teil dem mir am Herzen liegt und am schwersten fällt der Teil warum dieses Thema eben keine Anklage ist sondern ein Versuch einer Lösung anzubieten Denn ich bin überzeugt, dass kein Elternteil auf dieser Welt beabsichtigt seinen Kindern das Gefühl gibt es würde nur geliebt wenn es eine bestimmte Bedingung erfüllt.

00:07:30: Niemand steht morgens auf und denkt heute bringe ich meinem Kind bei Dass meine Zuneigung nur zu erhalten ist Wenn es meine Regeln erfüllt.

00:07:40: Die allermeisten Eltern wollen genau das Gegenteil sie wollen ihr kind lieben so wie es ist.

00:07:48: Im Idealfall gehen Sie mit den besten Vorsätzen aufgeklärt und vorbereitet in die Elternschaft.

00:07:55: Und dann kommt das Leben dazwischen!

00:08:00: Ich erzähle dir zwei Geschichten, und die hast du wenn du meinen Podcast kennst schon einmal gehört.

00:08:08: Dennoch fühlen sie genauso hier rein – Die erste Geschichte ist mein Sohn.

00:08:15: Er wachte immer wieder auf Es schlief nicht durch Und ich war Erstmutter überfordert und das über Monate hinweg.

00:08:24: Schlafstörungen bei Eltern über lange Zeit sind ein ernsthaftes Problem, und wer nicht mehr ausreichend schläft, der wird schlecht gelaunt, unaufmerksam und

00:08:33: gereizt.".

00:08:35: Das ist keine Charakterschwäche – das ist Neurobirologie!

00:08:41: Schlafmangel verändert die Reaktionszeit des Gedächtnis- und die Impulskontrolle messbar….

00:08:50: Und?

00:08:51: Ein übermüdeter Mensch wird anfällig, anfällig für gute Ratschläge oder auch schlechte.

00:08:59: Und sie kommen – die Ratsschläge!

00:09:02: Auch von Kinderärzt, auch von solchen, die gegen alles gehen was man selbst intuitiv für richtig hält und dann lässt man sein Baby eben schreien weil es das angeblich braucht.

00:09:22: Ich sage das nicht leichtfertig, ich sage es weil es eine Lücke zeigt.

00:09:27: Damit meine ich den Abstand zwischen dem was die Eltern beabsichtigen und dem was das Kind erlebt Und dabei meine ich sowohl unsere tatsächlichen Kinder dienen wir als Eltern unbedingte Liebe geben wollen als auch uns selbst die wir mal Kinder waren und von unseren Eltern unbedingte Liebe gewünscht hätten.

00:10:00: Du willst deinem Kind bedingungslose Liebe schenken?

00:10:05: Und dann kommt das Leben dazwischen!

00:10:08: Du handelst in bester Absicht, und trotzdem nimmt das Kind etwas anderes wahr.

00:10:15: Bedingung Vorwurf Ablehnung Die Absicht ist gut Das reale Leben verhindert die Umsetzung.

00:10:29: Für das Kind ist das Erlebte, aber trotzdem Real!

00:10:35: Ich war überzeugt, dass Richtige zu tun – ich hatte eine Autorität gehört, ich hatte ein Buch gelesen und all das hat meine Intuition übertönt.

00:10:46: Die Absicht war gut, des Ergebnis war, ich habe das Kind schreien lassen… Und für das Kind?

00:10:57: Und meine Mama ist nicht gekommen.

00:11:00: Das kann ich jetzt nicht mehr ändern!

00:11:06: Die zweite Geschichte ist meine Tochter.

00:11:10: Sie war zehn Jahre alt, bevor wir erfuhren, dass sie eine auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung hat.

00:11:18: Wenn wir sie gerufen haben – und sie nicht reagierte?

00:11:21: Dann war das also kein Protest, es war kein Ungehorsam.

00:11:25: Sie hatte's nicht

00:11:25: wahrgenommen.".

00:11:27: Aber zehn Jahre lang hat sie immer erst die Eskalationsstufe unserer Aufforderung mitbekommen.

00:11:35: Erst der ruhige Ruf, dann der Lautere und dann der Genärfte!

00:11:41: Das heißt im Klartext Zehn Jahre lang hatte sie uns überwiegend in einem Moment erlebt, in den wir schon gereizt waren.

00:11:51: Zehn jahrelang hat sie gespürt etwas ist nicht in Ordnung mit mir.

00:11:57: ich mache was falsch Das hinterlässt Spuren.

00:12:04: Und auch hier gilt, keiner von uns wollte das!

00:12:08: Wir lieben unseren Sohn, wir lieben unsere Tochter.

00:12:12: Aber wir haben unsere Tocher gereizt behandelt weil sie uns schlicht akustisch nicht zuordnen konnte.

00:12:21: Die Diagnose hat das radikal verändert.

00:12:24: heute weiß ich sobald wir wussten was los ist konnten wir angemessen reagieren.

00:12:30: aber vorher haben wir in bester Absicht etwas getan, was Spuren hinterlassen hat.

00:12:49: Die Lücke die existiert zwischen dem was Absicht war und dem was erreicht wurde der Bruch zwischen der logischen Folge von dem was wir unseren Kindern schenken wollen und was angekommen ist.

00:13:11: Das Kind interpretiert egozentrisch, es kann die Absicht nicht sehen.

00:13:16: Es kann nur mein Verhalten sehen!

00:13:19: Und wenn die Mama wegen Schlafmangels gereizt reagiert?

00:13:23: Dann kann das Kind eben nicht denken, Mama ist erschöpft.

00:13:26: Es denkt ich bin zu viel – Ich habe was falsch gemacht.

00:13:32: Hier entsteht also die Lücke nicht im Elternteil sondern in der kindlichen Interpretation weil es nicht mehr weiß.

00:13:40: Die gute Absicht existiert für das Kind nur, wenn es dies auch im Verhalten spürt.

00:13:48: Absicht selbst ist kein Handeln!

00:13:50: Der Vorsatz ist eine Idee im Kopf – dass umsetzen muss man in konkreten Momenten üben.

00:13:57: und genau sind diese Momente die in denen die eigenen Ressourcen am kleinsten sind Erschöpfung.

00:14:06: Ratgeberautoritäten übertönen die Intuition Der Wille war da, aber die Ausführung kippt unter Druck und dann gibt es danach das der Effekt nicht der Absicht folgt sondern der Ausführungen.

00:14:25: Das Kind erlebt nicht was du wolltest ist erlebt was du getan hast.

00:14:33: in meinen Geschichten passiert genau dass.

00:14:38: bei meinem Sohn war der Ratschlag des Kinderarztes der Auslöser für das schreien lassen Bei meiner Tochter die unbekannte Diagnose AVWS.

00:14:51: In beiden Fällen war der Bruch zwischen Wille und Wirkung, die Folge von etwas das wir als Eltern nicht wussten oder nicht steuern konnten.

00:15:03: Erst durch die Kraniosakraltherapie bei meinem Sohn legte sich der Schmerz, den ihn immer wieder geweckt hat.

00:15:12: erst als wir wussten dass Lara angetippt werden muss damit sie mitbekommt, dass sie angesprochen wird.

00:15:21: Änderte das wir Sie ergebnislos gerufen haben!

00:15:29: Was ich meine ist die Lücke entsteht weil die Absicht, die wir als Eltern für die Handlungen haben, die Wir tun Für das Kind unsichtbar ist.

00:15:44: Ob es die Erschöpfung ist Die äußeren Stimmen, die Ratgeber was auch immer die Ausführungen verzerrt.

00:15:52: Das Kind kann nicht den Willen sehen, sondern nur das Ergebnis.

00:16:01: Und daher mein Wunsch!

00:16:03: Dass jedes Kind in der Vergangenheit, in der Gegenwart und der Zukunft die Absicht spüren könnte, bedingungslos geliebt zu sein – und nicht den Effekt, der durch das Leben, die Umstände oder das hilflose Verhalten der Fürsorgenden entstanden

00:16:25: ist.".

00:16:27: Denn wäre das so, würden sich viele Menschen anders benehmen als sie es jetzt tun.

00:16:37: Das ist der Gedanke für heute und ich führe den in der nächsten Folge nochmal weiter!

00:16:43: Vielen Dank dass du zugehört hast und bis zur nächsten Folge Tschüss.

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