Die Welt retten fängt klein an

Shownotes

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00:00:06: Hallo, schön dass du wieder eingeschaltet hast.

00:00:09: In der letzten Folge ging es mir um Müll und was der mit uns macht?

00:00:14: Und warum läute ich nicht einfach in den Mülleimer schmeißen?

00:00:17: Ich hatte angekündigt das sich eine Folge mache die sich an Eltern- und Fürsorgende richtet.

00:00:25: Als meine Kinder in der Schule noch waren erzählte mir meine Tochter aufgebracht von einer Situation die mich tief berührt hat.

00:00:33: Einer ihrer Klassenkameraden hatte aus dem Fenster geschaut und meinen Sohn dabei beobachtet, wie er Müll aufhob und in den Mülleimer packte.

00:00:41: Und dann sagte dieser Junge – in einem abfälligen Ton?

00:00:45: Dann kann der ja jetzt Müllmann werden!

00:00:49: Mich hat das sehr betroffen gemacht.

00:00:51: Nicht weil ich gegen die Karriere Müllman etwas

00:00:53: hätte,

00:00:54: sondern weil ich finde was mein Sohn da

00:00:56: tat

00:00:57: war genau das, was sich ihm auch

00:00:59: vorlebe.".

00:01:01: Und dir sah er ablassende Art, mit der ein junges Kind eine solche Handlung betrachtet.

00:01:06: Die fand ich erschreckend!

00:01:09: Es hat mich fragen lassen – wie sprechen Eltern eigentlich zu Hause mit ihren Kindern über

00:01:14: Müll

00:01:15: und über das Wegräumen

00:01:17: von Müll?

00:01:18: Und vor allem, wie vermitteln wir unseren Kindern,

00:01:21: dass es dabei

00:01:22: um mehr geht als nur um

00:01:23: Sauberkeit?!

00:01:27: In dieser Folge geht

00:01:28: es mir genau darum….

00:01:29: Was können wir als Fürsorgende und Eltern tun, damit unsere Kinder verstehen das Müll der

00:01:35: einfach in der Natur liegt

00:01:37: eine Auswirkung hat?

00:01:38: Und zwar nicht nur auf die Tiere.

00:01:40: Nicht nur auf Die Umwelt sondern auf uns!

00:01:43: Auf unsere Psyche.

00:01:45: Auf die Art wie wir miteinander umgehen.

00:01:50: In unserer Stadt gibt es regelmäßig zum Frühjahr

00:01:53: einen Aufräumtag.

00:01:55: An diesem Aufräume Tag kann sich jeder melden und bekommt von den entsprechenden Stellen, Mülltüten- und Greifzangen ausgehändigt.

00:02:06: Und kann sich daran beteiligen die gemeinsam geteilten Grünzonen zu

00:02:10: säubern.".

00:02:12: Ich finde diese Aktion super!

00:02:15: Aber ich finde sie findet viel zu wenig statt?

00:02:18: Ich verstehe, dass so ein Tag eine große organisatorische Herausforderung ist... Aber das gemeinsame Aufräumen der gemeinsam geteilten Flächen ist doch eine Tätigkeit, die wir viel öfter zelebrieren sollten.

00:02:34: Denn es geht eben nicht nur um das Ergebnis – Es geht um das Gefühl der Gemeinschaft, um das Bewusstsein, dass wir alle Verantwortung tragen!

00:02:45: Mit Sicherheit spielt es eine Rolle, daß ich als Kind zusammen in dem Verein, in dem ich war Geholfen habe, die Grünanlagen zu säubern.

00:02:55: Es gab immer einen großen Fototermin am Ende und wir haben stolz präsentiert was wir alles aus den Grünanlagen geholt hatten von weggeworfenen Zigarettenpackungen bis hin zu Fahrrädern oder gar Fernseher Das Wegräumen vom Müll.

00:03:11: andere hat sich dabei bei mir eingeprägt Und wenn ich jetzt spazieren gehe packe ich mir selbst oft Handschuhe unter eine Plastiktüte in die Tasche

00:03:22: Nicht nur um meine eigenen Müll zu entsorgen, sondern auch um unterwegs Müll aufzuheben ohne mich dabei

00:03:29: zu beschmutzen.

00:03:30: Es ist eine einfache Gewohnheit die mir zeigt Verantwortung zu übernehmen kann so

00:03:35: leicht sein

00:03:37: und wenn meine Kinder das sehen dann ist es für sie normal!

00:03:41: Es wird so etwas was man einfach tut ohne groß darüber nachzudenken Lernen am Modell.

00:03:58: Wir wissen aus Studien dass Müll in der Landschaft eben nicht nur hässlich

00:04:02: aussieht,

00:04:03: sondern auch etwas mit uns macht.

00:04:05: Denn er signalisiert – hier kümmert sich niemand!

00:04:08: Und wenn sich niemand kümmet?

00:04:10: Warum sollte ich das dann

00:04:11: tun?!

00:04:14: Also wie bringen wir das unseren Kindern bei ohne dass es wie eine Belehrung klingt?

00:04:20: Ich bin überzeugt, der erste Schritt ist es Vorbild zu sein.

00:04:24: Den Kinder lernen durch Beobachtungen.

00:04:27: Wenn Sie sehen, daß wir den Müll aufheben Wenn wir nicht wegschauen, wenn wir Verantwortung übernehmen.

00:04:34: Dann tun sie es

00:04:35: selbst

00:04:36: uns

00:04:37: nach.".

00:04:39: Mein Sohn hat das von uns gelernt und ich war

00:04:41: stolz darauf dass er es tut.

00:04:43: Aber die Reaktion

00:04:44: der Klassenkameraden hat mir gezeigt Es reicht eben nicht nur es vor zu leben Wir müssen auch darüber

00:04:50: sprechen!

00:04:51: Wir müssen unseren Kindern erklären warum es wichtig

00:04:54: ist.

00:04:55: Es geht nicht darum, ihnen Angst zu machen oder sie mit Schuldgefühlen zu belasten sondern darum um ihnen zu zeigen dass ihr Handeln Konsequenzen hat für die Umwelt, für die Tiere aber auch für die Menschen um sie herum.

00:05:11: Wir können es Ihnen erklären indem wir es selber tun und sagen ich packe diesen Müll weg auch wenn er nicht von mir stammt und schmeiße ihn in eine Mülltonne weil es uns allen besser geht wenn es hier sauber ist.

00:05:25: Wir haben unseren Kindern, unsere Tätigkeiten und Regeln immer erklärt.

00:05:30: So wussten unsere Kinder immer wir tun nicht etwas nur weil man es so tut sondern es hat alles einen Grund eine nachvollziehbare Erklärung warum es wichtig ist zu tun.

00:05:43: Und genau das hat bei ihnen verfangen.

00:05:46: Es geht eben darum regeln nicht als einer Einschränkung Sondern als etwas Positives zu vermitteln.

00:05:53: Regeln geben uns Sicherheit.

00:05:55: Sie helfen uns, gut zusammenzuleben.

00:06:00: Mein Sohn hatte mich gebeten über dieses Regeln aufstellen und erklären und neu verhandeln eine eigene Folge zu machen – und das werde ich auch irgendwann in Zukunft tun!

00:06:11: Jetzt erstmal wieder zurück zum Müll und dem Vorleben und dem Erklären, warum wir den Müll für andere wegräumen.

00:06:20: Denn wenn wir Müll wegräumen, dann tun wir es eben nicht nur für uns sondern für alle Und das ist für die Kinder ebenfalls eine Lektion, eben im Gemeinschaftssinn.

00:06:34: Natürlich gibt es auch Momente in denen Kinder genervt sind oder nicht verstehen warum sie ihren Müll nicht einfach liegen lassen können – oder Sie sind abgelenkt und es passiert

00:06:44: zufällig!

00:06:46: Aber genau darin liegt eben die Chance.

00:06:48: wir können Ihnen erklären

00:06:49: dass jeder kleine Beitrag zählt,

00:06:56: Und hier kommt das, was mir besonders wichtig

00:07:01: ist.

00:07:02: Unser Handeln hat eine Wirkung!

00:07:05: Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint.

00:07:09: Ich erinnere mich an meine Zeit in der Universität – gut da sind eher große Kinder unterwegs gewesen.

00:07:14: aber wenn ich in der Cafeteria

00:07:16: saß

00:07:17: dann begann ich irgendwann die liegengelassenen Müllsachen auf den Tischen einzusammeln

00:07:22: und wegzuwerfen.

00:07:24: Das wurde am Anfang lachend von den Kommilitonen kommentiert Aber mit der Zeit bemerkte dass andere mich beobachtet hatten und plötzlich begannen sie auch, ihren Müll wegzuwerfen.

00:07:36: Das fand ich ermutigend!

00:07:37: Es hat mir gezeigt selbst wenn andere erst mal lachen oder wegschauen unser Handeln hat immer einen Einfluss es wirkt

00:07:45: nach

00:07:45: – es sendet eine Botschaft

00:07:47: aus

00:07:48: Und diese Botschaft kann sich ausbreiten

00:07:51: wie die Wellen

00:07:51: im Wasser.

00:07:53: Und das ist eine Erinnerung daran für uns als Erwachsene dass wir eben nicht nur über die großen Probleme der Welt sprechen müssen, sondern über die kleinen Dinge, die wir jeden Tag tun können.

00:08:08: Denn das gibt unseren Kindern die Möglichkeit zu sehen.

00:08:12: es geht darum Verantwortung zu übernehmen für das was direkt vor uns liegt.

00:08:19: kleine Aufgaben die man direkt erledigen kann geben auch Kindern das Gefühl dass sie Einfluss nehmen können dass sie eine Kraft sind.

00:08:30: Und das ist ein tolles, selbstbestätigendes Gefühl!

00:08:35: Und wenn Sie dann auch noch verstehen, warum Sie das tun, dass es einem guten Zweck

00:08:40: dient?

00:08:41: Dann ist das eine Motivation die bleibt.

00:08:46: und wenn du dich jetzt fragst wie du das umsetzen kannst konkret in deiner Familie fang einfach an nimm beim nächsten Spaziergang vielleicht einfach Einweghandschuhe und eine kleine Tüte mit Und wenn du Müll siehst, dann hebt ihr es auf.

00:09:02: Ihr könnt das als Spiel gestalten oder ihr könnt ganz bewusst an einem Aufräumtag in eurer Stadt und in eure Region teilnehmen – oder ganz bewusst in den Park gehen um Müll aufzuheben!

00:09:18: Du wirst sehen dass deine Kinder dich darauf aufmerksam machen, dass da irgendetwas rumliegt und dass sie's stolz wegschmeißen.

00:09:26: Das ist eine Erkenntnis, die ich sowohl aus dem Pädagogikstudium als auch aus meiner Zeit als Mutter mitbekommen habe.

00:09:35: Kinder wollen eine Kraft sein!

00:09:37: Sie wollen helfen – sie sind soziale Wesen und wenn wir ihnen die Möglichkeit geben und zeigen was sie tun können dann helfen sie gerne mit.

00:09:50: vielleicht nicht immer aber immer öfter.

00:09:53: Und je öfter wir bei einem Spaziergang im Park, im Wald in der Natur Müll aufheben und ihn dann in die Mülltonne schmeißen.

00:10:03: Je leichter wird es fallen, je natürlicher wird das sich anfühlen – und je unnatürliche wird es sich anführen wenn wir entliegen lassen oder gar selber Müll in die Natur schmeißn.

00:10:17: Am Ende geht es darum zu verstehen dass Müll, dieses eine Taschentuch, diese Tüte eben nicht nur einfach ein Stück Müll ist, sondern dass es Auswirkung hat.

00:10:34: Auf die Umwelt!

00:10:36: Aber eben auch auf uns, auf unser Sozialgefüge, auf unsere Sicherheitsempfinden und das es so einfach ist dazu etwas beizutragen dies zu verbessern.

00:10:50: Und ich finde es toll wenn auch in der Schule den Kindern erklärt würde warum man Pausendienst hat?

00:10:56: Warum man Müll aufhebt und dass es nichts Abfälliges ist, sondern ein Dienst an der Gemeinschaft.

00:11:04: Und das etwas Ehrenvolles ist für andere die Welt ein bisschen besser zu machen.

00:11:11: Genau deshalb mache ich diese Folge!

00:11:13: Um anderen Mut zu machen sich einzusetzen um Kindern etwas beizubringen was wichtig für unser Zusammenleben als Gesellschaft ist.

00:11:24: nicht als Belehrung als Hilfe zur Erkenntnis, dass es am Ende nicht nur um Müll geht sondern darum geht unseren Kindern beizubringen.

00:11:37: Dass sie Teil von einem größeren sind und das ihr Handeln Bedeutung hat Und dass die Macht haben etwas zu verändern Ein Stück Müll nach dem anderen.

00:11:57: Vielen Dank fürs Zuhören!

00:11:59: Ich freue mich wenn du vielleicht beim nächsten Spaziergern auch ein Stück Müll aufhebst und in den Mülleimer schmeißt.

00:12:07: Vielen Dank dafür!

00:12:08: Tschüss.

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