Grenzen ziehen

Shownotes

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00:00:05: Weg zur hundertsten Folge hat sich meine Tochter Lara gewünscht, dass ich eine Folge zur Abgrenzung mache.

00:00:12: Das versuche ich heute!

00:00:15: In der heutigen Folge geht es also um emotionale Grenzenziehen – sich also abgrenzen von anderen.

00:00:34: Warum ist Abgrenzungen überhaupt wichtig?

00:00:39: Für mich weil wir uns viel zu leicht verströmen und damit reißen lassen.

00:00:45: Ich bin sehr mitführend Die Emotionen anderer resonieren in mir, ist jemand äußerst glücklich und verströmt gute Laune.

00:00:53: Dann wird die Aussage geteilte Freude ist doppelte Freuda für mich deutlich spürbar!

00:00:59: Aber den zweiten Teil der Aussage der alten Weisheit – Geteiltes Leid ist halbes Leid kann ich für mich nicht bestätigen.

00:01:07: Denn….

00:01:08: Ich leide mit.

00:01:10: Nun arbeite ich seit über zwanzig Jahren in einem Job, indem ich am Telefon mit Menschen spreche und zu Fördermitteln

00:01:17: berate.".

00:01:19: Gesprächsführung ist da extrem wichtig.

00:01:23: Und auch Hygiene der eigenen Psyche, denn nicht jeder Anrufer ist freundlich und gut gelaunt – und nicht jeder bekommt alles was er will!

00:01:34: Und gerade wenn Menschen unzufrieden sind und ärgerlich mit mir reden, dann werde ich oft sehr nervös und fühle mich unwohl.

00:01:42: Besonders dann, wenn ich der Person keine Lösung anbieten kann….

00:01:47: Wenn meine Botschaft an die anrufende Person nun mal isst?

00:01:51: dass es keine Förderung gibt.

00:01:54: Den Ärger, den Frust die Verzweiflung spüre ich dann ganz deutlich in mir quasi vom Ohr in den Bauch und das habe ich lange Zeit einfach ertragen – Ich litt unter dieser Art von Anrufen!

00:02:11: Dann besuchte ich ein Seminar, in dem es darum ging eigene Grenzen zu erkennen und Grenzen zur Ziehen.

00:02:20: uns wurde ein ganzer Strauß an Techniken präsentiert Und eine sehr einfache Technik habe ich dann direkt beim nächsten unangenehmen Telefonnaht angewendet.

00:02:33: Es ist die bewusste Arbeit mit Körpersprache.

00:02:38: Ja, am Telefon!

00:02:40: Körpersprache – am Telefon.

00:02:43: Die Leute können mich ja nicht sehen aber die Körperhaltung verändert die Stimme.

00:02:49: Wenn du dich zum Beispiel aufrichtest Dann gibst Du Deiner Stimme mehr Resonanz.

00:02:54: Du sprichst freier Selbstbewusster.

00:02:58: Aber es funktioniert auch noch eine andere Haltung, gerade in den unangenehmen Gesprächen.

00:03:03: für mich Es hilft mir nicht mit dem Frust der Wut oder der Verzweiflung der anderen Personen mitzuschwingen.

00:03:12: Ich verschränke die Arme vor der Brust.

00:03:17: Das hilft mir eine Grenze zu ziehen Ein Inneres.

00:03:22: das ist nicht mein Problem.

00:03:25: Die verschränkten Arme geben mir das Gefühl von Sicherheit, aber eben auch von emotionaler Distanz.

00:03:33: Ich kann dann ruhiger zuhören, ruhiger denken und ruhiger antworten!

00:03:57: Vereinfacht, gesagt heißt es.

00:03:59: Nicht nur unsere Gefühle beeinflussen unseren Körper sondern unsere Haltung beeinflusst auch unsere Gefülle.

00:04:08: Es gibt Studien die zeigen das verschränkte Arme die Durchhaltekraft stärken und helfen die eigene Erregung zu regulieren Und ich kann das für mich bestätigen.

00:04:21: Die Haltung gibt dem Körper buchstäblich etwas zum Festhalten Und wenn ich die Arme verschränke, dann bleibt mein Kopf ruhiger.

00:04:30: Ich kann klarer denken und klarer antworten!

00:04:35: Und das Wichtigste daran ist?

00:04:37: – Ich muss es nicht perfekt können.

00:04:39: Ich setze es ein, wenn ich es schaffe, mich rechtzeitig daran zu

00:04:44: erinnern.".

00:04:47: Das ist der wahre Trick.

00:04:49: Ich muss nämlich zuerst mal merken, dass sich in eine emotionale Feedback-Schleife mit der anderen Person gerate….

00:04:57: Ich spüre das daran, wenn es Flau im Bauch wird oder mein Herzschlag steigt.

00:05:02: Wenn ich anfange zu spüren dass meine Hände schwitzen oder ich einen trockenen Mund bekomme oder die Atmung flacher und schneller wird.

00:05:13: Wenn nicht also spüre, daß mein vegetatives Nervensystem auf die durch Stimme und Worte transportierten Gefühle der anderen Person reagiert und mitschwingt dann kann ich meine Reaktion stoppen, indem ich die Arme verschränke.

00:05:33: Ich kann mich selbst beruhigen um die notwendige professionelle Distanz zu schaffen, um meinen Job zu machen – höflich und unaufgeregt!

00:05:45: Und das erleichtert nicht nur mir die Gesprächsführung und die Seelenhygiene.

00:05:51: Es hilft auch der anderen Person sich zu beruhgen oder sich zu klären.

00:05:58: Denn es gibt noch ein anderes Wissen, das mir hilft ruhig und bestimmt eine negative Botschaft zu übermitteln.

00:06:06: Das ist das Wissen um die Klippe der Hoffnungslosigkeit – und das Tal der Tränen!

00:06:14: Ein Nein wird selten sofort akzeptiert.

00:06:18: Die Gegenreaktion ist ganz oft?

00:06:20: Das kann auch nicht sein!

00:06:22: Die Eskalation davon ist….

00:06:24: aber meine Situation ist was ganz Besonderes!

00:06:28: Und dann weiter, das ist doch unfair!

00:06:32: Das ist ungerecht oder das ist total dumm.

00:06:38: Ich stelle mir einen solchen Ablauf eines Gesprächs gern als Schroffe- oder steile Klippe vor und mit jedem –das kann doch nicht sein– auf ein Nein arbeitet sich die anrufende Person daran nach unten und landet irgendwann im Tal der Tränen.

00:06:59: Und so schlimm sich das anhört, dass Tal der Tränen ist die Akzeptanz des Nein.

00:07:08: Es ist die Acceptanz, da es tatsächlich an dieser Stelle keine Lösung gibt.

00:07:15: und erst dann kommt die eigentlich wichtige Frage – und jetzt!

00:07:24: Das ist der Moment wo ein Mensch nach dem er das Nein akzeptiert hat, sich neu orientiert nach anderen Lösungen suchen kann.

00:07:36: Und damit helfe ich, wenn ich ein klares Nein gebe demjenigen sich schneller nach einer Alternative umzugucken!

00:07:49: Und was heißt das nun für uns?

00:07:50: Wenn wir Grenzen ziehen, wenn wir einen Nein überbringen müssen?

00:07:56: Früher habe ich ganz oft den Fehler gemacht.

00:07:59: Ich will freundlich sein.

00:08:07: Aber genau dieses Weichspülen sorgt dafür, dass der andere sich an jedem Wagensatz, an jedem vielleicht.

00:08:16: An jedem Konjunktiv!

00:08:18: An jedem.

00:08:19: es tut mir leid aber festhält vor dem Absturz Versuch zu retten.

00:08:27: An jedem Absatz dieser Klippe hängt dann Hoffnung und so sorge ich für mehr Leid oder zumindest verlängeres Leid, denn an dem Nein lässt sich ja nichts ändern.

00:08:45: Hart und klar im Nein zu sein hilft dem Gegenüber also schneller in das Tal der Trennen zu geraten!

00:08:53: Und dann – und das ist das Wichtigste dabei – nach Alternativen zu suchen.

00:09:00: Dabei isst eine Sache ganz, ganz wichtig.

00:09:03: Hart im Nein heißt nicht hart im Ton.

00:09:07: Die Klarheit liegt in der Sache... die Wärme ...in der Haltung.

00:09:13: Ein Nein kann unmissverständlich sein und trotzdem menschlich.

00:09:19: Es ist genau der Respekt, den unser Gegenüber verdient – ein ehrliches, klares Nein, das ihn nicht endlos hoffen lässt, sondern ihm erlaubt zu fragen….

00:09:32: Und jetzt?

00:09:34: …und damit dem Blick öffnet in die anderen Möglichkeiten!

00:09:49: Aber was wenn eine Bemerkung, einen Blick oder eine Handlung uns stärker und länger beeinflusst, als die Situation selbst andauert.

00:10:02: Auch das kenne ich nur zu gut!

00:10:04: Zum Beispiel bin ich letztens in einer unübersichtlichen Verkehrssituation in eine Kreuzung eingefahren und habe dabei einem Radfahrer die Vorfahrt genommen.

00:10:14: Der war nicht erfreut.

00:10:16: Es ist ihm nichts passiert, aber der Radfahrern rief laut – Ich habe hier Vorfahrten!

00:10:23: Das war mir total unangenehm.

00:10:25: Ich hatte das ja nicht gewollt, aber gutmachen konnte ich es jetzt auch nicht mehr.

00:10:30: Also begleitete mich dieses unangenehme Schuldgefühl nach Hause und ich kann es jetzt noch spüren.

00:10:38: Aber hier kommt die Sache!

00:10:41: Wie viel Macht gebe ich diesem anderen über mich?

00:10:45: Ist der Radfahrer wohl noch so lange über mich ärgerlich wie ich mich jetzt schuldig fühle?

00:10:51: Und diese Situation in meinem Kopf nochmal

00:10:54: durchspiele?!

00:10:56: Eher nicht, aber ich erlaube ihm in meinen Gedanken Wurzeln zu schlagen.

00:11:05: Das funktioniert übrigens auch ganz toll in die andere Richtung.

00:11:08: Jemand fährt vor mir aus einer Seitenstraße auf die Hauptstraße und zwingt mich zum Abbremsen – und das nur um kurz danach abzubiegen!

00:11:17: Und mich damit wieder zu hindern weiterzufahren weil er auf den Gegenverkehr warten muss... Ich werde also zweimal ausgebremst, weil die eine Person sagt ich will ja nur schnell da irgendwo hin.

00:11:31: Und wenn ich dann spüre, dass ich mich darüber aufrege?

00:11:38: Dann weiß ich, ich habe die Chance zu entscheiden!

00:11:59: Wie viel Raum gebe ich den anderen Personen in meinem Leben?

00:12:04: Sind Sie oder der Vorfall es überhaupt wert, dass sich Ihnen meine Energie, meine Gedanken und meine Zeit

00:12:13: widmen?".

00:12:16: Die Frage ist doch wie viel Raum in meinem Denken-und-Fühlen überlasse ich den Anderen.

00:12:23: Das is' etwas was Ich selbst entscheiden und kontrollieren kann!

00:12:29: Nicht die andere Person.

00:12:31: Der Fahrradfahrer hat mir eine Verkehrsregel erklärt.

00:12:35: Punkt!

00:12:36: Danke, Moving on!

00:12:39: Der Abbieger weiß nicht mal dass ich existiere Nur ich entscheide wie viel er von meinem Tag bekommt.

00:12:50: Ich ziehe die Grenze Ich bestimme den Raum Den ein anderer Eine andere Person in meinem Leben bekommt Und ich begrenze Ihre Macht über mich.

00:13:04: Das funktioniert übrigens nicht nur mit Menschen, sondern auch mit Nachrichten, Problemen und anderen belastenden Situation.

00:13:12: Denn ich muss nicht alles mit fühlen!

00:13:15: Ich muss mich nicht für alles aufregen!

00:13:17: Ich muß' mich nicht um Alles sorgen!

00:13:20: Und ich muß´nicht für andere alle Lösungen suchen!

00:13:24: Ich darf – und ich muess meine Grenzen ziehen!

00:13:28: Am besten so dass sich in dem Raum den diese Grenzen umschließen gut leben

00:13:33: kann!".

00:13:35: Und Grenzen, die ich gut verteidigen kann.

00:13:39: Ok!

00:13:40: Das Thema mit dem Raum den Ich Gut Verteidigen Kann ist vielleicht noch eine eigene Folge wert Aber wenn Du eines heute aus dieser Folge Mitnimmst dann hoffentlich das.

00:13:53: Grenzen zu ziehen Ist nicht unverschämt oder kalt.

00:13:58: Grenze sind Hygiene der eigenen Psyche und manchmal Sind sie auch das Freundlichste was wir für uns und den anderen tun können.

00:14:10: Vielen Dank fürs Zuhören!

00:14:12: Eine schöne Woche wünsche ich dir, tschüss!

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