Erfolg mit Haken

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00:00:01: Hallo und wie schön, dass du zur hundert einsten Folge auch wieder eingeschaltet hast.

00:00:06: Meine Aufforderung zu hundertsten Folge Feedback zu bekommen war ein großer Erfolg!

00:00:12: Und wie ich es aus unserem Rollenspiel mit den Fate-Regeln sagen würde – Es war ein Erfolg mit einem Haken.

00:00:20: Der Haken ist das mein Sohn mir auch ein Feedback gegeben hat was sich nicht so gerne gehört habe.

00:00:33: Das Feedback von Max zur hundertsten Folge hat mich nachdenklich gemacht.

00:00:38: Er meinte, dass meine Podcast-Folgen dann nicht so interessant für ihn sind wenn sie von einem Zeitungsartikel angestoßen sind und quasi nur sagen hey ich habe da was gelesen Es hat mich so bewegt weil max bewohnt hat das er in diesen folgen meiner eigene Erfahrung vermisst.

00:00:57: Und das ist ja lustig denn nur aufgrund meiner eigenen Erfahrungen Resonieren diese Zeitungsartikel mit mir.

00:01:06: Und gleichzeitig macht es mich betroffen, denn es ist mir wichtig authentisch aufzutreten und wenn meine Folge so wirkt als würde ich keine eigenen Erfahrungen teilen dann stört mich das irgendwie.

00:01:20: Grund genug diesen Gefühl und dem Feedback von Max eine eigene Folge zu widmen.

00:01:35: Vielleicht ist die gefühlte Abwesenheit von meiner Erfahrung in solchen Folgen, die Max erwähnt hat, dem geschuldet?

00:01:42: Dass ich nicht anecken möchte.

00:01:45: Dass sich die heutigen Herausforderungen nicht kleinreden will und daher versuche meine veralteten Ideen oder meine vielleicht veraltete Ideen an die neuen Situationen anzupassen!

00:01:58: Und dann wird es eben holprig – und vielleicht auch etwas blutleer.

00:02:04: Auf jeden Fall aber hat mir das Feedback gezeigt Dass diesen Folgen vielleicht genau das fehlt, was ich mir öfter zutrauen sollte.

00:02:14: Nämlich dass meine Erinnerungen, meine Entscheidungen auch meine gelebten Erziehungsüberzeugung noch heute Aktualität haben.

00:02:26: Vielleicht funktioniert es auch ganz ohne die Anpassung an mutmaßliche heutige Situationen.

00:02:35: Konkret hat Max seinen Feedback an der Folge Kinder stark machen gegen Egozentrismus, genannt.

00:02:43: Also wütme ich mal meine Reflexion dieser Folge!

00:02:50: Warum hört sich die Folge so an als wären es aufgesetzte theoretische Vorschläge?

00:02:57: Weil sie es zum Teil

00:02:58: sind?!

00:03:00: Weil meiner eigene Erfahrung natürlich nicht die heutige Zeit abbilden kann... Ich glaube, es liegt daran, dass ich mir nicht erlaubt habe meine veralteten Erfahrungen auf die aktuelle Welt konkret zu machen.

00:03:16: Denn – Die Welt hat sich verändert!

00:03:19: Als meine Kinder kleiner waren gab es noch keine sozialen Medien in der heutigen Form aber vor allen Dingen gab es außer Papa auch niemanden in der Familie, der ein eigenes Handy hatte.

00:03:33: Das gab es erst als meine Kinder schon im Teenage-Alter waren.

00:03:37: Zuvor gab es limitierte Zeit an Papas altem Handy.

00:03:41: Und es gab den Computer und das Nintendo, aber mit dem eigenen Handy gab es plötzlich YouTube Internet und die App Amino oder so ähnlich.

00:03:56: Die hatte ich entdeckt und sie war so etwas wie eine geschützte Ecke des Internets zum Austauschen von gegenseitigen Ideen und Hobbys.

00:04:07: aber die ständige Verfügbarkeit eines Handys, so wie es heute viele Kinder Realität haben.

00:04:14: Aber die ständig verfügbarkeit des Handys sowie es für viele Familien heute Realität ist?

00:04:21: Die gab's bei uns nicht!

00:04:25: Und ja deshalb finde ich es etwas schwierig meiner eigenen Erfahrungen zu teilen vielleicht weil ich befürchte man würde sagen Ich bin out of date.

00:04:37: Also habe ich in der Folge versucht meine Erfahrung an heutige Phänomene anzupassen und Beispiele herausgesucht, die vielleicht dann eben sehr unpersönlich wirken.

00:04:51: Die Kritik ist also durchaus berechtigt – und ich nehme sie mir zu Herzen!

00:04:56: Aber so ganz unkommentiert kann ich Max' Kritik nicht stehen lassen, denn wenn mich ein Artikel inspiriert, hat das immer etwas mit mir zu tun, was der Artikel an Erinnerungen bei mir auslöst.

00:05:13: So war es zum Beispiel auch bei dem Artikel über das What about me ism?

00:05:19: Denn ich hatte gerade beim Lesen des Artikels, Laras Erzählung direkt im Ohr wie sie über die heutigen Schulkindersprach, die von denen einige Schwierigkeiten haben zu akzeptieren – bei einer gemeinsamen Filmproduktion mal gerade nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen!

00:05:40: Sie sprach von einer Art Selfie-Nazismus.

00:05:44: Schon Kinder unter zehn Jahren haben ihr eigenes Handy und machen ihre eigenen Fotos, teilen diese mit ihren Freundinnen oder auf den Social Media Accounts.

00:05:55: Und unabhängig davon was ich daran gefährlich finde ist eine Entwicklung die daraus folgt dass das Kind den Eindruck hat es stehe immer selbst im Fokus Denn ein Selfie bildet ja immer sich selbst ab.

00:06:13: Wie ich in der Folge und wenn ich keine Bohnen mag, erklärt habe ist das selbst zentrierte Weltbild für den Menschen natürlich!

00:06:23: Wir sehen alles durch unsere eigene Brille und schließen von uns auf andere.

00:06:29: Und gerade bei kleinen Kindern ist es noch viel deutlicher ausgeprägt... Aber?

00:06:35: Und jetzt irritiere ich aus einem der größten Science-Fiction Romane der Welt Es ist eine Sache, sich für die wichtigste Person im Universum zu halten.

00:06:45: Es ist deine völlig andere von einer Maschine darin bestätigt zu werden.

00:06:51: Dieser Satz steht so oder ähnlich in per-anhalterdüchtige Galaxis – oder auch in den nachfolgenden Büchern!

00:06:59: Und diese stammen aus der Feder von Douglas Adams und beziehen sich auf Zafford Bibelbrocks und sein Erlebnis mit dem totalen Durchblicksstudel.

00:07:11: In der heutigen Zeit trifft es aber eben den Kern unseres kleinen digitalen Helfers, der in unserer Tasche steckt.

00:07:19: Denn alles dreht sich darin um die Selbstdarstellung und um die Likes!

00:07:25: Diese süchtig machenden Elemente der sozialen Medien füttern unsere Belohnungszentren im Gehirn – und die Algorithmen suggerieren uns du bist das Zentrum, deine Meinung zählt.

00:07:37: Alles wird zu dir

00:07:38: passen!".

00:07:41: Wenn der Feed also nur noch Inhalte vorschlägt, die zu dem passen was sein Kind mag und so seinen Interessen passen dann gewöhnen sich die Kinder eben noch schneller als Erwachsener daran dass alles auf sie zugeschnitten ist.

00:08:00: Sie entwickeln eine Erwartungshaltung das die ganze Welt sich an sie anpassen muss und eben nicht umgekehrt.

00:08:08: Und genau das habe ich als Erinnerung aus dem Gespräch mit Lara über die Schulkinder behalten.

00:08:16: Und unsere Aufgabe, als Eltern ist es unseren Kindern zu helfen, dass Inhalte, Regeln und Situation eben Zielgruppen haben – und das sich nicht alles um sie dreht!

00:08:30: Das tut weh!

00:08:32: Den Eltern wie den Kindern.

00:08:35: Denn das ist unangenehm.

00:08:37: Und den Frust eines Kindes auszuhalten, das ist für Eltern Keine Freude!

00:08:43: Egozentrismus verfestigt sich, wenn Kinder nicht lernen die Perspektive anderer einzunehmen und die Meinung anderer zu respektieren.

00:08:55: Aber genau das lässt sich eben üben im Gespräch.

00:09:00: Mein Mann kommentierte die Folge so Und wieder läuft es darauf hinaus mit seinen Kindern Zeit zu verbringen und mit ihnen zu reden.

00:09:11: Ja, genau darum geht es.

00:09:14: Das ist, was mich bewegt und was ich mit Sorge betrachte wenn ich auf den heutigen Umgang mit Kindern schaue.

00:09:22: Denn meine Grundhaltung dazu ist nach wie vor die gleiche es geht nicht darum Kinder zu belehren sondern mit ihnen auf Augenhöhe ins Gespräch zu kommen denn nur so lernen sie ihre eigenen Stimmen zu finden und die der anderen zu respektieren seine kinder so zu sehen Ihre Gefühle, ihre Interessen, ihre Weltsicht wahrzunehmen sich dafür zu interessieren und im Gespräch respektvoll die eigene Sichtweise einzubringen.

00:09:54: Das ist deshalb wichtig weil es die Grundlage für eine gesunde Persönlichkeit ist.

00:10:01: Wer sich wertgeschätzt und gesehen fühlt von den Menschen die seine Basis sein Zuhause sind der kann gut aushalten wenn ein Post einmal nicht auf ihn oder sie zugeschnitten ist.

00:10:16: Der kann anderen Menschen die Minuten im Rampenlicht gönnen, weil sein Selbstwertgefühl nicht vom gesehen werden abhängt.

00:10:27: und je kleiner die Kinder, je einfacher und einfühlsamer sollten solche Gespräche verlaufen.

00:10:36: Und es ist auch meine Überzeugung dass Kinder unter zwölf keinen unregulierten und unbeobachteten Zugang zum Internet oder den sozialen Medien haben sollten!

00:10:48: Und damit meine ich nicht, dass man Software-Tracker oder Kontrollen auf die Handys spielt.

00:10:53: Ich meine damit, das wir uns mit unseren Kindern gemeinsam das Internet erkunden sollten!

00:11:00: Dass wir dabei sind wenn unsere Kinder Spiele, Angebote oder soziale Medien entdecken – oder wahrnehmen.

00:11:08: Das wir gemeinsam mit ihm im Internet surfen.

00:11:11: Dass wir uns anschauen was sie interessiert und uns von ihnen zeigen lassen was sie wichtig finden.

00:11:23: Das gilt auch für Kinder über zwölf!

00:11:29: Ja, das bedeutet auch etwas zu ertragen weil es uns zu albern, zu abgedreht oder zu langweilig erscheint.

00:11:39: aber Es geht ja eben nicht darum unsere Interessen zu vertreten sondern es geht darum zu verstehen Was unsere kinder so fasziniert und dass kostet zeit das kostet Aufmerksamkeit Das bedeutet, eigene Interessen zurückzustellen.

00:11:57: Und diese Aussage mag manchen provozieren!

00:12:03: Aber wer Kinder hat erkennt – das Entwickeln von eigenständigen Persönlichkeiten und die sie immer wieder kennen zu lernen, bedeutet echtes Interesse an den Personen zu entwickeln, die da sich in unserem Haus bewegen.

00:12:19: Und wer Respekt erfährt?

00:12:21: Wer von seinen Eltern oder Fürsorgenden erlebt dass er oder sie wichtig ist, ernst genommen wird.

00:12:29: Der wird diesen Respekt auch anderen gegenüber leichter zeigen können – eben weil Kinder das weitergeben was sie im Umgang mit ihren Bezugspersonen erlebt haben!

00:12:49: Und wenn ich dann so etwas tue?

00:12:52: Dann erfahre ich warum mein Sohn die Fail-Army so lustig findet und meinen Sohn entfernt, warum ich Sie gefährlich finde….

00:13:03: Max hat mir oft seine Pfundstücke gezeigt, und dann kam ganz oft von mir die Aussage auch das will ich mir nicht mehr anschauen.

00:13:11: Das kann ich mich nicht weiter anschauen!

00:13:14: Und ich erklärte auch warum.

00:13:16: Oder Lara erzählte oder erzählt mir immer noch worüber sich gerade die Community aufregt?

00:13:23: Dann gebe ich meine Sichtweite und Bedenken zurück.

00:13:27: Nicht als älterliche Ansage sondern als Gespräch, als Austausch von Vorlieben und Abneigungen auf Augenhöhe, und das eben nicht erst seit sie achtzehn sind.

00:13:38: Sondern immer!

00:13:42: So haben wir das immer gemacht.

00:13:45: Ich habe mir die YouTuber angeschaut, die meine Kinder so liebten.

00:13:49: Nicht alles fand ich gut oder richtig.

00:13:53: Manches habe ich neu gelernt – und manches hab' ich sogar selbst weitergeschaut.

00:14:00: Meine Erfahrung ist, wenn ich mir von meinen Kindern ihre Welt erklären

00:14:06: liess.".

00:14:07: dann wuchsen wir gemeinsam stärker zusammen.

00:14:11: Ich habe von meinen Kindern immer wieder Neues gelernt und mir haben eine Vertrauensbasis entwickelt, die mich vertrauen ließ dass sie mir schon sagen würden oder zeigen würden wenn sie etwas beunruhigte aufregte oder eben auch freute Und dann konnte ich meine Meinung teilen.

00:14:32: und es ist meine Erfahrung das dieser Austausch auf Augenhöhe den Unterschied macht.

00:14:38: Ganz selten habe ich Machtworte verwenden müssen, um meine Kinder zu etwas zu bringen oder von etwas abzuhalten.

00:14:46: Viel öfter war es ein Aushandeln von Regeln die beide Seiten für sinnvoll erachteten.

00:14:53: und auch wenn Ich weiß dass nicht alle Regeln immer befolgt wurden Denn auch das gehört zum Erwachsenenwerden dazu – Regeln brechen, prüfen ob sich jenseits der vereinbarten Grenze noch was tun lässt.

00:15:07: Und das haben sie natürlich auch gemacht.

00:15:10: Sie, wenn sie sich unbeobachtet fühlten oder allein waren – Dinge die nicht in Ordnung waren.

00:15:16: Dinge, die wir abgesprochen hatten, nicht zu tun!

00:15:20: Aber ich weiß auch, sie waren sich darüber klar, dass es aus gutem Grund verboten war.

00:15:26: Und wahrscheinlich hatten sie meistens ein schlechtes Gewissen, wenn Sie die Regeln gebrochen haben —nicht aus Angst vor Strafe— sondern weil sie wussten unsere Eltern haben gute Gründe das zu

00:15:38: verbieten.".

00:15:40: Und meistens haben sich diese auch bewahrheitet, denn auch wenn es heute immer mehr Angebote im Netz gibt und auch wenn Algorithmen den Feed bestimmen von dem was mir angezeigt wird.

00:15:56: Die Idee oder das Prinzip des gemeinsamen Teilen des digitalen Lagerfeuers bleibt gleich!

00:16:06: Es gibt heute vielleicht mehr Versuchungen... ...und mehr Druck Aber das macht es umso wichtiger, mit unseren Kindern diese Welt zu entdecken und auch mit ihnen darüber zu sprechen.

00:16:22: Und ich werde vielleicht in meinen nächsten Folgen mehr versuchen meine persönlichen Erfahrungen klare einzubringen – denn eines ist klar!

00:16:33: Was ich in meinen Folgen anspreche, resoniert immer aus meinen oder mit meinen Erfahrungen.

00:16:43: Vielen Dank fürs Zuhören.

00:16:46: Bis zum nächsten Mal Tschüss!

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