Davon geht die Welt nicht unter – oder doch?

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00:00:06: Schön, dass du wieder eingeschaltet hast.

00:00:09: In der heutigen Folge mache ich mir Gedanken über Müll und zwar den Müll, der nicht in dem Mülleimer landet sondern irgendwo in der Gegend liegt am Straßenrand Am Waldrand Mitten im Wald Auf der Wiese auf der nächsten Bank Überall da wo Menschen der Meinung sind Dass sie in Müll einfach liegen lassen können.

00:00:34: Und weil mich das in letzter Zeit besonders genervt hat habe ich ein bisschen dazu recherchiert, was Müll mit uns macht.

00:00:41: Warum es uns so ärgert?

00:00:43: Wenn er irgendwo rumliegt und warum es Menschen gibt die einfach nicht den Müll in den Mülleimer schmeißen.

00:00:51: Das Ergebnis ist diese Folge

00:01:03: Wie oft gehst du spazieren und ärgerst dich über dem Müll der irgendwo rum liegt?

00:01:09: Mir passiert das ganz häufig Und dann sehe ich eine Plastiktüte, eine Schipstüte die im Gebüsch hängt.

00:01:17: Eine leere Dose oder ein Zigarettenpackung am Wegesrand und jedes Mal halte ich an.

00:01:24: Ich hebe es auf und werfe es in den nächsten Mülleimer.

00:01:28: Das ist schon fast ein Reflex geworden aber warum?

00:01:32: Woher kommt dieser Trang etwas zu tun was eigentlich in der Verantwortung desjenigen liegen sollte der den Müll verursacht?

00:01:45: Vielleicht mache ich es einfach, weil mein Vater es vormacht.

00:01:50: Er sagt immer, es profitieren alle davon wenn es sauber

00:01:53: ist.".

00:01:54: Und das glaube ich ihm gern!

00:01:58: Aber ich verstehe nicht warum es so viele Menschen gibt die ihren Müll einfach so liegen lassen oder ganz bewusst in der Natur entsorgen als ob die Welt ihr persönlicher Abfalleimer wäre?

00:02:12: An Autobahnausfahrten frage ich mich woher kommt dieser ganze

00:02:16: Müll?

00:02:17: Ist es Bequemlichkeit, Gleichgültigkeit oder etwas Tieferes?

00:02:23: Etwas was mit unserer Haltung zu regeln oder zur Wahrnehmung von Verantwortung zu tun hat?

00:02:29: Wissen die Menschen nicht, was sie da tun?

00:02:34: Im Grunde genommen ist Müll eben mehr als nur Dreck.

00:02:38: Er isst nämlich ein sichtbares Symptom für etwas Größeres Wie wir als Gesellschaft mit Regeln, Normen und gemeinsamer Verantwortung umgehen.

00:02:50: Und die Forschung zeigt Unordnung und Müll haben eine messbare Auswirkung auf unser Verhalten.

00:02:59: Die Broken Windows Theory, die Theorie der zerbrochenen Fenster.

00:03:04: Sie stammt aus der Kriminologie und besagt wenn in einer Umgebung Zeichen von Vernachlässigung sichtbar sind wie zum Beispiel zerbrochene Fenster Graffiti oder Müll?

00:03:17: Dann signalisiert das hier kümmert sich niemand.

00:03:23: Warum sollte ich mich dann an die Regeln halten?

00:03:27: In einem Experiment der Universität Croningen wurde getestet, wie Menschen

00:03:32: in sauberen oder

00:03:34: verschmutzten Umgebungen reagieren.

00:03:37: In einer sauberer Umgebung warfen nur vier Prozent der Passanten ihren Müll auf den Boden.

00:03:43: In eine verschmutzen Umgebungszeit waren es sechszehn Prozent – also viermal so viele Menschen!

00:03:50: Noch beunruhigender, in der verschmutzten Umgebung stahlen auch mehr Menschen oder zeigten weniger Hilfsbereitschaft.

00:03:58: Die Forscher schlossen darauf Unordnung senkt nicht nur die Hemmschwelle für Littering –

00:04:05: also

00:04:06: für das bewusste Verschmutzen der Umgebungen – sondern für Regelverstöße allgemein.

00:04:14: ein weiteres Phänomen ist der sogenannte Kebeleffekt!

00:04:18: Menschen passen ihr Verhalten unbewusst an die wahrgenommenen Norm ihrer Umgebung an.

00:04:24: Wenn alle Müll liegen lassen, dann scheint das plötzlich normal und damit akzeptabel

00:04:29: –

00:04:30: und umgekehrt Geld!

00:04:31: In einer sauberen Umgebungen fühlen sich die Menschen eher verpflichtet

00:04:36: selbst sauber zu bleiben.

00:04:39: Eine Studie der Universität von California

00:04:42: zeigt,

00:04:43: dass selbst kleine Hinweise auf soziale Normen die Mülleinsorgung um bis zu fünfzig Prozent verbessern können.

00:04:50: Sie haben die Wirkung von sozialen Normen untersucht.

00:04:54: dabei unterscheiden sie zwischen deskriptiven Normen also das was andere tun ist ein Out sauber.

00:05:01: dann werfen Menschen weniger Müll weg und injunktive Normen Das zeigen was Sozial erwünscht ist zum Beispiel durch klare

00:05:12: Verbotsschilder

00:05:13: oder Symbole gegen den Müll.

00:05:17: In beiden Sachen stellen Sie einen Verhaltenseffekt dar, schon kleine visuelle Hinweise lenken die Aufmerksamkeit auf

00:05:25: saubere

00:05:25: Standards und senken das Fehlverhalten

00:05:28: deutlich!

00:05:35: Im Gegenteil sprechen die Forscher von einem sogenannten Gateway-Verstoß.

00:05:40: Kleine Regelbrüche, wie zum Beispiel das Verschmutzen, das Müll wegwerfen können den Weg für schwerwiegendere Verstöße ebnen.

00:05:49: Eine Langzeitstudie in New York fand heraus dass Nachbarschaften mit viel Müll und Graffiti nicht nur mehr Wanderlismus sondern auch höhere Kriminalitätsraten aufwiesen – nicht weil die Unordnung die Kriminalität direkt

00:06:03: verursachte,

00:06:04: sondern weil sie ein Klima der Gleichgültigkeitsschuf.

00:06:11: Und warum werfen Menschen nun Müll einfach in die Gegend?

00:06:16: Die Forschung hat dafür mehrere Gründe.

00:06:19: Bequemlichkeit, Diffusion der Verantwortung, fehlende Konsequenzen

00:06:25: oder

00:06:26: kognitive Dissonanz.

00:06:30: Die Bequemerlichkeit lässt sich mir gut erklären!

00:06:33: Der nächste Mülleimer ist fünfzig Meter weg.

00:06:36: Oder man müsste den klebrigen Becher so lange festhalten, bis man zu Hause ist.

00:06:40: Es ist schlichtweg müllloser, den Müll einfach fallen zu lassen oder auf die nächste Bank zu stellen – anstelle ihn mitzunehmen!

00:06:50: Was mit der Diffusion der Verantwortung gemeint ist?

00:06:55: Naja wenn ein Ort ohnehin schon zugemült ist oder viele Menschen im Park unterwegs sind dann denkt man sich eben ach die Stadt reinigt hier sowieso jeden Tag oder das macht doch hier jeder.

00:07:07: Also warum sollte ich ausgerechnet meinen Müll wegräumen?

00:07:11: Man schiebt die Verantwortung also auf die Allgemeinheit, die anderen oder die Müllabfuhr.

00:07:20: Die fehlenden Konsequenzen sind auch wieder klar verständlich.

00:07:24: Das Risiko beim Wegwerfen erwischt und mit einem Bußgeld bestraft zu werden – das ist extrem gering!

00:07:31: Und wenn jemand hinsieht und keine Konsequentzentronen dann fehlt doch der Anreiz sich an die Regeln zu halten Wenn man nicht selber versteht, wozu sie da sind.

00:07:44: Und dann kommt die beliebte kognitive Dissonanz – die taucht ja wohl immer wieder auf!

00:07:49: Man weiß eigentlich, dass der Müll in der Natur schlecht ist.

00:07:53: Aber man hat eben gerade keine Lust ihn mitzunehmen oder es ist unbequem.

00:07:59: und um das schlechte Gewissen zu beruhigen sucht das Gehirn also ausreden.

00:08:03: Das ist ja nur eine Kippe, die ich da wegschmeiße.

00:08:07: Der Becher ist sowieso aus Papier und verrottet schnell.

00:08:11: Oder auch, ich zahle schließlich Steuern dafür das hier sauber gemacht werden und dass die Müllmänner was zu arbeiten haben!

00:08:29: Aber die Daten zeigen auch klar es macht sehr wohl einen Unterschied.

00:08:34: Jeder einzelne Müll ist ein Signal an uns selbst... ...und an andere Und das betrifft uns alle.

00:08:44: Eine saubere Umwelt ist nicht nur im Interesse von Naturschützern oder von ordnungsliebenden Menschen.

00:08:51: Sie ist im Interresse einer jeden Person, die in einer funktionierenden Gesellschaft leben möchte!

00:08:58: Wenn wir zulassen dass kleine Regelverstöße normal werden dann ebnen wir den Weg für größere.

00:09:05: Das fängt bei Müll an und hört bei Respektlosigkeit Egoismus oder Gewalt

00:09:10: auf.

00:09:13: Ja Ich gebe zu, manchmal bin ich genervt wenn ich den Müll aufhebe, genervt von den Menschen die ihn hingeworfen haben.

00:09:21: Aber ich sehe es trotzdem halt meine Aufgabe!

00:09:25: Als eine Aufgabe von uns allen, denen der Müll auffällt.

00:09:29: Denn Sauberkeit ist keine Privatangelegenheit sondern eben eine gesellschaftliche

00:09:34: Aufgabe.

00:09:35: Jeder sollte sich verantwortlich fühlen weil es jeden etwas angeht.

00:09:41: und dann erinnere mich an die Worte meines Vaters und an die Studien.

00:09:45: Und ich denke, wenn ich es jetzt gerade nicht wegschmeiße, wer tut das dann?

00:09:52: Vielleicht geht es aber auch gar nicht darum, die Welt im Alleingang zu retten – vielleicht geht es darum ein Zeichen zu setzen!

00:09:58: Ein Zeichen für andere….

00:10:01: …ein Zeichen, dass wir nicht weggeschauen….

00:10:04: Dass wir nicht akzeptieren, dass Regelverstöße normal werden.

00:10:09: Und manchmal wirkt dieses Zeichen weiter als wir denken.

00:10:13: Ein Beispiel Mein Vater sammelte mal wieder Müll in einer nahen Grünanlage.

00:10:19: Die Jugendlichen saßen auf einer Bank und machten ihre Witze auch über ihn!

00:10:24: Und dann fragte einer von ihnen, warum machst du das?

00:10:28: Und mein Vater sagte ich mache das weil ich überzeugt bin dass es uns allen besser geht wenn es hier sauberer ist.

00:10:36: Dann macht er einfach weiter.

00:10:38: Einer der Jugendlichen knüllte gerade seinen Müll zusammen und wollte ihn einfach ins Gebüsch werfen.

00:10:44: Doch ein anderer hielt ihn auf, nein!

00:10:47: Da trüben es doch den Mülleimer.

00:10:49: Und zumindest in diesem Moment landete der Müll im Eimer.

00:10:57: Genau das ist die Macht der kleinen Gesten.

00:11:01: Sie sind wie Steine, die ins Wasser fallen – und die Wellen reichen weiter als wir's

00:11:06: sehen.".

00:11:08: Und vielleicht braucht es auch nur einen Moment, einen Satz eine Haltung um etwas in Bewegung

00:11:13: zu setzen.

00:11:15: Okay also meine kleine Recherche hat mir gezeigt dass es Gründe gibt warum Menschenmüll wegschmeißen.

00:11:24: sie hat mir auch gezeigt was der Effekt von Müll ist und das das Gefühl von meinem Vater oder das Bedürfnis von mir weitergeht als nur ein Reflex Dass wir die Gründe, warum Menschen Müll wegschmeißen beeinflussen können durch unser eigenes Verhalten und Vorleben.

00:11:46: Also ist es vielleicht gar nicht so schlimm dass ich einem Reflex folge und den Mülleaufhebe und in den Müllaimer schmeiße.

00:11:54: Und wer weiß?

00:11:55: Vielleicht hat dieser Beitrag in meinem Podcast einen Effekt auf dich!

00:12:02: Und du hebst demnächst auch Müll auf eben weil Du verstehst das es ein Vorbild ist Für andere?

00:12:10: Und dass es uns allen besser geht, wenn die Straßen und die Parkanlagen sauberer sind.

00:12:17: Ich komme außerdem nicht umhin davon überzeugt zu sein das ist auch etwas mit Erziehung zu tun hat.

00:12:24: Schließlich haben wir schon von Vorbildern gesprochen also werde ich noch eine weitere Folge machen diesmal für den Aspekt von Eltern und Fürsorgenden und dem Vorbild den wir unseren Kindern geben können.

00:12:43: Zum Abschluss dieser Folge gebe ich dir eine Hausaufgabe mit.

00:12:47: Beim nächsten Spaziergang, wenn du im Müll siehst, der irgendwo rumliegt, heb ihn auf und schmeiß ihn in den nächsten Mülleimer!

00:12:56: Und wenn du das tust, denk daran – Du setzt ein Zeichen.

00:12:59: Du setzt dein Zeichen, dass es dir nicht egal ist wie die Umwelt aussieht.

00:13:04: Und vielleicht trägst du andere an, es dir gleich zu tun?

00:13:08: Auf jeden Fall aber leistest du einen Beitrag dafür dass sich die Umgebung besser anfühlt und damit sicherer für alle wird.

00:13:20: Vielen Dank fürs Zuhören, tschüss!

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